
Wenn der Körper auf Alarm steht
Chantal Akgüns Stress-Reset-Methode
Nach einigen Jahren in Berlin ist Chantal Akgün wieder zurück in Füssen, ihrer Heimatstadt. „Es ist wieder schön hier zu sein“, so die psychologische Beraterin und Coach. „Ich begleite vor allem ambitionierte, berufstätige Menschen, die viel leisten und helfe ihnen aus ihrem Stressmodus auszubrechen und die Ursachen, die dazu geführt haben, zu durchbrechen.“ Ihre Methode ist dabei aus einer sehr persönlichen Erfahrung entstanden. Sie kennt das Gefühl des immer wiederkehrenden Erschöpftseins. „Der Körper weiß es längst, man selbst erkennt es zuletzt“, so die junge Frau.
Irgendwann sagte jemand zu Chantal Akgün einen Satz, der alles veränderte: „Chantal, du bist gestresst.“ Sie hatte in den Monaten davor viel ausprobiert. Weniger arbeiten. Mehr Sport, Nahrungsergänzungsmittel und regelmäßige Auszeiten. Und trotzdem: Immer wieder landete sie an derselben Stelle. Dieselbe Unzufriedenheit, dasselbe Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Was sie dabei übersehen hatte: Ihr Körper war dauerhaft angespannt. Nicht gelegentlich, nicht in bestimmten Situationen – sondern grundsätzlich. Und weil das so lange ihr Normalzustand gewesen war, hatte sie es schlicht nicht mehr bemerkt. Dieser Wendepunkt wurde zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit.
Stress fühlt sich oft einfach „normal“ an
Das ist eine der Erfahrungen, die die psychologische Beraterin immer wieder macht: Viele Menschen, die zu ihr kommen, verbinden ihre Beschwerden gar nicht mit Stress. Sie schlafen schlecht – wachen nachts zweimal auf, ohne zu wissen warum. Sie sind tagsüber müde, obwohl sie eigentlich ausreichend schlafen. Sie fühlen sich aufgebläht, können abends nicht abschalten, reagieren schneller gereizt als früher. Und sie haben das Gefühl, nie wirklich fertig zu werden – egal, wie viel sie erledigen.
Keines dieser Zeichen schreit laut „ich bin gestresst“. Und genau das macht sie so tückisch. Der Körper hat sich angepasst, der Ausnahmezustand ist zum Dauerzustand geworden. Wer herausfinden möchte, wie es um das eigene Stresslevel steht, kann das auf dem Instagram-Kanal chantal_akguen tun: Dort gibt es einen kurzen, kostenlosen Test – anonym, ohne Anmeldung, in wenigen Minuten. Wer möchte, findet dort außerdem regelmäßig Übungen und Impulse für den Alltag.
Die Stress-Reset-Methode: Nicht weniger Stress, sondern andere Grundlagen
Die psychologische Beraterin nennt ihre Arbeitsweise die Stress-Reset-Methode. Sie verbindet drei Schritte: Stressmuster verstehen, den Körper regulieren und sich neu ausrichten.
Der erste Schritt klingt einfacher, als er ist. Denn bevor irgendetwas verändert werden kann, muss man erst einmal erkennen, was überhaupt passiert – welche Situationen den Körper aktivieren, welche Gedankenmuster dabei eine Rolle spielen, wie sich Anspannung ganz individuell zeigt. Dabei schaut die Beraterin nicht nur auf einen Lebensbereich: Stress bei der Arbeit zeigt sich häufig in den Beziehungen, in der Freizeit oder am Körper – und umgekehrt. Deshalb nimmt die Methode alle Lebensbereiche in den Blick.
Der zweite Schritt setzt direkt am Körper an. Mit somatischen Übungen und Atemtechniken lernt das Nervensystem, aus dem Daueralarm herauszufinden. Nicht weil alles „nur körperlich“ wäre, sondern weil ein dauerhaft angespanntes Nervensystem gar nicht in der Lage ist, wirklich zur Ruhe zu kommen – egal wie viele Strategien man im Kopf hat.
Der dritte Schritt ist der, der nachhaltige Wirkung erzeugt: die Ausrichtung an den eigenen Werten. Viele Menschen treffen unter Leistungsdruck Entscheidungen, die sich im Nachhinein falsch anfühlen – nicht weil die Leute falsch gedacht haben, sondern weil die Entscheidungen nicht zu dem passen, was ihnen wirklich wichtig ist. In der Wertearbeit geht es daher nicht darum, herauszufinden, was man wichtig finden sollte – sondern was tatsächlich zählt. Daraus entsteht ein innerer Kompass, der auch dann trägt, wenn es im Alltag wieder hektisch wird.
„Stress ist selten nur ‚zu viel zu tun‘. Meistens steckt ein Muster dahinter: wie man auf Druck reagiert,was man sich selbst abverlangt und wo man sich immer wieder übergeht. Der Körper gewöhnt sich daran, im Alarmmodus zu laufen. Solange diese Muster bleiben, bringt jede Pause nur eine kurze Erleichterung. Der Druck kommt zurück, weil sich an der Ursache nichts verändert hat.“ Chantal Akgün begleitet ihre Klienten und Klientinnen sowohl persönlich in ihren Räumen in der Kemptener Straße 29 in Füssen als auch online per Videocall.
INFO
Ab Mittwoch, 10. Februar 2027, bietet die Coach erstmals einen Gruppenkurs an: „Endlich zur Ruhe kommen – der Stress-Reset-Kurs“. Acht Wochen lang, jeweils mittwochs um 18.30 Uhr, in der Kemptener Straße 29 in Füssen. Der Kurs ist auf 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrenzt.
Im Mittelpunkt stehen Übungen, die direkt am Körper ansetzen – praktisch, alltagstauglich und darauf ausgerichtet, das Nervensystem tatsächlich zu regulieren.
Alle Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf chantal-beratung.com. Aktuelle Hinweise zum Kurs und zu freien Plätzen teilt die Füssenerin auch auf Instagram und Facebook.
Text: rie · Foto: Chantal Akgün



