Geblitzt

Feierlicher Hebauf des Baron-Gütl-Hauses in Hohenschwangau

Das wieder errichtete Baron-Gütl-Haus in Hohenschwangau soll im Frühjahr 2025 als „kleine Gastronomie“ neu eröffnet werden

Nachdem der katholische Pfarrer Georg Guggemos aus Schwangau und sein evangelischer Kollege, Pastor Peter Neubert aus Füssen, dem Neubau des vor fast vier 4 Jahren abgebrannten und dabei komplett zerstörten Baron-Gütl-Hauses in Hohenschwangau ihren laut Guggemos „kräftigen Segen“ gespendet und es mit Weihwasser bespritzt hatten, hatten Samuel Wörle und Markus Schichtl ihren großen Auftritt in luftiger Höhe.

So riefen die beiden Zimmerermeister aus Lechbruck und Buching beim jüngsten Richtfest zum Neubau des 1797 als landwirtschaftliches Anwesen erbauten Hauses nicht nur ein Hoch auf die Bauherrschaft, den Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF), sowie den Architekten Dr. Alexander Pfanzelt aus. Indes erwähnten sie auch sich selbst, die Zimmerleute, „durch deren Kraft der Bau entstand“, wie Wörle den zahlreichen, einige Meter unter ihm stehenden Gästen des feierlichen Hebaufs mitteilte. Dann warf er das zuvor dreimal von ihm geleerte Weinglas vom Dachstuhl auf den Boden nieder, wo es unter anderem unweit von Marco Cattaneo zerschmetterte.

Der Verwaltungsleiter des WAF in Hohenschwangau hatte denn auch vorher bereits den Zimmermännern seinen Dank für die bis dato geleistete Arbeit auf der „blitzblanken Baustelle“ zu Füßen von Schloss Neuschwanstein ausgesprochen. Und während er zudem allen bei der Realisierung des Baus beteiligten Partnern dankte, tat er dies genauso gegenüber den unmittelbaren Nachbarn des wieder errichteten Hauses, das seit 100 Jahren vom WAF verwaltet wird und im Frühjahr 2025 als „kleine Gastronomie“ neu eröffnet werden soll.

Dementsprechend solle der Wirtschaftsbereich des Neubaus „einem Gasthof nachgestellt“ werden, nachdem man im Zuge des Vollbrands des Baron-Gütl-Hauses im Frühjahr 2020 entschieden hatte, dieses als einen „Ort der Gastlichkeit“ wiedererrichten zu lassen. Außerdem wird es laut Cattaneo künftig einen Einzelhandelsbereich in dem unter Berücksichtigung verschiedener Bauarten geplanten Haus des WAF geben.

Dabei freute sich der Verwaltungsleiter schließlich besonders darüber, dass der Neubau „mit Holz aus heimischen Wäldern“ realisiert und etwa die Verschalung mit Weißtannenholz gefertigt werde. Möglicherweise ermunterte dies Pfarrer Guggemos zu der Aussage, dieses Haus sei „ein Vorausbild auf himmlische Herrlichkeit“, während sich Pastor Neubert bei der Hebauf-Feier direkt an Gott wandte und diesen darum bat, sich die Gäste in Zukunft im Baron-Gütl-Haus wohlfühlen zu lassen.

Text: Alexander Berndt · Fotos: Sabina Riegger

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