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Vitalpilze: Unsere Abwehrkräfte stärken und vieles mehr

Vor etwa 2 Jahren habe ich Ihnen schon einmal von den sogenannten Vitalpilzen berichtet, damals waren es unser allseits beliebter Champignon und der asiatische Shiitake. Aber es gibt noch wesentlich mehr Pilze, die jetzt nicht nur wie der Steinpilz oder Pfifferling hauptsächlich zum Genuss verspeist, sondern zu speziellen Heilzwecken eingesetzt werden.

Da sind zum Teil schon wahre Exoten dabei, die aber in ihren Ursprungsländern seit Jahrhunderten erfolgreich eingesetzt wurden und auch heute noch beliebt sind. Was ich an diesen Pilzen ganz besonders toll finde, ist, dass man sie mit allen schulmedizinischen oder auch natürlichen Medikamenten wunderbar kombinieren kann und sie praktisch keine Nebenwirkungen haben.

Klar, in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei kleinen Kindern wäre ich auch vorsichtig, da ist die Dosierung leider vielleicht doch zu schwierig. Meine Erfahrung war nämlich folgende: Ich bin ja immer ein Mensch, der nach dem Motto „viel hilft viel“ an die Sachen heran geht und das war dann wirklich zu viel des Guten.

Ich habe gleich mit der empfohlenen Höchstdosis begonnen und so hat es mich, mal so salopp gesagt, darmmäßig etwas „durchgenudelt“. War nicht weiter schlimm, ich habe es eher als Entgiftungsreaktion empfunden, zeigt es doch, wie wirksam die Heilpilze sein können. Deshalb immer langsam „einschleichen“, um den Körper daran zu gewöhnen.

Aber nun genug der Vorrede, nun will ich Ihnen gerne zwei Vitalpilze vorstellen, die ganz viel für unser Immunsystem und auch anderes tun können.

Coriolus versicolor – Schmetterlingstramete
Woher kommt denn dieser Name? Durch ihr auffallend schönes Erscheinungsbild: Der fächerförmige bzw. rosettenartige Fruchtkörper schillert in ganz vielen Farben und kann uns durchaus an Schmetterlingsflügel erinnern. Dieser Pilz ist auch in Deutschland heimisch, aber bei unseren klassischen Pilzsammlern nicht beliebt, da er, auf totem Holz wachsend, nicht genießbar ist, höchstens nutzbar zur Dekoration.

In Asien ist das allerdings ganz anders. Hier nennt man ihn „Wolkenpilz“ und er gilt als einer der vielversprechenden Heilpilze. In der Volksheilkunde Chinas wird er bereits seit Jahrhunderten als Mittel gegen infektiös bedingte Erkrankungen durch Viren oder Bakterien geschätzt. Aber auch bei entzündlichen Prozessen, Hauterkrankungen und Leberleiden findet er seine praktische Anwendung.

Aber besonders bekannt hat sich der Pilz tatsächlich durch seine immunstärkende Wirkung gemacht, die sowohl für gesunde, als auch bereits wie auch immer erkrankte Personen von Interesse sein kann. Bereits in den 1970er Jahren hatte man schon Inhaltsstoffe aus dem Trametenpilz isoliert, die in die Gruppe der Polysaccharide gehören, also zu den Kohlenhydrat-Molekülen.

Aber sicherlich sind hier noch ganz andere Wirkstoffe enthalten, die bestimmt außerdem sehr nützlich sein können. Was aber jetzt schon mal ganz sicher ist: Von der abwehrstärkenden Wirkung der Schmetterlingstramete können wir alle profitieren, egal, ob wir noch gesund sind oder aber bereits gesundheitlich angegriffen.

So wurde z.B. ein wichtiger Anstieg der entscheidenden Immunzellen wie den Lymphozyten oder Leukozyten beobachtet. Dadurch kann dieser Medizinalpilz sehr vielen, die häufig infektgefährdet sind, wie etwa Extremsportler, eine super Unterstützung der Abwehrkräfte bieten.

Darüber hinaus: In Asien wird der „Wolkenpilz“ sogar begleitend zu Krebs-Therapien aller Art eingesetzt, denn dort haben klinische Untersuchungen gezeigt, dass sowohl Chemo- als auch Strahlentherapie besser vertragen werden, ohne die Wirkung zu stören.

Laut der TCM (traditionellen chinesischen Medizin) scheint der dort „Yun Zhi“ genannte Pilz auch einen sehr guten Einfluss auf die Leber zu haben. Er kann wohl offenbar die Leberfunktion unterstützen und zur Regeneration geschädigter Leberzellen beitragen. Daher kann er auch begleitend bei Müdigkeit, Schlappheit und Antriebslosigkeit empfohlen werden, denn in der TCM wird die Müdigkeit als „Schmerz der Leber“ interpretiert.

