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Traditoneller Viehmarkt macht Viehscheid einzigartig

Frau auf PferdIn Buching wird das Vieh noch per Handschlag verkauft

Buching.   Am 21. September findet in Buching wieder der traditionelle Viehmarkt auf dem Festplatz in Buching in der Gemeinde Halblech statt. Inmitten des Krämermarktes und des Festzeltbetriebs mit Blasmusik wird noch wie in längst vergangenen Zeiten um das Vieh gehandelt und der Kauf mit Handschlag besiegelt. Zahlreiche Zuschauer säumen den Weg, wenn das geschmückte Vieh, begleitet von Vorreitern und der Musikkapelle Buching, um 9.30 Uhr auf den Marktplatz einzieht. Der Buchinger Viehmarkt ist einzigartig im Allgäu.

 

 

 

 

Die Kulisse mit zahlreichen, ihre Ware feilbietenden Krämern, der Blasmusik im Festzelt und der in Tracht gekleideten Bevölkerung macht den Markt zu einem Fest- und Feiertag. Der Buchinger Viehmarkt hat in den Jahren nicht an Bedeutung verloren und ist immer noch ein Höhepunkt im Allgäuer Festkalender.
Bei einem Bummel über den Krämermarkt, auf dem es vom Gamsbart über das geschnitzte Edelweiß bis hin zum Kochlöffel viele schöne und nützliche Dinge zu kaufen gibt, trifft man sich und tauscht Neuigkeiten aus, bevor man im Festzelt einkehrt.
Der Viehmarkt wird am Samstag, 19. September und Sonntag 20. September vom Buchinger Herbstfest eingeleitet. Am Samstagabend startet das Fest um 19.30. Uhr mit dem Heimat- und Unterhaltungsabend mit der Musikkapelle „Alpengruß“ und der Trachtengruppe „Hochplatte“ aus Buching. Sonntags beginnt der Tag im Festzelt um 10.15 Uhr mit einem Dankgottesdienst anschließend Frühschoppen und Familiennachmittag. 

Viehmarkt

 

Rahmenprogramm Buchinger Herbstfest Programm
Ab Samstag, 19. September

Samstag, 19. September
19.30 Uhr
Eröffnung des Buchinger Herbstfestes – Heimat – und Unterhaltungsabend mit der Musikkapelle „Alpengruß“ Buching und der Trachtengruppe „Hochplatte“ Buching. Festzelt Buching
Sonntag, 20. September
10.15 UhrDankgottesdienst für die glückliche Heimkehr des Alpviehs
Musikalische Gestaltung Musikkapelle „Alpengruß“ und Jodlerklub „Tannhütte“ aus Henggast/Schweiz. Anschließend Kesselfleischessen und Auftritt der Jugendtrachtengruppe  „Hochplatte“ Buching. Festzelt Buching
14.00 Uhr
Kindernachmittag mit Auftritt der Teenie-Tanzgruppe.

Montag, 21. September

9.30 Uhr
Buchinger Viehmarkt
Einzug des geschmückten Alpviehs zum Marktplatz. Krämermarkt auf dem Festplatz. Dort gibt es vom geschnitzten Edelweiß über Waren des täglichen Bedarfs bis zu Süßigkeiten eine breite Palette an Artikeln. Festplatz  Buching
10.30 Uhr
Festzeltbetrieb – Musikkapelle „Alpengruß“ Buching.
19.30 Uhr
Band „Fünfer Gspann“ im Festzelt

Zusätzliche Veranstaltungen im Festzelt
Mittwoch, 23. September

20 Uhr
Vortrag „Zerstört die Agro-Gentechnik unsere Zukunft?“
Den Vortrag veranstaltet die Interessengemeinschaft gentechnikfreier Lebensmittel in der Gemeinde Halblech. Sie will mithelfen, einer breiten Basis von Landwirten und Verbrauchern Informationen und Hintergründe der Agro-Gentechnik zugänglich zu machen. Es geht darum, sich selbst über die Nachteile der Agro-Gentechnik und deren nicht mehr revidierbaren Folgen zu informieren und dieses Wissen im eigenen Umfeld weiter zu vermitteln. Es spielt die Musikkapelle „Alpengruß“ Buching.

Freitag, 25. Septembe
r
20 Uhr
Stimmungsabend für Jung und Alt mit der Band „Allgäu-Power“


Weitere Informationen: Gästeinformation Halblech,
Tel. 08368/285 – www.halblech.de

Hirnbein Vom blauen zum grünen Allgäu Der Agrarreformer Carl Hirnbein

Carl Hirnbein (geboren am 27. Januar 18Allgäu.   Großbauer, Kaufmann, Politiker und Agrarreformer oder „Notwender, Zwingherr und Alpkönig“, um es mit dem Zitat aus einem Romantitel von Peter Dörfler etwas literarischer zu sagen. Das alles war Carl Hirnbein und umschreibt doch sein Leben nur unvollständig. Von großer Schaffenskraft und Weitsicht ist sein Leben und Werk bis heute von kaum zu überschätzenden Bedeutung für das Allgäu. Sein ausgeprägter Sinn für das Gemeinwohl war es, der seine Vorreiterstellung in Herstellung und Vertrieb von Käse, Viehhandel, Milchwirtschaft und Bodenbewirtschaftung nicht allein zu seinem Nutzen in Angriff nahm. Hirnbein mit seinem materiellen Hintergrund, konnte landwirtschaftliche Versuche unternehmen, deren gesicherten Erkenntnisse er kleineren Bauern zu ihrem Nutzen zugänglich machte. Oder besser gesagt: sie dazu mit wechselndem Erfolg geradezu aufmunterte und aufrief.

 

Hierzu zählten beispielsweise Anstrengungen zur Verbesserungen der Bodenqualität, Verwendung neuer Düngemittel, Entwässerung von Weideflächen und die Einführung verbesserter Methoden zur Heuernte, die er wie die Emmentalkäserei 1842 von einer Schweiz-Reise mitbrachte. Damit läutete er für die Allgäuer eine wichtige Zeitenwende ein. An der Wende vom 18. auf das 19. Jahrhundert erlitt der Flachsanbau und die zugehörige Heimindustrie der Weiterverarbeitung nämlich einen jähen Einbruch. Das lag an der Baumwolle und ihrer beginnenden industriellen Verarbeitung in Großbritannien. Dem hatten die Allgäuer Bauern nichts entgegen zu setzen. Ein herber Schlag für den sowieso eher kärglichen Landstrich. Das was man als „Hirnbeinsche Agrarreform“ bezeichnen könnte, wies den Weg in Richtung einer leistungsfähigen Landwirtschaft und Kulturlandschaft, wie wir sie heute kennen. Aus dem blauen Allgäu der Flachsblüten ist das grüne Allgäu der Milchwirtschaft geworden. Nicht zuletzt ein Verdienst des Pioniers Carl Hirnbein.

Text: lck/Foto: Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben, Band 9, 196507 in Wilhams,
gestorben am 13. April 1871 in Weitnau)

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