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40 Jahre UNESCO Welterbe Wieskirche

Die ursprüngliche Funktion der Wallfahrt ist erhalten geblieben

Was für die Schlösser König Ludwigs II. von Bayern, also Neuschwanstein, Linderhof, Schachen und Herrenchiemsee erst jüngst in Aussicht gerückt ist, darf die Wieskirche am 9. Dezember bereits mit dem 40-jährigen Jubiläum feiern.

Bereits so lange trägt die „Wallfahrtskirche zum gegeißelte Heiland“ den Titel Weltkulturerbe. Tatsächlich ist das verhältnismäßig kleine, 1754 fertiggestellte Rokoko-Bauwerk eine der ältesten Welterbestätten Deutschlands. Die vierte, um genauer zu sein. Die Wieskirche folgte auf monumentale Bauwerke wie den Aachener Dom, den Speyerer Dom und einem der bedeutendsten Residenzbauten des Spätbarock, der Würzburger Residenz und Hofgarten.

Aktuell gibt es in Deutschland 52 UNESCO-Weltkulturerbestätten. „Die außergewöhnlich gut erhaltene Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies in Bayern ist eine glänzende Schöpfung des bayerischen Rokoko und Zeugnis lebendiger religiöser Traditionen.“ So beschreibt die Deutsche UNESCO-Kommission das Gotteshaus in der Nähe von Steingaden.

Vor vier Jahrzehnten erhielt die Wieskirche den Titel von besonderer Bedeutung für die Weltgemeinschaft zu sein. „Das ist auf jeden Fall ein Grund zu feiern“, sagt Sabine Timmer. Sie arbeitet für den Landkreis in der Abteilung Denkmalschutz und ist darüber hinaus die sogenannte Site-Managerin der berühmten Kirche. Das bedeutet, dass sie Ansprechpartnerin sowie Organisatorin rund um das Welterbe ist und aktiv an dessen Schutz, Erhalt und der Vermittlung arbeitet.

Schützen aber müsse sie die Wieskirche nicht wirklich. Sicher kämen auch viele Besucher wegen des Titels, doch überrannt werde „die Wies“ nicht. Timmer spricht von „händelbaren Massen“ die keine negativen Auswirkungen auf das Bauwerk haben.

„Die ursprüngliche Funktion der Wallfahrt ist erhalten geblieben. Tatsächlich funktioniert die Wieskirche so autark wie sie es bereits vor 250 Jahren getan hat.“ Einzig der geplante Bau von Windrädern hatte einst „sensible Abstimmungen“ bedurft. Wären diese in einer bestimmten Sichtachse errichtet worden, so Timmer, hätte das UNESCO-Komitee den Titel wieder aberkannt.

Zwar ist im Dezember der eigentliche Jubiläumstag, doch organisatorische Gründe führten dazu, dass bereits im Juni eine Feier stattfand. „So war es mit anderen Veranstaltungen kombinierbar. Es war ein tolles Fest und dem Anlass würdig“, erklärt die Site-Managerin. Am Tag der Einschreibung, dem 9. Dezember findet in der Wallfahrtskirche jedoch ein Adventskonzert statt.

Programm

Samstag, 9. Dezember 2023:
Tag der Erkürung zum UNESCO – Welterbe 1983
16 Uhr: festliche Adventsmusik zum 40-jährigen Jubiläum des UNESCO – Welterbes Wieskirche.
Ausführende: Gesangs- und Instrumentalgruppen der Region – Chor „Musik im Pfaffenwinkel“ – musikalische Gesamtleitung Christian Fröhlich

Sonntag, 10. Dezember 2023: Ausklang des Festjahres
16 Uhr: festliche Adventsmusik.
Ausführende: Gesangs- und Instrumentalgruppen der Region – Chor „Musik im Pfaffenwinkel“ – musikalische Gesamtleitung Christian Fröhlich
Konzertkarten sind über GAP-Ticket erhältlich: www.gap-ticket.de; Tel. 08821/7301995.

Text: Selma Hegenbarth · Foto: Wikipedia

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