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Prinzenpaar zu sein ist etwas ganz besonderes

Ein Interview mit Stefanie Adam

Wenn die Faschingszeit, in Bayern auch die fünfte Jahreszeit genannt, beginnt, dann haben die Prinzenpaare alle Hände voll zu tun. In Schwangau gibt es den Brauch des Prinzenpaares seit 1964. Damals regierten Christel I. und Thomas I. Dieses Jahr sind es Stefanie I. und Hans-Jörg II. Sie sind das 47. Prinzenpaar im diesjährigen Schwangauer Fasching. Füssen aktuell hat sich mit Prinzessin Stefanie I. unter anderem über die Bedeutung und Pflichten eines Prinzenpaares unterhalten.


Sie sind das neue Prinzenpaar. Wie kommt man zu seinem Amt?

Man hat uns vorher gefragt. Wir haben es uns gut überlegt und dann zugesagt.

Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Ich war schon als Kind beim Fasching aktiv und bin nun auch seit zehn Jahren beim Gunglhos dabei. Das Prinzenpaar zu sein, ist schon etwas ganz Bsonderes. Es ist einfach eine ganz tolle Sache.

Das Prinzenpaar sucht das jeweilige Faschingsthema aus. Welches haben Sie für den diesjährigen Fasching ausgesucht?

Afrika. Zu einem weil die Fußball-WM dort stattfindet und zum anderen wegen der musikalischen Vielfalt und der bunten, fröhlichen Kleidung.

Eine Prinzessin hat viele Kleider, gilt das auch für den Fasching?

Nein, wir haben ein Kostüm, das maßgeschneidert ist. Wir haben den Schnitt und den Stoff ausgewählt.

Wer zahlt das Kostüm?

Der Verein bezuschusst das Faschingskostüm, den Rest zahlen wir selber.

Sie haben viele Repräsentationspflichten. Wann ist Ihr eigentlicher offizieller Auftritt?

Es ist der erste Gunglhos. Davor müssen viele Vorbereitungen getroffen werden.

Wie lange kann so ein „Regierungstag“ dauern?

Nehmen wir den Gunglhos als Beispiel. Obwohl die Veranstaltung um 20 Uhr beginnt, bin ich bereits um 16 Uhr dort. Schminke, Anziehen, Haare frisieren etc., das alles muss vorher gemacht werden. Kann sein, dass wir dann erst um Mitternacht zu Hause sind. In der Faschingswoche sind es dann noch Mal einige Stunden mehr.
Wie lässt sich das mit Ihrer regulären Arbeit verbinden? Ich habe ab dem Weiberfasching bis zum Aschermittwoch Urlaub genommen. Mein Mann ist selbständiger Fliesen-, Platten- und Mosaiklegemeister. Während dieser Zeit hat er sich ebenfalls frei genommen.

Es hört sich alles sehr stressig an. Manche Prinzessinnen nehmen in dieser Zeit einige Kilos ab. Wie ist das bei Ihnen?

Es ist wirklich wahnsinnig stressig, weil die Vorbereitungen immens sind. Was uns während dieser Zeit fehlt, ist Schlaf, davon haben wir nämlich zu wenig. Abgenommen habe ich bislang auf jeden Fall noch nicht.

Es gibt so ein gewisses Klischee, dass Prinzenpaare trinkfest sein sollten. In wie weit stimmt das?

Ich denke als Prinzenpaar sollte man sich mit dem Alkohol zurückhalten. Wir werden uns da schon sehr zurücknehmen, sonst hält man es nicht aus.

Was lieben Sie so am Fasching?

Natürlich in erster Linie das Verkleiden und für mich persönlich das Gunglhos. Wir sind eine ganz tolle Truppe, die sich das ganze Jahr über trifft. Außerdem mag ich die Umzüge und natürlich die vielen Leute, die man dabei trifft.

Warum sollten die Leute Ihrer Meinung nach den Fasching feiern?

In erster Linie um dem Alltag  zu entfliehen und etwas ausgelassen zu sein. Vielleicht hilft der Fasching dem einen oder anderen, das Leben aus der Perspektive eines „Narren“ zu sehen, um dann später das Alltägliche nicht so verbissen und eng zu nehmen. Denn der „Ernst des Lebens“ kann durchaus mehr Humor und Leichtigkeit vertragen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Sabina Riegger

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