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Von wegen verstaubt

Kulturvermittlerin Claudia Knörle im Museum der Bayerischen Könige

Es ist das einzige Museum, das ich kenne, das zur einer Einheit wird.

Wenn Claudia Knörle durch das Museum der Bayerischen Könige geht, freut sie sich jedes Mal aufs Neue, dort zu sein, wo sie bereits 2013 ein Praktikum machte. „Unser Museum hat zwar nicht so viele Exponate wie das Louvre – aber es ist ein roter Faden da. Der Gast kann den Inhalt oder die Inhalte ganz anders wahrnehmen. Das Besondere ist, dass bei uns im Museum das Gebäude auch noch so interessant ist, die Berglandschaft, die Seen, … es ist das einzige Museum, das ich kenne, das zu einer Einheit wird“, schwärmt die 28-Jährige. Seit Juli ist Claudia Knörle Kulturvermittlerin im Museum der Bayerischen Könige. Sie hat Geschichte und klassische Archäologie studiert und mit dem Magister abgeschlossen. Jetzt schreibt sie an ihrer Dissertation. Seit ihrem 10. Lebensjahr bis jetzt hat sie grob überschlagen etwa 500 Museen besucht. Zwei davon haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Das Metropolitan Museum of New York und das Museum de Teek in Kopenhagen.

Dass sie diese vermeintlich „langweiligen“ Fächer studiert, hat sie Sissi zu verdanken. Mit ihren Eltern machte sie eine Städtereise nach Wien und war fasziniert von der Architektur und dem ganzen Drumherum. Wenn sie als 13-Jährige durch die Museen zog, staunten manche Museumsmitarbeiter nicht schlecht. Während manche Kinder regelrecht gezwungen werden ins Museum zu gehen, ging Claudia Knörle mit Freude hin. Jetzt macht sie selbst Führungen und versucht die Besucher, wie sie es nennt, „abzuholen“. „Museumsarbeit ist Geschichtsvermittlung – es gibt viele unzählige Wege“, erklärt sie. „Jede Führung im Museum ist wirklich anders. Eine Museumsführung, die in so einem kleinen Raum stattfindet, verläuft immer anders. Es gibt mal das eine oder andere Thema, wo man in die Tiefe geht. Als Kulturvermittlerin ist es die direkteste Verbindung zwischen den Gästen. Ich lerne auch unmittelbar, wo ist das Interesse, wie kann ich die Leute begeistern.“ Früher wurde sie oft belächelt über ihr Interesse. „Aber wenn ich dann erzählte und die Geschichte lebendig rüber brachte, kam die Anerkennung, und das hat mich dann immer wieder motiviert“, erzählt sie. Begeisterung findet die junge Frau auch im Hip-Hop. Nicht irgendein Hip-Hop, sondern der echte schwarze ab den 70er Jahren. Hip-Hop und Geschichte? „Das funktioniert wunderbar. Auch dieser Musikstil hat eine Geschichte“, lacht sie.

Text · Bild: Sabina Riegger

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