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Lokale Kultur braucht Freiräume

Auf dem Gelände der ehemaligen Füssener Hanfwerke fand zum zweiten Mal ein Kunst- und Kultur-Festival statt. Unter dem diesjährigen Namen „Lechrauschen“ wurde einerseits das kulturelle und gesellschaftliche Potenzial ehrenamtlicher Tätigkeit und andererseits die einmalige Atmosphäre dieses historischen Ortes deutlich. Ein niedrigschwelliger Zugang nach dem Motto „Kultur für alle“ sollte geschaffen werden, d.h. die Getränke- und Essenspreise waren erschwinglich und der Eintritt frei, um wirklich jedem Menschen einen Besuch zu ermöglichen.

Im Fokus standen lokale Musiker:innen, welche ihre Proberäume auf dem Gelände des Magnus-Park haben. Aber es war neben den Bands wie Lyca und Daniel Avens and the cascading waters, welche mittlerweile überregional bekannt sind, noch einiges mehr geboten: Allgäuer Filmemacher:innen konnten in einem eigenen Raum ihre Kurzfilme präsentieren, T-Shirts konnten bedruckt und gebatikt werden, das jüngere Publikum konnte sich an Speckstein oder mit Pinsel und Farbe kreativ austoben oder selber auf einer kleinen Bühne frei musizieren.

Für das kulinarische Wohl, von Kässpatzen über Pizza bis zu Calamari und ausgewählten Weinen, wurde zusammen mit lokalen Gastronom:innen gesorgt. Mit rund 30 Leuten im organisatorischen Kernteam und ca. 60 freiwilligen Helfer:innen wurde in gut sechs Wochen das Festival realisiert und konnte so über das Wochenende verteilt insgesamt 3.150 Besucher:innen glücklich machen.

Veranstalter des Festivals war die Kulturinitiative Füssen e.V., ein gemeinnütziger Verein, welcher ein aktives Mitgestalten von Gesellschaft und Kultur auf lokaler Ebene anstrebt und sich für den Erhalt der Hanfwerke als kulturelles Zentrum in Füssen einsetzt. Die Mitglieder des Vereins planen auch in Zukunft verschiedene Veranstaltungen kultureller Art und freuen sich über Interessent:innen und Mitgestalter:innen (www.kifuessen.de).

Die Kulisse des Industriedenkmals faszinierte dabei zu jeder Tageszeit und schien unendliche Möglichkeiten der kreativen Nutzung zu bieten. Insbesondere in den Abendstunden und fantasievoll beleuchtet, fusionierten der Gedanke an die vergangenen Tage der Fabrik und die potentielle Nutzung als alternative Kulturstätte der Stadt Füssen zu einem schöpferischen Hochgenuss.

Text: Michaela Engel, Elisabeth Voigt · Fotos: Sophia Biller

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