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Weltklimagipfel – Eine Konferenz wie keine andere

Ein Interview mit CIM-Berater
Klaus Dünzkofer in Indonesien

Jakarta/Füssen.    Der Weltklimagipfel ist vorbei. Nach seiner Abreise aus Kopenhagen gab uns der Füssener Klaus Dünzkofer ein Interview. Klaus Dünzkofer hat die Vorbereitungen für Indonesien für den Weltklimagipfel mitgestaltet. Bevor die Regierungschefs sich in Kopenhagen treffen, sind bereits die Berater in Kopenhagen vor Ort. Sie sind auch die ersten, die wieder nach Hause gehen, wenn die Vorbereitungen und die gesamte Organisation beendet sind.  Klaus Dünzkofer ist  CIM-Berater des Generalsekretärs von APEKSI (APEKSI – Asosiasi Pemerintah Kota Seluruh Indonesia), dem indonesischen Städtetag. Er berät den Generalsekretär des Städtetages, mit der Bandbreite von Organisationsentwicklung bis hin zum internationalen Networking. Wie wird so eine Konferenz vorbereitet, welche Zeit wird dafür benötigt und welche Hoffnungen werden in einer Weltklimakonferenz gesetzt? Das waren Fragen, die Füssen aktuell an Klaus Dünzkofer in Indonesien stellte.

 

Herr Dünzkofer, wie sind die Vorbereitungen für den Weltklimagipfel gelaufen?

 

Die Vorbereitungen auf Seiten der Indonesischen Kommunalverwaltungen liefen gut, da wir bereits seit COP13 in Bali auf COP15 hinarbeiten. Neben zahllosen kleinen Aktivitäten haben wir unter anderem für COP 15 in Kopenhagen einen Länderbericht Indonesien aus Sicht der Kommunalverwaltungen erstellt sowie fünf Einzelprofile von Städten erstellt, die sich besonders aktiv für den Klimaschutz in ihrer Stadt einsetzen. Aus diesen Profilen wurde dann die Stadt Bogor ausgewählt, die auf COP15 in  neben anderen Städten wie Mexico City und Bonn präsentiert wurde.  2008 haben wir ein nationales Meeting organisiert, auf dem die Bürgermeister mit dem Umweltminister und weiteren hochrangigen Vertretern über Klimawandel und die Herausforderungen an Indonesien diskutiert haben. Besagter Umweltminister von 2008 ist nun der indonesische Delegationsführer auf COP15, so dass die Ideen der Kommunen über ihn nun auch weitergetragen werden.

Wer plant die Konferenz?

Sämtliche Initiativen werden direkt im Indonesischen Städtetag APEKSI selbst geplant und beschlossen. Beraten wird APEKSI dabei von sachkundigen Institutionen, allen voran ICLEI, ein weltweit agierender Verband von ökologisch interessierten Kommunen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass für Indonesien Überschwemmung ein wichtiges Thema auf der Weltklimakonferenz  ist.

In APEKSI sind alle 98 indonesischen Städte vertreten, mit insgesamt geschätzt 95 Millionen. Einwohnern. Die Mehrzahl der Städte liegt im Küstenbereich, so dass Probleme wie Überschwemmungen, Anstieg des Meeresspiegels hier eine große Rolle spielen. Weitere Punkte sind Erdrutsche sowie extreme Trockenheit, da diese auch unmittelbar die Metropolen bedrohen. Unterthemen in diesem Zusammenhang sind dann zum Beispiel Öffentlicher Personennahverkehr, Müllbeseitigung und Abwasserfragen.

Es hört sich nach viel Arbeit an. Wie viel Vorbereitungszeit steckt dahinter?

Für COP15 alleine haben insgesamt drei Personen in Vollzeit sowie weitere Personen teilweise seit Februar hingearbeitet.

Warum ist so eine Weltklimakonferenz wichtig?

Was erhofft man sich dadurch? Der Klimawandel betrifft alle Einwohner dieses Planeten. Wir erhoffen uns, dass auf einer Konferenz, auf der vielleicht erstmals Vertreter von sogenannten  Industriestaaten auf Vertreter von extrem gefährdeten Inselstaaten wie Samoa, Mikronesien oder Malediven treffen und Informationen aus erster Hand erhalten. Da hier der Einfluss von Lobbygruppen beschränkt ist, hoffen wir, dass Verständnis für die Nöte anderer entsteht – insbesondere weil die Bürger von Staaten wie USA oder Deutschland anderen diese Nöte erst beschert haben.

Am 8. März endet Ihre sechsjährige Amtszeit in Indonesien. Mit welchen Eindrücken werden Sie nach Deutschland zurückkommen?

In Indonesien habe ich “Menschlichkeit” in ihrer vollen Bandbreite erlebt – von extrem positiv bis extrem negativ. Wenn es Probleme gab, waren diese Probleme häufig existenzbedrohend für die Betroffenen. Ich werde mich überraschen lassen, wie es wieder in Deutschland sein wird, auch wenn das, was ich in der Presse lese, mich nicht sonderlich freut.

Vielen Dank für das Gespräch.

Ich danke Ihnen für Ihr
Interesse.  

Text: rie/Bilder: privat    

 

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