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250 Dresdner Christstollen für die Tafel

Füssener Tafel ist gut aufgestellt, Kapazitäten sind noch frei

Bis zu 380 Menschen versorgt die Füssener Tafel jede Woche mit dem Nötigsten. Seit Beginn des Ukraine-Krieges verdoppelte sich die Zahl der Personen, die hier ihre Lebensmittel beziehen. Allen zu helfen ist möglich, da circa 80 Ehrenamtliche in fünf Teams parat stehen und die Spenden, vom kleinen Händler bis hin zum großen Discounter, in die Rupprechtstraße 8 in Füssen bringen, sortieren und die Regale damit befüllen.

Spenden kommen auch in finanzieller Form bei der Tafel an. Der Lions Club Füssen, berichtete Clubmitglied Michael Kuhl, unterstützt die gemeinnützige Hilfsorganisation neben diversen Aktionen mit einem monatlichen Festbetrag.

Da nun mit Weihnachten ein besonderes Fest vor der Tür steht, hatte der studierte Physiker jedoch die Idee für eine zusätzlichen, kulinarischen Beitrag: Er brachte 250 original Dresdner Christstollen in die Rupprechtstraße.

Gerlinde und Michael Wollnitza, Vertreter der Tafel, halfen dabei, 125 Kilogramm des beliebten Weihnachtsgebäcks aus seinem Auto zu laden. Denn Kuhl war persönlich in die Heimatstadt des Christstollen gefahren.

Einen Bezug zu Thüringen habe er unter anderem, da er in Jena studierte. Zudem war sein guter Freund Heinz Parsche Geschäftsführer im „Dresdner Backhaus“. Mehr als 60 Jahre dauert diese Freundschaft bereits an. Als Parsche erzählte, dass er nun seinen Christstollen selbst backt, wurde Kuhl neugierig. „Da habe ich zu ihm gesagt: ‚Heinz, das will ich auch lernen.‘“

Im November reiste Kuhl nach Dresden um seinen Freund zu besuchen und gemeinsam buken sie das traditionelle Weihnachtsgebäck. Dabei nahm der Plan Gestalt an, für die Füssener Tafel Christstollen aus Dresden zu besorgen. „Es war mir ein Anliegen die Stollen selbst zu holen, da ich beim Backen damals so viel Spaß hatte“, sagte das Mitglied des Füssener Lionshilfwerks.

Parsche stellte den Kontakt zum jetzigen Geschäftsführer des Backhauses, Tino Gierig, her und – voilà – die 250 Dresdner Christstollen wechselten den Besitzer um sich auf den Weg nach Füssen zu machen.

Am Donnerstag vor Heilig Abend, wurden die Stollen an Kundinnen und Kunden der Tafel verteilt. Alle die im Altlandkreis Füssen Hilfe benötigen, sollen zur Tafel kommen. Denn die Füssener Tafel sei sehr gut aufgestellt. „Wir haben noch Kapazitäten. Es muss keiner Scheu haben zu kommen“, betonte Gerlinde Wollnitza an dieser Stelle.

Selbst wenn es einmal an etwas mangelt, können die entsprechenden Lebensmittel zugekauft werden. Oder das Lionshilfwerk springt ein, erzählte die Vertreterin der Hilfsorganisation. Eine glückliche Besonderheit, denn viele Tafeln in Deutschland wissen kaum noch, wie sie die vielen bedürftigen Menschen versorgen sollen. Es können alle, die in Not sind in der Rupprechtstraße etwas zu Essen und Dinge des täglichen Bedarfs erhalten. – auch weitere, neue Kunden.

„Wir werden von den ganzen Geschäften unheimlich gut versorgt und wir haben viele Spender“, freut sich Gerlinde Wollnitza zu berichten.

Text · Foto: Selma Hegenbarth

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1 Kommentar

  1. Angesichts dieser Meldung frage ich mich, ob die bayrische Vetternwirtschaft so weit reicht das nunmehr in Sachsen beheimatete Unternehmen und deren Lobbyisten aus Bayern soweit sind, das sie vergessen, das auch hier Bedürftigkeit von über 200.000 Menschen im Monat besteht. Da geben wir doch gern mal aus alter „Verbundenheit“ unsern gut Situierten bayrischen „Brüdern und Schwestern“ etwas ab. Gott sei Dank denken die meisten regionalen Unternehmen nicht in diesen Schemata und unterstützen die hiesigen Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen so dass auf die wenigen Lobby gesteuerten gern verzichtet werden kann .

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