BrauchtumLeben

Singen für den guten Zweck

Das Dreikönigssingen findet traditionell im Zeitraum um den 6. Januar, dem Dreikönigstag, statt. Zahlreiche Kinder werden sich auch in diesem Jahr wieder als Sternsinger verkleiden, Lieder singen, den Segen „20*C+M+B+24“ (Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus) an die Türen schreiben und um Spenden für Hilfsprojekte bitten.

In der Bibel heißt es, „Sterndeuter aus dem Osten“, die der Stern von Bethlehem zur Krippe geführt hat, seien nach Betlehem gekommen. Sie brachten dem neu geborenen Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe – Geschenke für ein Königskind. Ab dem Mittelalter entwickelte sich der Brauch des Sternsingens: Männer kleideten sich wie Könige, zogen einem Stern folgend von Haus zu Haus und verkündeten singend die Geburt Christi.

Die Neujahrstradition überlebte die Jahrhunderte und wurde 1959 mit neuer Bedeutung versehen. Damals nahmen Sternsinger in 100 Pfarrgemeinden an der Aktion teil. Seit 1961 beteiligt sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) an der Aktion, die seitdem vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ e.V. und vom BDKJ gemeinsam getragen wird.

Die Aktion hat sich in den vergangenen 50 Jahren zu einer der weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. 2015 wurde das Sternsingen sogar in die Liste des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen.

Unter dem Motto „Gemeinsam für unsere Erde in Amazonien und weltweit“ werden heuer die Kinder im Amazonas-Regenwald in den Mittelpunkt gestellt, deren Lebensraum sehr stark durch Abholzung bedroht ist. Insgesamt stehen die Bewahrung der Schöpfung und der respektvolle Umgang mit Mensch und Natur im Fokus des Dreikönigssingens 2024.

Jedes Jahr steht ein spezifisches Thema und Beispielprojekte aus einer Region im Mittelpunkt der Aktion, während die gesammelten Spenden unabhängig davon in Hilfsprojekte für Kinder in rund hundert Ländern weltweit fließen.

Für die Stadt Füssen gilt: Wer sicher besucht werden will, muss sich unter www.katholisch-fuessen.de/sternsinger anmelden. Eine Herangehensweise, für die sich auch die Verantwortlichen in Schwangau entschieden haben.

„In Absprache mit Pfarrer Guggemos und dem Pfarrgemeinderat wird die Sternsingeraktion 2024 in Schwangau einen neuen Weg gehen“, erklärt Margit Hornstein, Pfarrsekretärin der Pfarrei St. Maria und Florian in Schwangau-Waltenhofen. Der Anmeldezeitraum endete allerdings bereits am 10. Dezember.

„Die Kinder und Jugendlichen haben nicht mehr so viel Begeisterung“, bedauert Claudia Klopfer, die das Sternsingen in Schwangau bereits seit einigen Jahren koordiniert und begleitet. Auch mangele es zunehmend an Begleitpersonen. „Immerhin hat es den Vorteil, dass die Kinder nicht abgewiesen werden“, so Klopfer. Für das kommende Jahr hofft sie dennoch, dass sich wieder mehr Kinder und Jugendliche zum Dreikönigssingen anmelden. Alle können mitmachen: „Die Aktion ist konfessionsübergreifend. Schließlich geht es um den guten Zweck.“

Sternsinger-Termine für 2024:

  • Füssen-Stadt: 3., 4. oder/und 5. Januar, vormittags oder nachmittags, mit Anmeldung
  • Hopfen am See: 2., 3. und 4. Januar, vor- oder nachmittags
  • Weißensee: 5. Januar, vormittags oder nachmittags
  • Nesselwang: 5. und 6. Januar
  • Pfronten: 6. Januar, ab ca. 10 Uhr
  • Schwangau / Waltenhofen: 6. Januar, nur mit Anmeldung
  • Lechbruck: 4. und 5. Januar
  • Roßhaupten: 6. Januar, ab ca. 10 Uhr
  • Steingaden: 6. Januar, ca. 10.40 Uhr bis ca. 17.30 Uhr
  • Hopferau und Zell: 6. Januar
  • Maria Hilf: 7. Januar
  • Rückholz: Freitag, 5. Januar, ab 10 Uhr in den Weilern und Samstag, 6. Januar, ab 11.30 Uhr im Ort
  • Lengenwang: 6. und 7. Januar
  • Seeg: 5. und 6. Januar
  • Halblech: Trauchgau, 5. Januar, Buching, 4. bis 6. Januar

Text: Selma Hegenbarth · Foto: Benne Ochs / Kindermissionswerk

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