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Das Ende der Monarchie in Bayern

Nach dem Tod des Prinzregenten Luitpold am 12. Dezember 1912 folgte ihm sein ältester Sohn Ludwig in der Regierung Bayerns. Die Übernahme dieser Rolle galt lange Zeit als unwahrscheinlich, aber zumindest in den ersten Monaten seines Lebens als möglich. Ludwig wurde am 7. Januar 1845 als ältester Sohn des Prinzen Luitpold geboren. Somit war er der erste männliche Erbe des Hauses Wittelsbach und der älteste Enkel des damaligen Königs Ludwig I., nach dem er benannt wurde. 

Der Kronprinz Maximilian, später König Maximilian II. von Bayern, und seine Frau Marie bekamen ihren ersten Sohn und somit den nächsten Anwärter auf die Krone Bayerns erst am 25. August 1845. Als dann drei Jahre später ein weiterer Sohn, Prinz Otto, geboren wurde, galt die Thronfolge als gesichert.

Niemand konnte ahnen, wie sich die Dinge weiterentwickeln würden. Nach dem plötzlichen und bis heute mysteriösen Tod König Ludwigs II. wurde zunächst sein jüngerer Bruder Otto König von Bayern. Dieser war jedoch bereits seit 1878 aufgrund seines Gesundheitszustandes entmündigt und somit nicht in der Lage, die Regierung des Landes zu übernehmen.

Stattdessen übernahm sein Onkel Luitpold, ein jüngerer Bruder von Maximilian II., der den Titel „Prinzregent“ führte und diesen an seinen ältesten Sohn Ludwig weitergab, die Regierungsgeschäfte.

Am 13. November 1913 wurde Ludwig im Alter von 67 Jahren zu König Ludwig III. Seine Regierungszeit dauerte nur fünf Jahre. Als am 7. November 1918 in München die Friedensdemonstrationen revolutionäre Züge annahmen und noch in derselben Nacht die Republik ausgerufen wurde, floh die königliche Familie aus München. Kurz darauf verließ die bayerische Königsfamilie aus Angst vor einem ähnlichen Schicksal wie das der ehemaligen Zarenfamilie München.

Am 12. November 1918 entband König Ludwig III. seine Untergebenen vom Treueeid in Schloss Anif bei Salzburg. Damit endeten 738 Jahre Regentschaft der Wittelsbacher über Bayern. Anders als in anderen ehemaligen Monarchien lebte das ehemalige bayerische Königshaus nach der Anifer Erklärung weiterhin in Bayern.

Am Morgen des 5. November 1921 läuteten alle Glocken der Landeshauptstadt München. Sie gaben dem König von Bayern und seiner Gattin letztes Geleit. König Ludwig III. verstarb am 18. Oktober 1921 auf Schloss Sárvár in Ungarn, seine Frau Marie Therese bereits am 3. Februar 1919 in Schloss Wildenwart. Ihre Beisetzung erfolgte bereits am 6. Februar 1919 in Wildenwart, die Beisetzung hielt der Münchner Erzbischof ab. 

Auch in München hielt der Erzbischof von München-Freising, Kardinal Michael von Faulhaber, wie einst beim Tod der Königin die Trauerrede. Am Ende dieser Rede erfolgte ein deutliches Bekenntnis zum Gottesgnadentum und zur Monarchie, eine große Besonderheit. Hier wurde nicht nur ein Königspaar, sondern das letzte bayerische Königspaar und damit die Monarchie zu Grabe getragen.

Wie es dazu kam, wie die bayerische Königsfamilie aus München floh und was daraufhin geschah, erfahren Sie durch den Historiker Klaus Reichold am 16. Mai 2024 um 18 Uhr im Museum der bayerischen Könige unter dem Titel: „Das kann eine gefährliche Fahrt werden – König Ludwig III. flieht“. Dieser Vortrag ist der letzte Teil der Reihe „Wittelsbacher Wintersemester“ aus dem Jahr 2020. Wer sich vorab über unseren Referenten erkundigen möchte, kann dies ausführlich unter: www.histonauten.de.

Mehr über die bayerische Königsfamilie in Hohenschwangau erfahren Sie
bei unserer einmaligen Sonderführung am 5. Mai 2024 um 10, 13 und 15 Uhr
im Museum der bayerischen Könige.

Foto: Wikipedia / Fotografie im Atelier Elvira
Text: Louise-H. Meinicke, Kulturvermittlung Museum der bayerischen Könige

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