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Nichts als Holz

Wer gesund und nachhaltig wohnen möchte und eine heimelige Atmosphäre zu schätzen weiß, der baut mit Holz. Allerdings kann man noch einen Schritt weitergehen und sein Haus wirklich nur aus diesem Baustoff errichten – ganz ohne Leim, Chemie und Metall. So hat es beispielsweise Stefan Klein getan und lebt nun im Einklang mit der Natur.

Vom Einsiedler zum international gefragten Unternehmer – die Geschichte von Erwin Thoma (55) liest sich wie ein Märchen. Als sehr junger Förster zieht er mit seiner Frau ins Karwendel, lebt jahrelang abgeschieden von der Außenwelt. Heute werden seine Häuser weltweit gebaut.

Die Rede ist von Holz100-, auch Thoma-Häuser genannt, die zu 100 Prozent aus Fichten-, Tannen- und Zirbenholz bestehen. Und eine schier tiefenentspannte, heilende Wirkung auf die Bewohner haben. „Ich hatte nie vor, Unternehmer zu werden“, sagt Erwin Thoma bis heute. Als seine Kinder schulreif werden, muss er das Forsthaus im Karwendel verlassen, umziehen in eine „zivilisiertere Gegend“, wie er selbst sagt.

Das neue Objekt ist ein damals modernes Haus im österreichischen St. Johann, Pongau, im Salzburger Land. Plötzlich werden seine zwei Buben krank. Sobald sie das neue Kinderzimmer betreten, bekommen sie keine Luft mehr. Nach diversen Arztbesuchen dann die Diagnose: Allergie gegen Spanplatten, gegen die Ausgasungen des darin klebenden Leims.

Was tun? Thoma schickt Frau und Kinder für einige Wochen hinauf auf eine Alm, entkernt mit seinem Großvater das Haus und ersetzt Böden, Schränke und Betten durch neue, selbstgeschreinerte Möbel aus reinem Vollholz. Als seine Liebsten im Herbst zurückkehren, sind die Beschwerden völlig weg.

Inzwischen baut Thoma nach diesem natürlichsten Prinzip alle möglichen Gebäudearten. Fasziniert von dieser Art des Holzhausbaus sind auch Thomas und Stefan Klein von der Firma Buchner aus Wildsteig. Sie gehören zu den europaweit ausgewählten Betrieben, die in enger Zusammenarbeit mit Erwin Thoma dessen Häuser planen und aufbauen.

189 Thoma-Häuser haben die beiden in Wildsteig und im Umkreis von 60, 70 Kilometer inzwischen aufgestellt. „Und die Kunden sind wirklich begeistert“, sagt Juniorchef Stefan Klein. Speziell Familien mit gesundheitlichen Problemen würden sich immer wieder bei ihnen melden, sich nach diesen Vollholzhäusern erkundigen.

Hintergrund dieser Heilkraft ist das ideale, emissionsfreie Raumklima von 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit, das Sommer wie Winter aufgrund hervorragender Dämmeigenschaften und Atmungsaktivität nahezu gleichbleibt.

Stefan Klein lebt selbst in so einem Thoma-Haus. Bereits beim Betreten des Flurs riecht es wie im tiefsten Wald, man fühlt sich direkt pudelwohl. Dass dies keine Einbildung ist, belegen diverse wissenschaftliche Tests, unter anderem vom Grazer Universitätsprofessor Dr. Maximilian Moser. Die Testpersonen wussten nicht, dass ihre Körperwerte gemessen wurden, weil ihnen zur Vermeidung von Placebo-Effekten ein schriftlicher Test mit ganz anderen Aufgaben vorgelegt wurde.

Zunächst in Räumlichkeiten aus Zirben-Vollholz, dann in Räumlichkeiten mit aus Spanplatten nachgeahmtem Vollholz. Die meisten Teilnehmer haben keinen optischen Unterschied bemerkt. Während die Teilnehmer also fokussiert auf ihre Aufgabe waren, wurde unter anderem ihre Herzfrequenz gemessen.

Das erstaunliche Ergebnis: Bereits Sekunden nach Betreten des Vollholzraumes sank die Herzfrequenz der „Versuchskaninchen“ messbar stärker als im Raum mit den beschichteten Platten. Hochgerechnet heißt das: Wer im Holz100-Haus schläft, spart sich pro Nacht rund 3000 bis 3500 Herzschläge – das erhöht nicht nur die Lebenserwartung eines Menschen. Diese durchs Naturholz ausgelöste Gelassenheit stärkt auch das Immunsystem und macht leistungsfähiger.

Oberstes Gebot bei Holz100-Gebäuden: Die Bäume zum richtigen Zeitpunkt fällen, nur dann brauchen sie keinerlei (chemische) Schutzmittel und strahlen diese erfüllende Kraft auf den menschlichen Körper aus. Das heißt konkret: Ernten zwischen Oktober und Januar bei abnehmendem Mond. Daher stammt das Wort Mondholz, für das Erwin Thoma vor diesen wissenschaftlichen Beweisen belächelt und als „verrückter Esoteriker“ abgestempelt wurde.

Heute schaut die Holzbau – Industrie ehrfürchtig zu ihm auf, weil seine Häuser nicht nur heilende Kräfte ausüben. Thoma Häuser sind auch in diversen anderen Eigenschaften Spitzenreiter: Sechsfacher Wert in Sachen Brandschutz (180 Minuten bei 1000 Grad, dann schmort nur die erste Wandschicht – gefordert sind lediglich 30 Minuten bei 1000 Grad), Weltrekord in Wärmedämmung (nahezu konstant angenehme Temperatur, Sommer wie Winter – Lüftungsanlagen sind nicht notwendig und der Energieverbrauch ist äußerst gering).

Die rund 30 Zentimeter dicken Vollholzwände sind absolut strahlenfest (Thoma baute fürs schwedische Militär abhörsichere Gebäude). Auf diese Werte ist Stefan Klein mächtig stolz, der Thoma-Wände mit dem klassischen Zwiebelprinzip, bekannt aus der Outdoor-Sport- Branche, vergleicht. „Viele dünne Holzschichten, die mit Dübeln aus Buchenholz zusammengedübelt werden“.

Eine zwischen 17 und 36 cm dicke Holz100-Wand besteht aus mehreren, drei Zentimeter dicken Brettern, die dank sanfter Einfräsungen genug Raum zum Atmen haben. Da der unter Hochdruck gepresste Buchenholzdübel Feuchtigkeit aufnimmt, quillt er auf und hält die einzelnen Bretter bombenfest zusammen. Nach diesem patentierten Prinzip werden also die natürlichsten Häuser gebaut.

Oder wie Erwin Thoma zusammenfasst: „Abfallfreie Häuser, die nachweisbar Menschen gesünder erhalten und gesünder leben lassen.“ Das sind Fakten, die alles andere als Märchen sind.

Johann Buchner GmbH
Morgenbach 29
82409 Wildsteig
Tel.: 08867/324
E-Mail: info@buchner-bau.de
Internet: www.buchner-bau.de

Text · Fotos: Johann Buchner GmbH

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