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Wertachtalwerkstätten Füssen mit neuem Design

Besondere Produkte von besonderen Menschen

Eine eigene Wort- und Bildmarke haben Designer Stefan Reichle und Fotograf Simon Toplak für die Füssener Wertachtal-Werkstätte kreiert. Sie wollten damit ein Produkt zum ersten Mal professionell designen, wie Werkstattleiterin Dagmar Rothemund als Auftraggeberin bekräftig-
te. Mitte November soll das Design offiziell vorgestellt werden. Das Produkt, das damit vorgestellt werden soll, wird eine Bilder- und Postkartenleiste sein („Statt `unaufgeräumter´ Pin-Wand“). Sie kann an der Wand befestigt oder von der Decke abgehängt angebracht werden. Das Einzelstück von einem Meter lässt sich beliebig verlängern. „Das ist eine unglaubliche Präzision in der Herstellung durch die Menschen“, nennt Rothemund das Ziel, damit aus der reinen Bastelecke herauszutreten. „Es sind schöne, verwendbare, sinnstiftende Produkte.“  Sechs Stunden arbeitet einer der „Wertachtaler“ an diesem Qualitätsprodukt. Aus heimischen Hölzern fertigt er nicht nur mit Perfektion das Holzteil. Einer seiner Kollegen hat sich auf die Randbegrenzungen spezialisiert, die aus Messing, Kupfer oder Aluminium präzise und von Hand hergestellt werden.

Nach den Eigenschaften des Produktes gefragt, schießt es nur so aus Rothemund heraus: Nachhaltig, Wohnraumaccessoire, einfach, schön, schlicht, von hier, von den Menschen mit Behinderung herstellbar. Das ist ihr auch wichtig, denn die zurzeit ihr anvertrauten 30 Menschen sind überwiegend psychisch erkrankt. Demnächst soll ein Anbau mit weiteren 30 Plätzen entstehen, darunter für zwölf Schwerstbehinderte. Für die ersten dieser Personen sei es noch schwierig gewesen, für die `Menschen mit Behinderung´ wohnortnah einen Arbeitsplatz zu finden. „Mittlerweile zum Selbstläufer geworden“, stellt Rothemund erfreut und erleichtert fest. Damit sich das festigt, sind auch eine Facebook-Seite sowie ein Image-Film in Vorbereitung.

INFO:
Das neue Design und das neue Produkt wird offiziell vorgestellt am Mittwoch, 18. November 2015 (Buß- und Bettag) um 18 Uhr im Haus der Gebirgsjäger, Kemptener Straße 68.

Text· Bild: Josef Sontheim

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