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Aktiv-Gruppen für Menschen mit Demenz

Basteln Kath. Sozialstation Mit zunehmendem Alter wächst die Gefahr, an Demenz zu erkranken. Eine Krankheit, die in der heutigen Zeit immer häufiger auftritt und für Angehörige eine große Belastung darstellt. Leitsymptom dieser Krankheit, dessen Wortursprung im lateinischen dementis „ohne Geist“ liegt, ist die Störung des Gedächtnisses. Ein Phänomen, das besondere Betreuung benötigt. Um die Angehörigen zu entlasten bietet die Kath.-evang. Sozialstation Füssen eine Tagesbetreuung unter fachlicher Leitung an, die auf die besonderen Bedürfnisse an Demenz erkrankter Menschen eingeht.

 

Zu Beginn ist bei Demenz meist nur das Kurzzeitgedächtnis und das Lernvermögen beeinträchtigt. „Man muss sich den Krankheitsverlauf wie ein Buchregal vorstellen, aus dem immer wieder ein Buch herausfällt“, so Andrea Mahler, Geschäftsführerin der Kath.-evang- Sozialstation Füssen. Konkret bedeutet das, Menschen mit Demenz vergessen. Gesichter, Namen, alltägliche Dinge. Die Inhalte des Informationsspeichers im Gedächtnis gehen verloren, und zwar die zuletzt aufgenommenen Informationen zuerst. Der Kranke kann sich nicht mehr erinnern was gestern, vorige Woche oder vor einem Jahr gewesen ist. Um ihre Defizite zu verstecken oder auch um Misserfolge im Umgang mit ihren Mitmenschen und Alltagssituationen zu vermeiden, ziehen sie sich zurück. Antriebsstörungen sind oft die Folge, so dass Beschäftigung und Kommunikation immer mehr nachlassen. Die Betroffenen versinken mehr und mehr in einer eigenen Welt. Um dieser kontinuierlichen Vereinsamung entgegen zu wirken, bietet die Sozialstation Aktivierungsgruppen für Menschen mit Demenz an. So können pflegende Angehörige die Verantwortung für kurze Zeit mit gutem Gewissen abgeben, durchatmen, wichtige Erledigungen und Termine in Angriff nehmen und einfach neue Energie tanken.

Aktivgruppen für Menschen mit Demenz

Grundlage des Aktivgruppenkonzepts ist das Bedürfnis von Menschen mit Demenz nach Vertrautheit, Sicherheit, Nähe, Zuwendung, aber auch nach Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und dem Erhalt körperlicher und geistiger Fähigkeiten. „Menschen mit Demenz brauchen eine klare Struktur des Tages- und Wochenablaufs, in dem sie selbst Mitagierende sind“, so Altenpfleger Stefan Löckher. Er verfügt über die vorausgesetzte geronto-psychiatrische Zusatzausbildung und betreut die Aktivgruppen. Zusammen mit ehrenamtlichen Helfern sorgt er dafür, dass die Betroffenen bestmöglich versorgt und auch gefordert werden.
Um auf die verschiedenen Bedürfnisse besser eingehen zu können, werden die Gruppen in Frauen- und Männergruppen unterteilt. „An den Gruppennachmittagen beschäftigen wir uns mit einfachen Dingen, die nicht überfordern, die an frühere Aufgabe, Fähigkeiten oder Talente erinnern“, erklärt Stefan Löckher. So bereiten die Frauen beispielsweise verschiedene Speisen zu, decken mit Unterstützung zusammen den Tisch. Auch Basteln und Singen gehört dazu.
In der Männergruppe werden hingegen handwerkliche Tätigkeiten ausgeführt. Es wird Karten gespielt oder bei diversen Ausflügen „männertypische“ Einrichtungen, wie beispielsweise eine Schreinerei oder das Flößermuseum, besichtigt.
„Der Sinn dieser Aktionen ist es, dem Demenzkranken das Gefühl zu geben, wichtig zu sein, gebraucht zu werden, zu etwas nützlich zu sein. Die dadurch entstehenden Glücksmomente oder einfach nur das Gefühl ‚zufrieden‘ zu sein, sind unser Ziel und unser Anspruch“, so Stefan Löckher.

Betreuungsleistungen
Selbst wenn der Betroffene noch keiner Pflegestufe angehört hat er seit dem ersten Juli 2008 Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen der Pflegekasse. Diese Betreuungsleistung beträgt, je nach Schwere der Demenz, zwischen 100 und 200 Euro pro Monat. Diese Beträge können dann für eine fachliche Betreuung eingesetzt werden.
Die Aktivgruppen für Menschen mit Demenz finden jeden Montag, Dienstag und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr statt. Jeden Mittwoch findet von 14.30 bis 17.30 Uhr ein Treffen im Mehrgenerationen Haus in Roßhaupten statt.
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an die kath.-evang. Sozialstation Füssen unter der Telefonnummer 08362/9171-0. Das Team der Sozialstation steht Ihnen für Ihre Fragen rund um die Uhr gerne zur Verfügung.

 

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