Fit & WellLeben

Wenn Hilfe in der Pflege benötigt wird

Individuelle Lösungen

Füssen.     An die Tatsache, auf Pflege angewiesen zu sein, können sich viele Menschen nur schwer gewöhnen. Schließlich geht damit ein Stück Selbständigkeit verloren. Aber nicht nur für die Pflegebedürftigen selbst, sondern auch für die pflegenden Angehörigen entsteht so eine neue Situation, mit der man erst einmal zurecht kommen muss.  Natürlich steht meist zunächst der Vorsatz, die Pflege allein zu übernehmen. Doch was ist, wenn man das allein nicht bewerkstelligen kann oder es aufgrund des Pflegebedürfnisses gar nicht möglich ist? Füssen aktuell gibt einen kurzen Überblick, welche Möglichkeiten dann beispielsweise zur Verfügung stehen.

Die Pflege eines Angehörigen selbst zu übernehmen bedeutet eine enorme Aufgabe. Oftmals stehen pflegende Angehörige dabei unter großem Druck. Privatleben, Beruf und Pflege müssen schließlich unter einen Hut gebracht werden. Doch was passiert, wenn man selbst einmal krank wird, ins Krankenhaus muss, einen wichtigen Termin hat oder einfach nur in Urlaub fahren möchte? Wer kümmert sich dann um die notwendige Pflege und Versorgung?

Tages- und Kurzzeitpflege
Entlastung und Unterstützung für pflegende Angehörige

Tages- oder Kurzzeitpflege bieten hier die richtige Lösung. Vollstationäre Einrichtungen wie beispielsweise Sozialstationen, aber auch Seniorenwohn- und Pflegeheime bieten diesen Service an. Pflegebedürftige Angehörige werden hier entweder für ein paar Stunden am Tag (Tagespflege) oder für bis zu vier Wochen im Jahr (Kurzzeitpflege zusätzlich nochmal vier Wochen Verhinderungspflege) von geschultem Fachpersonal optimal versorgt. Durch diese Unterstützung werden pflegende Angehörige für einen gewissen Zeitraum entlastet. Können mit gutem Gewissen durchatmen und neue Energie tanken, denn man weiß den Pflegebedürftigen in guten Händen.

Diese Entlastungsmöglichkeit für ein paar Tage oder Wochen im Jahr bietet pflegenden Angehörigen zusätzlich die Chance, Pflegebedürftige so lange wie möglich zuhause, in ihrer gewohnten Umgebung zu pflegen. Eine Möglichkeit, die viele Menschen zu schätzen wissen, denn das eigene Zuhause zu verlassen und in ein Pflegeheim zu ziehen, ist für die meisten älteren Menschen eine unangenehme Vorstellung.

Trotzdem ist in manchen Fällen eine vollstationäre Pflege nicht mehr zu umgehen. Insbesondere bei Demenzpatienten, die sowohl tagsüber als auch nachts Betreuung benötigen, ist eine ganztägige Pflege die richtige Wahl. Für die professionelle Pflege ist damit 24 Stunden am Tag gesorgt. Zusätzlich wird die Beziehung zwischen pflegende Angehörigen und Pflegebedürftigen entlastet. Spannungen, die durch den permanenten Druck und die Anspannung Zuhause entstehen, lösen sich auf und so kann viel entspannter und unbeschwerter Zeit miteinander verbracht werden.

„Wohnen auf Probe“

In einem Pflegeheim zu wohnen ist ein Gedanke, mit dem sich die meisten älteren Menschen nicht beschäftigen möchten. Auch pflegende Angehörige haben anfangs Hemmungen davor, diese Möglichkeit für ihre pflegebedürftigen in Anspruch zu nehmen.

Mit der Kurzzeitpflege bieten Pflegeheime darum Pflegebedürftigen  die Möglichkeit, über einen begrenzten Zeitraum einmal „auf Probe“ zu wohnen, sich mit dieser Art der Pflege anzufreuden und sich vor allem selbst davon zu überzeugen, dass das Bild, das viele vielleicht noch von „Altenheimen“ im Kopf haben, schon lange nicht mehr aktuell ist. Denn Seniorenwohn- und Pflegeheime sind an den jeweiligen Gesundheitszustand und die individuellen Bedürfnisse ihrer Bewohner und Patienten angepasst und bieten damit ein angenehmes, sorgenfreies und würdevolles Leben im Alter.

Ambulante Pflege – Pflege im eigenen Zuhause

Für pflegende Angehörige, die die Pflege zwar Zuhause bewerkstelligen möchten, aber beispielsweise aus beruflichen Gründen nicht in der Lage sind, diese vollständig selbst zu übernehmen, bieten ambulante Pflegedienste die richtige Unterstützung. Qualifizierte Fachkräfte, examinierte Fachpflegekräfte, Physiotherapeuten sowie Ergotherapeuten kümmern sich hierbei um die optimale Versorgung der Pflegebedürftigen. Auch so kann der Pflegebedürftige so lange wie möglich in der gewohnten Umgebung seiner eigenen vier Wände bleiben.
Das Leistungsspektrum reicht von der reinen Grundpflege, wie beispielsweise der Hilfe bei  Körperpflege und beim An- und Auskleiden, über Behandlungspflege wie zum Beispiel Medikamentenabgabe, Blutdruckkontrolle, Injektionen, Katheterpflege oder Verbandswechsel bis zur Rehabilitationspflege nach längeren Krankenhausaufenthalten oder spezieller aktivierender Pflege nach Schlaganfällen. Auch hauswirtschaftliche und betreuerische Unterstützung kann zusätzlich in Anspruch genommen werden.

Diese Leistungen können individuell und nach Bedarf eingesetzt werden und bieten so auch die Möglichkeit, den pflegebedürftigen Angehörigen so lange wie möglich in der gewohnten Umgebung zu pflegen.

Finanzielle Unterstützung durch Pflegeversicherung

Wer sich schon einmal mit dem Thema Pflege beschäftigt hat weiß, dass dies ein sehr kostenintensive Angelegenheit sein kann. Eine Tatsache, die viele Menschen vielleicht auch davon abschreckt, diese Leistungen in Anspruch zu nehmen. Das muss allerdings nicht sein, denn die Pflegeversicherung unterstützt hier finanziell.

Je nach Pflegestufe, also der jeweiligen Pflegebedürftigkeit, wird die finanzielle Unterstützung von den gesetzlichen Krankenkassen festgesetzt. Der maximale Leistungsbetrag der Pflegekassen beispielsweise bei Pflege Zuhause mit Unterstützung eines Pflegedienstes liegt bei Pflegestufe I bei 440 Euro pro Monat, bei Pflegestufe II bei 1.040 Euro pro Monat und bei Pflegestufe III bei 1.510 Euro pro Monat.
Diese finanzielle Unterstützung muss allerdings eigens beantragt werden. Dies gestaltet sich nicht immer ganz einfach und man verliert als Laie leicht den Überblick.Hier stehen die Fachleute aus dem Pflegebereich gerne untertsützend zur Seite, denn oft ist mehr möglich, als man denkt.

 

Text: Martina Schuster
Bild: StockXChange

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