Ein weiterer, sehr interessanter Pilz ist der Reishi (Ganoderma lucidum – Glänzender Lackporling). Seinen Namen hat er nach seinem besonders auffälligen Glanz seiner Fruchtkörper. In China wird dieser Vitalpilz , der bereits auf eine 4000-jährige Tradition zurückblicken kann, als „Ling Zhi“ oder „Ling Chih“ bezeichnet, was man etwa als „Pilz der Unsterblichkeit“ oder als „Göttliches Heilkraut“ übersetzen kann.

In Chinas berühmtesten Buch der Naturheilmittel und Kräuter aus dem 16. Jahrhundert steht geschrieben: „Verzehrt man Ling Zhi über eine längere Periode, erhöht sich die Intelligenz und verschwindet die Vergesslichkeit. Die Flinkheit des Körpers wird nicht enden und die Jahre verlängern sich zu solchen von unsterblichen Feen.“ Das klingt doch wirklich toll, oder?

In der TCM besitzt dieser Heilpilz, der übrigens sogar bei uns in Deutschland in Laubwäldern oder an Wegrändern zu finden ist, einen besonders hohen Stellenwert. Er gilt als Talisman, der vor bösen Geistern schützen soll, und ebenfalls als Jungbrunnen, für dessen Auffindung der berühmte chinesische Kaiser Huang Ti, der sog. „Gelbe Kaiser“ schon vor Tausenden von Jahren eine ganze Flotte mit etwa 3000 Mann Besatzung gehabt haben soll. Er wollte wohl auch ewig leben.

Tatsächlich kann der „Reishi“, wie der Pilz in Japan genannt wird, durchaus echte Antiaging-Wirkungen aufweisen. So fördert er z.B. die Durchblutung, erhöht die Leistungsfähigkeit, wirkt entgiftend und verbessert die Abwehrkraft (für dieses Thema extra wichtig!). Er stärkt das Qi, das übertragen in etwa Lebensenergie oder Lebenskraft bedeutet und stärkt so das Herz, Leber, Lunge und Milz.

Traditionell wurde dort dieser Vitalpilz auch bei Erkrankungen des Verdauungsapparates, etwa bei Magen- und Darmproblemen, Leber- und Nierenerkrankungen, Lungenerkrankungen wie Asthma, Bluthochdruck und Schlafstörungen angewendet. Außerdem dient er zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit. Na, wer von uns kann das wohl nicht brauchen!

Der Reishi zählt wirklich zu den sehr gut untersuchten Heilpilzen, die nicht nur in der Volksmedizin Verwendung finden, sondern in einer Reihe von klinischen Studien ihre vorbeugende Wirkung bewiesen haben. Ganz besonders wurde ihre hilfreiche Wirkung bei der Höhenkrankheit dokumentiert.

Die Bergsteiger und Soldaten, die den Lackporling ihren Wanderungen im Himalaya anwendeten, litten wesentlich seltener an den typischen Symptomen in sehr großer Höhe, wie beispielsweise Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen und Atembeschwerden. Hierzu und auch zum positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System und den Fettstoffwechsel liegen einige positive Untersuchungen vor. So hat das „göttliche Heilkraut“ eine Verbesserung der Herzmuskelfunktion und eine Senkung des erhöhten Blutdrucks gezeigt.

Auch bei Personen, die an einer koronaren Herzkrankheit litten, wirkte sich der Pilz durchaus hilfreich aus und hatte eine Verbesserung der Brustschmerzen und der Kurzatmigkeit sowie eine Normalisierung des ärztlichen Elektrokardiogramms zur Folge.

Ebenso wurde in wissenschaftlichen Ergebnissen ein Rückgang des sog. „schlechten“ LDL-Cholesterins festgestellt. Wie auch beim Coriolus ist ebenfalls eine heilsame Wirkung bei Lebererkrankungen bemerkbar.

Zusätzlich kann er bei Lungenerkrankungen und sogar Asthma oder Allergien unterstützend wirken. Auch bei viral bedingten Nervenerkrankungen, wie gerade der Gürtelrose, die ja bekanntlich sehr schmerzhaft sein kann, ist ein durchaus bessernder Einfluss auf das Krankheitsbild zu sehen. Mehr als 150 verschiedene sog. Triterpene sind für die erstaunlichen Wirkungen, auch, wie man sagt, unterstützend bei Tumorerkrankungen verantwortlich. Also dieser Pilz ist ein echter „Allrounder“!

Wenn Sie sich entscheiden sollten, so ein Pilzprodukt einzunehmen, dann bitte am besten ein in Deutschland angebautes Qualitätsprodukt in Pulverform, das den ganzen Pilz incl. der unterirdischen Bestandteile, bei Reishi sogar die Sporen, enthält, so sind Sie immer auf der sicheren Seite. Also, wenn ich denke, wie schnell ich damit meine Bronchitis losgeworden bin, ich konnte es kaum glauben!

Nächstes Mal stelle ich Ihnen noch ganz „seltsame“ Exemplare vor,

Ihre Apothekerin
Simone Wagner

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