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Mit Speed durch den Schmutz

Rallye-Fahrer Manuel Kößler

Füssen.    Rallye-Fahrer Manuel Kößler aus Füssen hat es zu einer beispiellosen Karriere gebracht. Der 22-jährige Rallye-Meister fuhr für sein Team in den letzten drei Jahren viele Siege bei nationalen Wettbewerben ein. Der Rallyesport ist seine große Leidenschaft, doch auch abseits der Piste hat er es schon weit gebracht. Beruflich wie privat ist der Spitzensportler aus Füssen an Erfolg gewöhnt. Und auch in diesem Jahr will der Rallye-Fahrer an seine Leistungen anknüpfen, denn die Sucht nach dem Mix aus Benzin, Schmutz und Geschwindigkeit lässt ihn nicht mehr los.

Im Alter von sechs Jahren begann die Karriere von Manuel Kößler. Sein Vater Josef Kößler schenkte ihm zum Geburtstag ein Kart-Fahrzeug. Im Volksmund sind diese Fahrzeuge auch unter dem Namen Go-Karts bekannt. Go-Karts sind einsitzige, offene Rennwagen mit wenig PS, die man als Rennfahrerlaie in den diversen Go-Kart-Hallen mit Freude gegen die Bande preschen lassen kann, um ein klein wenig das Gefühl von echten Rennen zu erhaschen. Der Kartsport war schon für viele Rennfahrer der Einstieg in den Motorsport. Unter anderem begannen die bekannten Formel-1-Größen Michael Schumacher, Ayrton Senna und Alain Prost ihre Rennsport-Karrieren auf der Kartbahn. Auch an Manuel Kößler ging der Reiz dieses Hobbysports nicht spurlos vorbei. Bis zu seinem 13. Lebensjahr trainierte er sein Geschick als Rennfahrer mit einem dieser Karts. Mit 14 sattelte er schließlich um auf ein Superkart. Superkarts, auch Superracekarts genannt, sind echte Rennwagen, die man mit einsitzigen Formelautos vergleichen kann. Diesen Sport betrieb er bis zu seinem 18. Geburtstag. In dieser Zeit fuhr Manuel Kößler vor allem Auto-Slalom. Dabei versucht man auf Kartbahnen, Parkplätzen oder abgesperrten Straßen einen vorgegebenen Parcours in möglichst schneller Zeit fehlerfrei zu bewältigen.

Mit Vollgas in die Volljährigkeit

Kaum 18 Jahre alt, wechselte der Rennsport-begeisterte Manuel Kößler das Lager. Er kaufte sich einen Suzuki Ignis und begann seine Karriere als Rallyefahrer. Schnell fuhr er in diesem Sport erste Erfolge ein. Doch seine Laufbahn als Sportler betrachtet er eigentlich nur als Hobby, denn auch beruflich hat er mit seinen heute 22 Jahren einiges vorzuweisen. 2004 beendete er die Schule mit der Mittleren Reife und absolvierte im Anschluss in Kempten eine dreijährige Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Zwei Jahre später folgte eine Weiterbildung zum Meister, bei der er gleichzeitig seinen Abschluss als Betriebswirt ablegen konnte. Den Rallyesport betrieb der Rennfahrer während der ganzen Zeit nur nebenbei, konnte jedoch trotz des Hobby-Charakters seiner Rennlaufbahn so einige Erfolge feiern. So wurde er 2009 mit seinem neuen Suzuki Swift Deutscher Meister in der N4-Gruppe, belegte den zweiten Platz im Suzuki-Cup und erreichte bei der deutschen Meisterschaft in der Gesamtwertung einen hervorragenden vierten Platz. 2010 belegte er im österreichischen Suzuki-Cup den ersten Platz und war damit österreichischer Meister. Dabei nahm er nur an sechs von sieben Rennen teil.

Teures Hobby

Vater Josef Kößler betreibt seit 35 Jahren ein renommiertes Omnibus-Unternehmen in Füssen. Im Januar 2010 gründete Manuel Kößler auf dem Betriebsgelände seines Vaters eine eigene Kfz-Werkstatt. „Ich schraube gerne an großen Autos herum. Eigentlich sollte die Werkstatt nur für mein Hobby herhalten, aber irgendwann begannen wir uns zu fragen, warum wir die Werkstatt nicht gleich richtig aufziehen. Jetzt machen wir hier alles vom PKW bis hin zum LKW“, berichtet Manuel Kößler. Das Geschäft ist auch wichtig, denn der Hobby-Rennfahrer muss seinen Sport komplett aus eigener Tasche bezahlen. „Man zahlt alles selbst. Vom Auto, über das Benzin bis hin zu den Startgebühren bei den Wettkämpfen. Leider bringen die Preisgelder nur einen Bruchteil von dem ein, was das Hobby am Ende kostet“, erzählt der Jung-Unternehmer. Seine Begeisterung für den Rallyesport lässt er sich trotzdem nicht nehmen. In diesem Jahr will er wieder in Österreich beim Suzuki-Cup antreten, um seinen Meistertitel zu verteidigen.

 

Text: Sven Köhler · Bilder: privat

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