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Sie leben ihren Traum

Die neuen Wirte der Füssener Hütte in Tirol

Laut Verena Galloner ist ein gemeinsamer Traum in Erfüllung gegangen, als sie mit ihrem Partner Thomas Schneider zusammen die Füssener Hütte im Raintal übernommen hat. Die 50-jährige Reuttenerin hegte schon länger den Wunsch, „etwas Größeres“ zu führen. Was die Almwirtschaft betrifft, ist das Wirtspaar kein unbeschriebenes Blatt. Die beiden führten die Höfener Alm, die, am Hahnenkamm über Reutte gelegen, auch zahlreichen Gästen eine urige Einkehrmöglichkeit und ein paar Schlafplätze bietet. Die neue Wirkungsstätte von Schneider und Galloner bietet auf 1550 Metern mit ihren 50 Betten und bis zu sechs Lagerschlafplätzen fast fünfmal so viele Übernachtungsgelegenheiten.

Als sich die Chance ergab, übernahmen Galloner und der aus Lindau stammende, 51 Jahre alte Schneider das beliebte Ausflugsziel und eröffneten den Betrieb heuer am 18. Mai. Die Berghütte ist traumhaft gelegen, im idyllischen Raintal mitten in den Allgäuer Alpen und mit einer grandiosen Sicht auf die Nordwände der Tannheimer Bergkette. Zweitausender wie der Gimpel, die Rote Flüh, die Kellenspitze und die Gehrenspitze locken zu Wandertouren, zum Mountainbiken oder Klettern. Interessanterweise gehört die Füssener Hütte, obwohl auf Tiroler Boden stehend, zu der namensgebenden Lechstadt im Ostallgäu.

Verena Galloner und Thomas Schneider mit ihrem Hüttenhund.

Seitdem das neue Wirtspaar seine Gäste auf der Füssener Hütte begrüßt, gibt es ein ganz spezielles Angebot: Das „Hundezimmer“. Denn hier sind auch die treuen Begleiter der zweibeinigen Gäste willkommen. Wie die Reuttenerin sagt, erfreut sich das besondere Zimmer bereits reger Nachfrage. Mit einigen kleinen, aber feinen Änderungen präsentiert sich darüber hinaus das kulinarische Angebot. Als gelernte Köchin legt Galloner viel Wert auf regionale Schmankerl, „das Tirolerische“. Dementsprechend bieten sie und ihr Partner neben Speckknödeln, einer deftigen Brotzeit, Hirtenmakkaroni mit Tiroler Speck, hausgemachtem Kaiserschmarrn und Kuchen auch Schweinebraten vom Holzofen an, der mit Sauerkraut serviert wird.

Und während sie die Lebensmittel größtenteils aus dem Außerfern sowie dem Allgäu beziehen, spiegelt die Belegschaft auf der Hütte dagegen erheblich mehr Internationalität wider. Zu den rund zehn Mitarbeitern gehören ein Schwede, ein Nepalese ein Marokkaner und ein deutschstämmiger Brasilianer dazu.

„Jeder von uns kommt aus einem anderen Kontinent“, erzählt der 68-jährige Mikael, der aus Schweden kommt. 75 Bewerbungen hat er geschrieben, bis er endlich die Stelle auf der Füssener Hütte bekam. Mikael, der Ingenieur für Chemie ist, ist der Hüttenopi auf der Füssener Hütte und kümmert sich um die Pflanzen, den Hüttenhund und erledigt Besorgungen. Bis Oktober wird er bleiben, so wie der 29-jährige Karim aus Marokko, der sich mit einem Deutschkurs auf den Aufenthalt vorbereitet hat. „Er lernt jeden Tag ein neues Wort“, erzählt der 66-jährige Deutsch-Brasilianer Jürgen. Er ist Sozialpädagoge und Reiseleiter und lebt seit Jahrzehnten mit seiner brasilianischen Frau in Rio. Dass er sich mehr oder weniger mit Karim unterhalten kann, ist dem Smartphone-Übersetzer zu verdanken.

Karim, Mikael, Ang und Jürgen kommen aus verschiedenen Kontinenten. Auf der Hütte sind sie ein Team (Bild von vorne nach hinten).

„Das funktioniert ganz gut“, so Jürgen, der auch mit Ang Tenji Sherpa, dem 28-Jährigen Nepalesen, auf diese Art kommuniziert. Für den jungen Nepalesen ist die Höhe der Berge nichts Ungewöhnliches. „Ein bisschen fühle ich mich wie zu Hause“, steht auf dem Smartphone übersetzt. Ang Tenji Sherpa lächelt und gibt zu verstehen, dass er das Essen auf der Hütte mag. „Es schmeckt ganz anders, aber sehr gut“, sind sich die vier einig. „Verena kocht für Ang und Karim auch viel asiatisch. Ihre Mutter kommt aus Thailand“, weiß Jürgen der Deutsch-Brasilianer. Karim und Ang wollen nächstes Jahr wiederkommen, um Deutsch und die Kultur besser kennenzulernen.

Verena Galloner und Thomas Schneider, die selbst leidenschaftliche Wanderer und Bergsteiger sind, würden sich auch wieder mehr Reuttener zu Besuch auf der Füssener Hütte wünschen. Letztendlich soll dort aber allen Gästen die Gelegenheit geboten werden, den Alltag zu vergessen, die Natur zu genießen und die herrliche Bergkulisse auf sich wirken zu lassen.

Füssener Hütte
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag 9 – 21 Uhr (Küche 11 – 18 Uhr)
Sonntag: 9 – 17 Uhr (Küche 11 – 16 Uhr)
Montag Ruhetag
Tel.: +43/664/3472980
Tel.: +49/8388/3329867 (Mai – Oktober)

Text: FA · Foto: Hubert Riegger

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