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„Als Bub wollte ich Kinderarzt werden“

Orthopäde und Unfallchirurg – Dr. Dieter Jelitte privat

Füssen.    Kleine Buben, die nach ihrem Traumberuf gefragt werden, haben verständlicherweise oft überhaupt noch keine Vorstellung von ihrer persönlichen Zukunft oder sie wollen zum Beispiel ein mutiger Feuerwehrmann werden. Auch „Pilot“ ist eine Antwort, die gern gegeben wird. „Ich habe keine blasse Ahnung, wie ich als Volksschüler damals auf Kinderarzt gekommen bin“, berichtet Dr. Dieter Jelitte, Jahrgang 1959. „Füssen aktuell“ besuchte ihn in seiner Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Rechts erreichen Patienten und Besucher den Krankenhaus-Haupteingang. Links – wo es hinunter zum Parkplatz geht – ist ein Schild nicht zu übersehen. Es weist den Fußweg zur „Orthopädie“. Der erste niedergelassene Arzt auf dem Füssener Krankenhausgelände ist seit 2009 Dr. Dieter Jelitte. „Geworden bin tatsächlich ein Arzt“, so nimmt er den Faden unseres Interviews wieder auf. Aber nach dem Studium in Frankfurt am Main hat er direkten Kurs auf die fachärztliche Weiterbildung als Chirurg genommen. „Später kam meine Gebietsspezialisierung auf Orthopädie hinzu.“

Eigene Arztpraxis in der Klinik

Im März 2009 feierten Ehefrau Jelica und er die Eröffnung seiner Füssener Praxis. Die Praxisräume befinden sich in einem abgetrennten Bereich des Krankenhauses. Dr. Dieter Jelitte ist als Freiberufler sein eigener Herr. Er ist kein Klinikarzt mehr wie zuvor elf Jahre in Kaufbeuren. „Wir arbeiten allerdings zum Vorteil unserer Patienten sehr eng mit den Kollegen im Krankenhaus zusammen.“ Das Allgäu, das nunmehr seit über zwölf Jahren Wahlheimat ist, lernte Dr. Dieter Jelitte wie so viele „Zugereiste“ zunächst als Urlauber kennen. „Ich bin schon immer gern Ski gelaufen. Wir haben uns ins Auto gesetzt und sind in die Richtung gefahren, in der die hohen Berge sind. Am besten hat uns Weißensee gefallen. Daher waren wir in vielen Jahren hintereinander immer wieder für ein verlängertes Wochenende hier zu Gast.“
Es war für ihn somit „ein Glücksfall“, dass er nach zahlreichen Stationen im Rahmen seiner fachärztlichen Weiterbildung ans Klinikum Kaufbeuren wechseln konnte. Wohnort wurde und blieb bis heute Irsee. Den Schritt zur Niederlassung begründet er insbesondere damit, über Zeit, Ort und Art der Tätigkeit „jetzt weitgehend selbst bestimmen zu können“.

Das Paar teilt sich
im Beruf die Aufgaben

Seine Frau Jelica lernte er tatsächlich im Krankenhaus kennen. „Wir arbeiten aber erst jetzt in der eigenen Praxis zusammen. Als ich Jelica damals kennen lernte, war ich noch ein jobbender Student,“ erzählt er. „Meine Frau ist Diplom-Betriebswirtin und hat sich gezielt weitergebildet. Sie managet – unterstützt von Helferinnen – die Facharztpraxis. Ich kann mich auf die medizinischen Leistungen konzentrieren, zu deren weitem Spektrum die moderne Schmerztherapie mit Spineliners gehört.“

Familienleben ohne Klammern

Dr. Dieter Jelitte pflegt in seiner Freizeit das Familienleben, obwohl er mit seiner Ehefrau keine eigenen Kinder hat. „Den älteren Bruder besuchen oder gemeinsam mit meinen Eltern Urlaub machen, macht uns Spaß. Sie haben mich auf einen guten Weg gebracht und im Studium finanziell unterstützt. Unser Verhältnis ist sehr gut.“
Dass er in einer hessischen Großfamilie „mit der lieben Oma“ aufgewachsen ist, hat sein soziales Verhalten geprägt. „Ich habe während des Medizinstudiums in Roßdorf gewohnt und war im Verein als Basketballspieler in der Regionalliga aktiv. Diese guten Kontakte von früher gibt es noch heute. Sie sind sehr wichtig für mich. Um sich gut zu verstehen, ist es nicht notwendig, dass man sich jeden Tag sieht. Ich war stets offen für Neues.“ So haben ihn die Erfahrungen geprägt, die er bei der Arbeit in einem Krankenhaus auf den Philippinen sammeln konnte. „Es lag mitten in den Slums.“ Am Herzen liegt ihm ein soziales Projekt: „In der Heimat meiner Frau Jelica – Bosnien – wollen wir unbedingt einen Kindergarten aufbauen.“
Der athletisch gebliebene 1,91-Mann hat noch einen Plan, den er, so wie man ihn kennen gelernt hat, auch in die Tat umsetzen wird: „Mit dem Mountainbike über die schönen Alpen…“, erzählt er.
Text: bh · Bild: oh

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