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Gute Akzeptanz

Hebammenzentrum in Füssen feiert ersten Geburtstag

„Ein Kind zur Welt zu bringen, das ist eine Grenzerfahrung. Es ist ein großer Schritt zu entscheiden, wer den Weg der Geburt begleiten soll. Wir sind sehr dankbar für das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird.“ Das sagt die Hebamme Eva Keller, Leiterin des Hebammenzentrums in der Klinik in Füssen.

Das Hebammenteam berät und unterstützt vor der Geburt, begleitet die werdende Mutter im Kreißsaal und steht ihr auch in den Wochen und Monaten danach zur Seite. Es bildet sozusagen das Herzstück des Hauses und arbeitet jeden Tag Hand in Hand mit den Ärzten und dem Pflegepersonal. Am 30. September feiert das Zentrum sein einjähriges Bestehen.

Zwei Räume im Klinikum Füssen – separat, also außerhalb des Kreißsaals – bilden die Basis des Hebammenzentrums. Dort finden die zahlreichen Angebote der Hebammen statt. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich hier viel getan. Mit zwei Kolleginnen übernahm Keller im Juli 2022 die Räume im Füssener Klinikum. „Da standen wir vor einem Kreißsaal, der, aufgrund von permanent hohem Arbeitsaufkommen aber wenig verfügbarem Personal, wenig sinnvoll organisiert und eher ungemütlich war.“

Daraufhin begann eine Transformation. Heute wird hier so einiges geboten. „Von der Schwangerenambulanz über die Wochenbettambulanz, die manuellen Therapien bis zur Akupunktursprechstunde.“ Auch die Geburtsvorbereitungskurse, wöchentlich und am Wochenende gemeinsam mit dem Partner, sowie Rückbildungskurse zählen zum Repertoire der Geburtshelferinnen. „Die Babymassage kann jeder lernen. Es ist eine wundervolle Möglichkeit, um Zuwendung und Aufmerksamkeit zu schenken. Wir haben wirklich viel an unserem Angebot gearbeitet“, sagt die Teamleiterin.

Grundlegend für die Arbeit der Hebammen war, dass durch die Kombination der verschiedenen Angebote die Mitarbeitenden davon ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Zwar sind sie ein Teil der Geburtshilfe-Abteilung, Hebammen arbeiten jedoch freiberuflich. Ziel ihrer Arbeit ist, werdenden Müttern ab positivem Schwangerschaftstest bei allen Fragen und Nöten zur Seite stehen zu können.

„Wir wünschen uns, dass wir viele Paare zufrieden stellen und ihnen ein in sich stimmiges Konzept anbieten können.“ Keller hat das Gefühl, dass das Zentrum richtig gut angenommen wird. Anfang des Jahres sah es allerdings noch nicht so aus. Von November bis Februar gingen die Geburten deutlich nach unten. Keller vermutet, der Ukraine-Krieg war ausschlaggebend dafür. „Im März ging es aber wieder los.“ Rekordverdächtig war ein Wochenende im Juli, als gleich zwölf Babies im Füssener Klinikum das Licht der Welt erblickten.

Im selben Monat haben die Hebammen des Zentrums ein ganz neues Angebot etabliert: Massage. Berührungen, die insbesondere nach der Geburt sehr heilsam sein können, weiß Keller, die selbst zweifache Mama ist. „Es ist uns sehr wichtig, die Frauen während der Schwangerschaft, aber auch nach der Geburt abzuholen.“ Die Hebammen besuchen die Frauen auch in der Wochenbett-Station zwei Mal am Tag.

Etwa 475 Geburten durften Keller und ihre Kolleginnen in ihrem ersten Jahr bereits begleiten. Das Team des Zentrums ist mit zwei neuen Gesichtern ab Oktober mit insgesamt elf Geburtshelferinnen komplett. „Wir freuen uns auf jede Frau, die zu uns kommt und uns ihr Vertrauen schenkt.“


Zur Anmeldung im Kreißsaal bei Geburtsbeginn, Wehentätigkeit, Blasensprung und allen geburtshilflichen Akutsituationen sowie Fragen an die Hebammen kann rund um die Uhr im Kreißsaal angerufen werden: Telefon: 08362 500 133.

Für Termine und Fragen:
Ambulanztelefon: 0178/8772924
Telefonzeiten: Mo – Fr: 9:00 – 12:00 Uhr

Text: Selma Hegenbarth

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