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Das süße Wunder

Kariesfreiheit mit Xylit

Zahnarztbesuche gehören zu den Dingen, auf die man lieber verzichten würde. Leider gibt es aber kaum einen Zivilisationsmenschen, der ein Gebiss ohne Füllungen und Kronen hat, ab einem gewissen Alter kommt dann noch die Parodontose, der Rückgang des Zahnfleisches hinzu.

Aber es gibt ein süßes Wunder, mit dem man außergewöhlich Gutes für seine Zahngesundheit tun kann: Xylit. Für Kariesbakterien ist der Zuckeraustauschstoff aus Birkenholz der reinste Horror, wo Xylit ist haben die zerstörerischen Bakterien kaum noch eine Chance, die Zahnfleischerkrankungen gehen zurück, Zahnbeläge schwinden, die Knochendichte steigt und Mittelohrentzündungen kommen seltener vor. Allerdings wirkt Xylit ab einer gewissen Dosis abführend, wie jeder Zuckeraustauschstoff. Zuckeraustauschstoffe, zu denen auch das in vielen zuckerfreien Kaugummis vorkommende Sorbit gehört, sind natürliche Süßungsmittel mit weniger Kalorien. Nicht zu verwechseln mit den synthetisch hergestellten Süßstoffen wie Saccharin oder Aspartam, die hundert bis tausendfach süßer und gleichzeitig kalorienfrei sind.

Reines Xylit mit der Lebensmittelnummer E967 sieht fast aus wie Zucker, wenn man es pur in den Mund nimmt schmeckt es süß und hinterlässt ein erfrischendes Gefühl auf der Zunge. Es ist in geringen Mengen ein natürlicher Bestandteil, auch von Blumenkohl, Mais und vielen Früchten und kommt beim Abbau von Kohlenhydraten im menschlichen Körper vor.

Sensationelle Erfolge

In Finnland wird die Wirkung von Xylit schon seit den 70er Jahren unter Professor Kauko K. Mäkinen an der Universität in Turku erforscht. Die inzwischen weltbekannten Turku-Zuckerstudien belegen eindeutig den drastischen Rückgang von Karies, sogar bereits befallene Zähne erholten sich. Ein weiterer erfreulicher Effekt beim Verzehr von nur 5 bis 10 g Xylit täglich ist weniger Zahnbelag, und zumindest was den Schutz der Zähne betrifft, muss bei dieser Einnahmemenge nicht komplett auf Zucker verzichtet werden. Besonders beeindruckend ist der jahrelang anhaltende Effekt, so hatten Kinder, die täglich drei xylithaltige Kaugummis erhielten, auch nach 5 Jahren deutlich seltener Karies.

Was aber passiert im Mund? Normalerweise herrscht im Mund ein neutraler pH-Wert von ungefähr 7. Karies, das etwa Morschsein oder Fäulnis bedeutet, entsteht bei der Anwesenheit von Bakterien wie Streptococcus mutans an den Zähnen, wenn im Zahnbelag nach dem Eintreffen von Zucker Säuren gebildet werden und so der pH-Wert für ungefähr eine halbe Stunde sinkt. Diese Säuren neutralisiert der Körper, indem er Mineralien wie Calcium aus den Zähnen löst und so bilden sich Löcher. Also ist es besonders schädlich den ganzen Tag über immer wieder zu naschen, für die Zähne wäre es sogar besser eine ganze Tafel Schokolade auf einmal zu essen.

Vorbeugen im Mutterlaib

Mütter können ihre Kinder besonders gut vor Karies schützen, nicht nur indem sie auf eine gute Zahnreinigung und wenig Zucker achten. Wenn sie bereits in der Schwangerschaft und drei Monate nach der Geburt ausreichend Xylit zu sich nehmen, übertragen sie viel seltener die auslösenden Bakterien und das Kariesrisiko ihrer Kinder sinkt um bis zu 74 Prozent. Zahnbeläge sinken bei dauerhafter Anwendung um die Hälfte. Eine bemerkenswerte Wirksamkeit auch im Vergleich zu schützenden Zahnlacken oder keim-
abtötenden Mundspülungen wie Chlorhexidin. In Anwesenheit von Xylit verhungern Kariesbakterien, da sie es nicht verstoffwechseln können und so überwiegen unschädliche Bakterien in der Mundflora und selbst Candidapilze haben keine Chance mehr. Das wesentlich günstigere Sorbit hat übrigens einen viel geringeren Effekt, da es von den Fäulnisbakterien zwar langsam, aber dennoch abgebaut werden kann und somit weniger gut vor ihren Angriffen schützt.

Es macht Sinn, nach jeder Mahlzeit die Zähne gründlich zu reinigen und täglich mehrfach entweder Xylitkaugummis mit hoher Dosierung zu kauen oder Mundspülungen mit dem kristallinen Pulver durchzuführen. Dabei empfiehlt es sich einen halben Teelöffel Xylit in den Mund zu nehmen, etwa zwei Minuten einzuspeicheln, anschließend auszuspucken und etwa eine halbe Stunde lang nichts zu trinken. Besonders nach zuckerhaltigen Snacks und vor dem Zubettgehen.

Gesunde Zuckeralternative

Xylit schmeckt so süß, dass sich damit auch der Heißhunger auf Süßes stillen lässt. Einfach immer wenn einen der altbekannte Heißhunger nach Süßem überkommt eine Mundspülung durchführen. Das befriedigt die Geschmacksknospen so, dass die Lust auf Süßes im Nu verfliegt. Selbst Diabetiker müssen auf dieses süße Wunder nicht verzichten, da es keine übermäßige Insulinausschüttung verursacht.

Im Angebot sind Kaugummis oder Bonbons, die mindestens 70 bis 90 Prozent Xylit enthalten sollten, aber keine anderen Zuckeraustauschstoffe. Beim Kauf von Xylitpulver sollte auf gentechnikfreie Qualität geachtet werden. Praktischerweise kann Xylit aufgrund seiner zucker-ähnlichen Eigenschaften als Allroundsüßungsmittel eingesetzt werden. Allerdings bedeutet süsser Genuss mit Xylit nicht, dass dieser zwangsläufig gesund ist. Ideal wäre die Verarbeitung von gemahlenen Nüssen, zerkleinerten Trockenfrüchten, hochwertigem Kakao, Kokosflocken und Xylit. So wird der Kuchen süß und gesund.

Text: Judith Anne März

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