Menschen

„Die Rückkehr wurde zum Schlüsselerlebnis“

HNO-Arzt Dr. Andreas Schütz hat stationäre Patienten

Füssen. Vor der Nachmittagssprechstunde lädt Dr. Andreas Schütz in einem Büroraum seiner Füssener Facharztpraxis für HNO (Hals-Nasen-Ohren) gemütlich bei einer Tasse Kaffee zu einem Gespräch über Familie, Medizin und mehr ein. Der Zeiger rückt auf 15 Uhr vor. Ab diesem Zeitpunkt ist der 39-jährige Praxisinhaber wieder für seine zahlreichen Patienten da. „Hier in der Reichenstraße endet gegen 18 Uhr die Sprechstunde. Danach gehe ich zu den stationären Patienten.“ Dr. Schütz weiß, dass er trotz seiner langen Arbeitstage zu beneiden ist. Der Weg am Lech hinunter ins Krankenhaus sei „immer ein schöner Weg“.

HNO-Arzt Dr. Andreas Schütz hat durch die Belegstation an der Klinik Füssen einen Vorteil, der vor allem auch seinen vielen Patienten zugute kommt, die sich einer Operation unterziehen mussten. Er beschreibt diesen gewissen Vorteil ganz kurz so: „Bei meinen früheren Stationen im Arztberuf hatte ich nie diese längeren und vor allem auch besonders intensiven Kontakte zu erkrankten Menschen. Heute bin ich nicht mehr nur ein spezialisierter Chirurg, der seine Arbeit macht und den operierten Patienten dann gar nicht mehr sieht.“

Die Verbindung als niedergelassener und Belegarzt hilft ihm in der regelmäßigen interdisziplinären Zusammenarbeit mit Kollegen quasi einen Kreis zu schließen. Er erklärt: „Nach der entsprechenden Diagnose wird der Patient von mir ins Krankenhaus eingewiesen, dort operiert und täglich visitiert. Nach der stationären Entlassung erfolgt in der Praxis die ambulante Weiterbehandlung.“

Familiäres Miteinander

Ein gutes Miteinander hat logischerweise dann auch für das engere Privatleben von Dr. Andreas Schütz höchsten Stellenwert. Bekanntlich hat er nach Medizinstudium in Würzburg und beruflichen Stationen in Reutlingen, am Unfallklinikum Berlin-Marzahn und in der Uniklinik Aachen freudig angenommen, was ihm sein Vater – er gründete 1980 seine HNO-Praxis in Füssen – vor einigen Jahren vorschlug. Er solle die etablierte freiberufliche Existenz als niedergelassener Facharzt fortführen. Seit ungefähr fünf Jahren stehen auf dem Praxisschild mittlerweile beide Namen. Dr. Schütz senior und Dr. Schütz junior. „Das konnte nur funktionieren, weil wir uns in der Familie einfach gut verstehen. Mein Vater Götz-Volker Schütz arbeitet ebenso, wie auch meine Mutter, die Medizinisch-Technische Assistentin ist, noch hier in der Praxis mit.“ Auch seine Frau Tanja, „die ich als Student in Würzburg kennen gelernt habe“, gehört zum Team.

Flucht aus Halle an der Saale

Die gesamte Familie Schütz ist in Füssen längst gut angekommen. „Mein Vater war aus der DDR geflüchtet und baute sich in Füssen eine berufliche Existenz auf.“ Wie Dr. Andreas Schütz, der am Gymnasium in Füssen ein gutes Abitur machte, gut gelaunt weiter erzählt, sei er richtig froh gewesen, dass die nach der Reifeprüfung 1990 begonnenen Lehr- und Wanderjahre ihr glückliches Ende mit der Rückkehr ins Allgäu finden konnten. Er habe sozusagen „den Ruf nach Füssen“ erhalten, berichtet er und lächelt dabei zufrieden. „Nachdem ich in der Großstadt Berlin den sehr harten Klinkdienst erlebt hatte und in Aachen im Dreiländereck auch die dortige Kultur kennen lernen durfte, wurde die – zunächst doch in erster Linie berufsbedingte – Rückkehr nach Füssen zu einem Schlüsselerlebnis: Ich konnte völlig neu entdecken, wie schön es hier wirklich ist.“

 

Text: Werner Hacker · Bilder: privat

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