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Neue Perspektiven

Die Stahlsäulen und der Boden sind abgestrahlt. Die Fenster sind saniert und die sanitären Anlagen gerichtet. Hartmut Heinz hat behutsam renovieren lassen. Eine 15 Meter lange Theke soll in Kürze von einem Handwerksbetrieb aus Schwangau in dem 500 Quadratmeter großen Raum eingebaut werden. Hartmut Heinz, Direktor des Luitpoldpark-Hotels in Füssen, hat Retro-Lichtschalter und Fabriklampen gekauft – „wir wollen das Fabrikflair erhalten“, so der Geschäftsmann. Er hat vor einiger Zeit das komplette Gebäude in den ehemaligen Hanfwerken gemietet. Jetzt entsteht im dritten Stockwerk ein Dance Club mit Bühne und kompletter Technik. Vorläufig sollen hier ein Mal im Monat Veranstaltungen stattfinden. Im Frühjahr soll dann das Erdgeschoss für das „Genusswerk“ renoviert werden. „Wir möchten mit dem Genusswerk die Affinität zum Lech und Handwerk herstellen. Im Genusswerk wird es Brot, Kuchen, Geräuchertes, Gegrilltes und vieles mehr geben. Alles selbstgemacht. Unser Ziel ist es, jedem Gast etwas anbieten zu können“, skizziert Heinz. Füssen aktuell hat sich mit ihm zu einem Interview getroffen.

Sie eröffnen am 31. Dezember einen Dance-Club in einem der Hanfwerken-Gebäude, in dem früher schon Veranstaltungen stattfanden. Das Gebäude wurde für solche Events geschlossen, selbst ein nur dafür gegründeter Verein konnte sich da nicht halten.

Unser Konzept LECHHALLE GENUSSWERK ist ganz anderer „Natur“ und absolut nicht vergleichbar mit bisher stattgefundem. Die erste Säule unseres Konzeptes ist der „Dance Club“ der Lechhalle. Von entscheidender Bedeutung ist, dass wir in Einklang mit den Vorstellungen der Eigentümerin des Magnusparkes sind und sehr partnerschaftlich und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Im Dance Club finden unter anderem gepflegte Veranstaltungen statt – live – als auch Musikveranstaltungen mit DJs. Wir haben im Vorfeld, im Zuge der Prüfung der Machbarkeit, geprüft, ob das Vorhaben rechtlich realisierbar ist und auch politisch als auch kommunal Anklang findet.

Welche Vorgaben mussten Sie dafür erfüllen?

Das Thema Brandschutz war die größte Hürde, weil das Gebäude diesen Anforderungen, welche diese andere Art der Nutzung nach sich zieht, nicht erfüllte. Unser beauftragter Brandschutzsachverständiger zeigte auch im Vorfeld deutlich auf, was zu tun ist, das verschaffte in der Phase der Entwicklung Transparenz. Auch die Zusammenarbeit mit den Behörden verlief gut und aufschlussreich. Es waren keine baulichen Veränderungen notwendig, jedoch haben wir Wert darauf gelegt, die umliegenden Nachbarn in ihrer Ruhe nicht zu stören. Der Lärmschutz hat somit, neben den Brandschutzvorgaben, den allerhöchsten Stellenwert.

Ist der Name „Dance Club“ nicht ein anderes Wort für Diskothek?

Mit der Bezeichnung Dance Club möchten wir uns ganz bewusst abheben und distanzieren von dem gewöhnlichen Disco-Flair. Wir bieten letztendlich das, was sich viele wünschen, nämlich gepflegt auszugehen in niveauvollem Ambiente. Wir haben sehr viel in die Ausstattung und Renovierung investiert, ohne den Charme der Industrielocation zu verdecken. Für Teenager ist unser Club nicht das Richtige. Des Weiteren finden dort ja auch nicht nur Tanzveranstaltungen statt, sondern auch kulturelle Events. Die Zusammenarbeit mit der Stadt und Füssen Tourismus ist in diesem Bezug auch wesentlich.

Das heißt die Lechhalle soll ein Ort für Kulturveranstaltungen und Erlebnisgastronomie werden?

Durchaus. Hinter dem Konzept LECHHALLE GENUSSWERK verbirgt sich mehr als nur der Dance Club. Wir werden mit dem Koch und Backwerk im nächsten Jahr ergänzen und eine Erlebnisgastronomie aufstellen, bei welcher man die „ehrliche Produktion“ live erleben und genießen kann. Wir tragen vor allem den Wünschen von vielen Füssenern Rechnung, einen Ort zu finden, wo man gepflegt ausgehen kann und in Zukunft im Back- und Kochwerk Gerichte und Produkte genießen kann, die traditionell und unverfälscht zubereitet werden.

Können Sie sich hier Kooperationen mit anderen Veranstaltern vorstellen?

Ja natürlich, wenn‘s passt gerne.

Sehen Sie sich als Konkurrenz zum Festspielhaus?

Zum einem würde ich mich nicht in Konkurrenz mit dem Festspielhaus begeben, weil ich und mein Hotel sehr partnerschaftlich mit dem FSH zusammenarbeiten, auf der anderen Seite sind wir mit unserer Lechhalle mit dem FSH nicht vergleichbar. Das Festspielhaus ist ein Festspielhaus und kein Tanzclub. Derartige Veranstaltungen werden dort nicht angeboten. Füssen wird mit den neuen Betreiber und Konzept des FSH und der Lechhalle als anders konzipierte Location wesentlich bereichert. Denn nicht nur Urlauber, sondern auch Einheimische sollen von unseren Angeboten profitieren.

Haben Sie das Gebäude gepachtet oder gemietet?

Wir sind Mieter, da wir ein „rohes“, unrenoviertes Gebäude übernommen haben, welches der beabsichtigten Nutzung natürlich noch nicht entsprach.

 

Das Gespräch führte Sabina Riegger

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