LokalesPolitik

Starke Wirtschaft und intakte Natur

Mit der Eröffnung ihres neuen Wahlkampfbüros in der Georg- Fischer-Str. 20 in Marktoberdorf nimmt Susen Knabner, Rechtsanwältin und Landtagskandidatin der Freien Wähler, einen weiteren Schritt in Richtung einer offenen und bürgerzentrierten Politik.

Sie betont: „Ich möchte, dass Marktoberdorf als Kreisstadt ein Bürgerbüro hat, wo man seine Anliegen für den Landtag anbringen kann. Ich möchte damit den offenen Dialog mit den Bürgern vereinfachen und ihnen auch ohne konkretes Problem anbieten, vorbeizuschauen und miteinander zu reden. Wir machen bodenständige Politik für die Leute in der Region.“ Frauen, Natur und insbesondere die Wirtschaft liegen ihr am Herzen.

Frau Knabner, Sie sagten in einem Interview, dass es für Sie wichtig ist, den eigenen Standpunkt zu vertreten. Sie halten nicht sehr viel von der Genderterminierung. Warum? Richtet sich das nicht gegen die Frauen?
Nein, ganz im Gegenteil. Frauen sind 50% der Gesellschaft und mindestens gleich qualifiziert, egal in welchen Berufen. Wenn wir dieses Selbstverständnis als Frauen verinnerlichen, haben wir viel mehr, als was eine Quote je erreichen könnte – die Änderung der gesellschaftlichen Meinung. Hören Sie mal das Lied von Ina Müller „Gleichberechtigung“ von 2011. Das trifft des Pudels Kern. Und wir haben zudem andere Themen, die es seitens der Politik für Frauen zu lösen gibt. Flexiblere Arbeitszeiten- auch Splittung über den Tag, noch bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten als Angebot, nicht moralische Pflicht, Vereinfachung und Verbesserung der Angebote für pflegende Angehörige usw. Frauen sind nämlich Spitzenreiter im Zurückstecken für Kinder und Familie. Das dient der Gesellschaft und muss honoriert werden.

Sie kommen aus der ehemaligen DDR, wo es Eigentum kaum oder gar nicht gab, zumindest nichts, so wie wir es jetzt kennen. Sie sind eine Verfechterin, das erarbeitete Eigentum zu schützen. Wie meinen Sie das genau?
Leistung muss sich lohnen. Wer durch seine Arbeitsleistung und häufig auch Entbehrungen etwas geschaffen hat, muss es behalten dürfen. Da hat der Staat nichts dran zu rütteln. Es wird der Erwerb zum Beispiel mit Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Kapitalertragsteuer und Grunderwerbsteuer doch schon belastet. Damit hat die Gemeinschaft Teilhabe an der jeweiligen Leistungsfähigkeit, bedeutet: wer viel Einkommen hat oder viel einkauft, ob tägliche Dinge, Luxusgüter oder Immobilien, zahlt jetzt schon mehr Steuern. Das ist das Leistungsprinzip im Steuerrecht und auch völlig in Ordnung. Das reicht aber auch, sonst ist kein Anreiz mehr da, etwas zu schaffen, sich auch mal krumm zu machen für ein Ziel. Gerade das ist aber unser Erfolgsgeheimnis der letzten Generationen: mehr machen als unbedingt sein muss.

Die Wirtschaft zu fördern und gleichzeitig intakte Kultur- und Naturlandschaften und damit auch die Vermittlung gesunder Umwelt- und Lebensverhältnisse zu fördern oder zu erhalten, haben heute eine größere Bedeutung, als noch vor zwei oder drei Jahrzehnten. Wie wollen Sie diesen Spagat zwischen Ökonomie und Ökologie halten?
Vor allem rational und mit Herz zu unserer Heimat. Das Allgäu soll kein Museum für die Touristen sein. Es ist Heimat für uns alle und soll für unsere Bürger zuallererst lebenswertes Zuhause sein: mit ordentlicher Infrastruktur, starken Unternehmen, gesunder Umwelt und hohem Freizeitwert. Das widerspricht sich auch nicht. Die Politik muss den Rahmen schaffen – Unternehmen und die Bürger wollen ja schon aus Eigennutz eine gesunde Natur. Das muss erfolgen durch besseren ÖPNV – wirklich umgesetzt und nicht nur viel beredet, Anreize zum Umweltschutz durch Steuer- oder Wettbewerbsvorteile und erhebliches Reduzieren von Bürokratie. Wer den ganzen Tag verwaltet – egal ob digital oder auf Papier, hat weder Zeit noch Geld und Muße, Strukturen zu überdenken und zu ändern. Da verschwenden wir unser Potential im Lande der Dichter und Denker. Mit neuen Technologien können wir für die Umwelt viel erreichen, ohne zum Entwicklungsland zu werden. Man sieht das ja an den erneuerbaren Energien.

Welches Potenzial sehen Sie im Ostallgäu, das gefördert werden sollte?
Ganz klar die Behebung des Fachkräftemangels als eines der Probleme unserer Zeit. Dafür brauchen wir bezahlbaren Wohnraum und noch mehr konzentrierte Kommunikation, wie toll und lebenswert unser Ostallgäu ist. Mit echtem Fachkräftezuzug stärken wir nicht nur die Unternehmen, sondern unsere Kommunen mit Steuereinnahmen, die Kaufkraft in den Städten und die Rentabilität für Freizeitangebote.

V.i:S.d.P. Susen Knabner

Verwandte Artikel

Das könnte Dich auch interessieren
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
Nacht der Musik 2024