Kurz berichtet

Pflege-Ausbildungsverbund Ostallgäu-Kaufbeuren gegründet

Gesundheitsminister Klaus Holetschek unterzeichnete kürzlich gemeinsam mit dem Landkreis Ostallgäu den Vertrag für den neu gegründeten Ausbildungsverbund Pflege Ostallgäu-Kaufbeuren. Dieser ist der erste seiner Art im Allgäu und bayernweit der erste, der eine Hochschule als Partner hat. Der Landkreis Ostallgäu war es, der dieses innovative Projekt ins Leben gerufen hat. „Von unserem neuen Ausbildungsverbund erhoffen wir uns einen weiteren kräftigen Schub für die Pflegeausbildung im Landkreis – qualitativ und quantitativ“, sagt Landrätin Maria Rita Zinnecker. „Wir kümmern uns damit schon heute um die Pflege von morgen.“

Der Ausbildungsverbund Pflege hat es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsame, hohe Ausbildungsstandards zu implementieren und eine Zusammenarbeit bei Praxiseinsätzen zu fördern. Durch die Kooperation sollen auch kleineren Einrichtungen die Möglichkeit gegeben werden, Ausbildungsplätze anzubieten. Zu den Gründungsmitgliedern des Ausbildungsverbundes zählen der Landkreis Ostallgäu mit seinen Senioren- und Pflegeheimen in Buchloe, Obergünzburg und Waal, die Klinken Ostallgäu-Kaufbeuren, die Pflegeschule Ostallgäu-Kaufbeuren, das Bayerische Rote Kreuz Kreisverband Ostallgäu, das Bildungszentrum Allgäu Kempten für Pflege, Gesundheit und Soziales der gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste (GGSD) sowie die Hochschule Kempten.

Ausbildungsverbund ein „Muss“

Für Holetschek sind die Ausbildungsverbünde in der Pflege ein „guter Weg, denn sie ermöglichen Austausch und Agieren auf Augenhöhe“. Sie könnten durch einheitliche Prozesse zu einer Qualitätssteigerung der Pflegeausbildung beitragen und den Verwaltungsaufwand für die einzelne Ausbildungsstätte reduzieren. Das schaffe größere Kapazitäten für die Ausbildung. Holetschek lobte die Anstrengungen im Ostallgäu als „vorbildlich“ und dankte allen die dabei sind: „Wir müssen das zusammen wuppen, denn die Lage in der Pflege ist prekär.“ Zinnecker hofft sehr, dass bald viele weitere Mitglieder in den Ausbildungsverbund eintreten und dadurch eine „starke Stimme der Pflege im Ostallgäu und in Kaufbeuren“ entstehe.

Nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags durch Landrat Holetschek und dem Projektteam der Pflegeausbildung des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben wurde sein Eintrag ins goldene Buch des Landkreises vollzogen. Zum Abschluss dankte Frau Zinnecker dem Beratungsteam für die Unterstützung bei der Gründung des Ausbildungsverbundes. Der Landkreis hat hierbei die Moderation und Koordination der gemeinsamen Entwicklung des Kooperationsvertrages übernommen.

Beim ersten Plenum des Netzwerks Pflege Ostallgäu unter der Leitung von Zinnecker im Januar 2020 kristallisierte sich als zentraler Punkt die Notwendigkeit eines Ausbildungsverbundes heraus. Dieser Bedarf resultierte aus dem Pflegeberufegesetz, das zu diesem Zeitpunkt gerade in Kraft getreten war und welches die Ausbildung der Pflegeberufe grundlegend reformiert hatte. Zinnecker betonte, dass diese neue Ausbildungsform die Träger der praktischen Ausbildung, die Pflegeschulen und alle an der Ausbildung Bezogenen auf besondere Weise fordern würden.

Ihr Appell lautete deshalb: „Kooperation statt Konkurrenz muss der Weg der neuen Pflegeausbildung in Richtung Zukunft sein, um gemeinsam mehr Fachkräfte für diesen abwechslungsreichen und verantwortungsvollen Beruf zu gewinnen“.

Informationen zum Ausbildungsverbund Pflege können beim Demenzbeauftragten des Landkreises, Gerhard Stadler, erhalten werden unter Telefon 08342 911-624 oder per E-Mail: gerhard.stadler@lra-oal.bayern.de.

Foto: Landkreis Ostallgäu

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