KulturLeben

Die Lechtaler Herrgottschnitzer

Lechtaler THEATERSOMMER 2024

PREMIERE: 6. JULI 2024

Seit Mitte der 1920er Jahre ist Benno Bischof Leiter der Schnitzschule in Elbigenalp. Sein Sohn Pepi, wie der Vater akademischer Bildhauer, hätte dessen Nachfolge antreten sollen, fällt aber im Zweiten Weltkrieg. Dieser Verlust trifft ihn sehr. Pepis bester Freund Albert kehrt hingegen von der Front zurück und lebt seither einsam auf einer Berghütte, wo er versucht, seine Kriegserlebnisse beim Schnitzen zu verarbeiten.

Heute, im Jahre 1949, ist die Geliebte seines gefallenen Freundes die Einzige, die ihn noch immer besucht – nicht zuletzt um zu erfahren, was damals passiert ist. Albert ist jedoch auch nach all den Jahren noch nicht in der Lage, mit ihr über die Geschehnisse zu sprechen.

Als Albert aber den unehelichen Sohn der beiden kennenlernt und sich mit ihm anfreundet, beginnt er, sich nach und nach zu öffnen. Durch den Jungen findet eine seiner Herrgottschnitzereien den Weg ins Tal bis zu Benno Bischof. Dieser erkennt in dem kunstvollen Kruzifix die Arbeit seines gefallenen Sohnes. Die Geister der Vergangenheit scheinen ihn eingeholt zu haben.

Benno Bischof
Benno Bischof war ein akademischer Bildhauer, der seine Ausbildung an der Kunstakademie in München absolvierte und in den anschließenden Wanderjahren als Bildhauer bis nach Berlin kam. Für kurze Zeit übernahm er mit seiner Frau, einer Wirtshaus- und Brauereitochter aus Holzgau, den elterlichen Betrieb.

Nach einem kurzen Abstecher in die Welt des Bierbrauens wurde ihm 1926 die Stelle als Direktor der neu gegründeten Schnitzschule in Elbigenalp angeboten. Kurzerhand verpachtete die Familie den Holzgauer Betrieb und zog nach Elbigenalp. In dieser vormaligen Stuckateurschule hatte er bereits 1911 eine Fachlehre absolviert, die jedoch durch den Militärdienst im Ersten Weltkrieg unterbrochen worden war. Bis 1949, das Jahr in dem das Stück spielt, war er an der Schnitzschule tätig.

DIE AUTOREN

Christof Kammerlander und Bernhard Wolf
Der Musiker und Autor Christof Kammerlander komponiert bereits seit 2006 die Bühnenmusik, der Schauspieler und Autor Bernhard Wolf ist seit 2011 künstlerischer Leiter der Geierwally Freilichtbühne. Das Autorenteam ist immer wieder beeindruckt, wie viele faszinierende Persönlichkeiten im Lechtal zu Hause waren – und natürlich auch immer noch sind.

Ihre Stücke „Todtentanz“, „Lechufer – Anno 1800“ und „Die Reiche Lisabeth“ handeln von diesen Menschen und holen sie so wieder in das Bewusstsein des Publikums und somit ins Lechtal zurück. In der Spiel-Saison 2024 erzählen sie die Geschichte von Benno Bischof, dem Gründer der Schnitzschule Elbigenalp. Die Bildhauerei und Schnitzerei ist ein wichtiger Bestandteil der „Duarfer“ Identität geworden, die Autoren beschäftigen sich mit der Geschichte, der Kunst und den Auswirkungen auf das Dorf Elbigenalp in der Nachkriegszeit.

THEATERMENSCH UND REGISSEUR

Markus Oberrauch
Markus Oberrauch wurde 1977 in Bozen (Südtirol) geboren und ist am Ritten aufgewachsen. Seit 1994 hat er bei 20 Produktionen im Rahmen der Rittner Sommerspiele mitgewirkt. Mit 27 Jahren und nach 13 Jahren als Tischler zog es ihn nach Innsbruck, um dort die Schauspielschule zu besuchen. Nach erfolgreichem Abschluss folgten Arbeiten am Tiroler Landestheater, bei den Vereinigten Bühnen Bozen, bei den Tiroler Volksschauspielen, im Kellertheater Innsbruck, im Theater Kempten, im Stadttheater Ingolstadt, uvm. Er wirkte auch u.a. in den Filmen „Bergblut“, „3 Zimmer. Küche. Tod.“, „Der stille Berg “, „Ein wilder Sommer“, „Manaslu – Berg der Seelen“, „Dirnenlied“ und „Elfi“ mit.

Seit 2008 ist er Teil des Feinripp-Ensembles, wo er mit Bernhard Wolf und Thomas Gassner bis heute fünf Stücke geschrieben und auch erfolgreich zur Aufführung gebracht hat.

Bereits 2022 inszenierte er „Die Reiche Lisabeth“ auf der Geierwally Freilichtbühne. Für Markus Oberrauch ist es eine große Freude, mit dem Stück „Die Lechtaler Herrgottschnitzer“ wieder in Elbigenalp Regie zu führen.

Text: pm / Geierwallybühne

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