Menschen

Mit Pumps auf der Alm

Heidi Pohler, die Almhirtin von der Edenalpe

Füssen.  Ihre Markenzeichen sind Pumps, Jeans und ein fröhliches Wesen. Dabei hat Heidi Pohler manchmal wirklich nicht viel zu lachen. Ihr Job ist knochenhart und spielt sich ganz oben in den Bergen auf 1.671 Metern ab. Sie ist die Hüttenwirtin der Edenalpe und zugleich auch Hirtin von 64 Kühe, davon 26 Jungtieren. Jeden Morgen ist sie mindestens zwei Stunden unterwegs, um nach den Tieren zu schauen. Ob es regnet, neblig oder schön ist, ist für diese Art von Arbeit nicht relevant. „Wichtig ist, dass man es gerne macht“, so Heidi Pohler. 

Zäune reparieren ist für die Almhirtin und Wirtin ganz normal. In ihrem Tragegestell sind die Zaunpfähle, Hammer, Nägel und alles, was man noch brauchen könnte. „Für mich ist das keine Last. Es ist eine ganz normale Arbeit wie jede andere auch“, erzählt Heidi Pohler. Wer sich jetzt eine burschikose Frau  vorstellt, liegt ganz falsch. Ihre gute Figur hat sie der vielen Arbeit zu verdanken und auf weibliche Accessoires mag die Mutter zweier Söhne nicht verzichten. Ihre Pumps gehören zu ihr, wie das Landleben, auf das sie nicht verzichten möchte. Ein wenig verwundert schauen die Gäste schon, wenn sie auf die Edenalpe kommen und Heidi Pohler mit Pumps sehen. „Ich entspreche äußerlich nicht ganz dem Klischee der Almwirtin“, meint sie lachend.

 

„Eine Arbeit, die ich liebe“

Von früh morgens bis spät in den Abend ist sie für ihre Tiere und die Gäste da. „Ich bin in einer Landwirtschaft groß geworden. Die Nähe und der Umgang mit den Tieren und die Liebe zur Natur habe ich sozusagen mitbekommen. Das schätze ich heute noch“, erklärt sie ihre Leidenschaft aus der sie sich für ihren jetzigen Beruf entschieden hat.  Sieben Jahre lang war sie mit ihrer Familie auf der Edenalpe. Heute betreibt sie die kleine Almwirtschaft alleine mit ihrem Personal. Ab und zu, wenn es die Arbeit und das Studium erlauben, helfen die Söhne mit. „Ich bin dankbar, dass sie auch die Liebe zur Natur haben. Heute ist das alles nicht mehr so selbstverständlich“.
Heidi Pohler war noch nie am Meer und ist noch nie mit einem Flugzeug geflogen. „Dafür habe ich in den Sommermonaten die schönste Natur vor der Haustüre. Ich brauche meine Berge“, sagt sie dankbar und schaut um sich herum. „So eine Natur muss man woanders erst suchen“.

Auf der Edenalpe gibt es jeden 2. Donnerstag von 9.30 bis 11.30 Uhr leckeres Almfrühstück, selbstgemachte Knödel und Kuchen sowie deftige Gerichte.

Edenalpe Nesselwängle
+43 – (0)676 – 4920184
www.edenalpe.at

Text:rie/ Bilder: sk (1), rie (2)

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