Menschen

Auf ein Wort von Stefan Fredlmeier

Wer im Tourismus tätig ist, weiß, dass selten Langeweile aufkommt. Dies liegt zum einen daran, dass der Tourismusmarkt stark von Trends und Moden abhängig ist. Zum anderen schlagen wirtschaftliche Grundstimmungen wie die aktuelle Wirtschaftskrise oder auch politische Ereignisse auf das Urlauberverhalten durch und können durchaus erhebliche Auswirkungen auch bis in den letzten Urlaubswinkel haben. Eine international und vom Angebot her vielseitig aufgestellte Tourismusstadt wie Füssen bietet diesbezüglich viel „Angriffsfläche“. Trotz der Unsicherheiten des Jahres 2009 hat sich Füssen wacker geschlagen. Endgültige Zahlen werden erst Anfang 2010 vorliegen. Der Jahreswechsel fordert geradezu einen Blick zurück und nach vorn. Eine zentrale Tourismuseinrichtung wie Füssen Tourismus und Marketing (FTM) ist so stark, wie das unmittelbare Umfeld – und umgekehrt. Das Ansehen des Unternehmens misst sich auch an der Fähigkeit, Probleme zu lösen und Orientierung zu schaffen. Nach der bewegten Geschichte von FTM in den letzten Jahren und Defiziten infolge der fehlenden Kontinuität in der Führungsspitze wird doch deutlich, dass die touristischen Akteure Problemlösung und Orientierung dringend suchen und es schätzen, wenn FTM wieder deutlicher die Koordinierungs- und Entwicklungsfunktion übernimmt. Die Aufgaben des Jahres 2009 erforderten einen hohen Einsatz, aber auch eine schnelle Einarbeitung meiner Person als neuen Vorstand. Erste Ergebnisse sind erkennbar: Für das elektronische Meldewesen wurden die technischen Grundlagen geschaffen, so dass eine systematische Einführung in 2010 gut vorbereitet ist. Die Akzeptanz der KönigsCard ist in Füssen deutlich gestiegen, und die beteiligten Betriebe berichten bereits von einer spürbaren Resonanz. Die Diskussion um das wahrlich unpopuläre Thema der Erhöhung der Kurabgabe in diversen Bereichen wurde von den Gremien sehr pragmatisch und verantwortungsvoll geführt. Die Entscheidung war transparent und fiel nahezu einstimmig aus, selbst wenn niemand solche Entscheidungen gerne fällt und man sich damit keine Freunde schafft. Jahrelange Diskussionspunkte wie der Informator an der Morisse und die Kurtaxerhebung bei Wohnmobilstellplätzen konnten sachlich und lösungsorientiert auf einen guten Weg gebracht werden. All das spricht dafür, dass auch in Füssen – trotz der vielfach geäußerten Selbsteinschätzung, dass immer alles sehr schwierig sei – vernünftige Leute vernünftige Lösungen finden. Nicht zuletzt erfuhr das Marketing von FTM eine sehr klare Ausrichtung auf die Dachmarke Allgäu, einhergehend mit dem sogenannten Markenaufbau des Allgäus. Dieser soll dazu dienen, den Bekanntheitsgrad der Region weiter zu steigern und ein klares Profil zu erarbeiten, das das Allgäu gleichermaßen als Urlaubsgebiet, Lebensraum und Wirtschaftsregion positiv kennzeichnen soll. Je besser die Entwicklung des Allgäus, desto größer der Nutzen für Füssen.

2010 wartet mit großen Aufgaben auf: Von Mai bis Oktober wird Füssen mit der Bayerischen Landesausstellung Gäste aus nah und fern begeistern – zweifellos das Highlight 2010! Das Mountainbikerennen Craft Bike Transalp wie auch die „klassischen“ Veranstaltungen wie vielsaitig, das Kaiserfest und das Programm des Festspielhauses sind weitere herausragende Unterhaltungsakzente. Ebenso wichtig wie solche Highlights ist jedoch die grundlegende Arbeit an der Basis: Dazu gehört es, die Leistungsträger konsequent auf dem Weg zu wettbewerbsfähiger Qualität zu begleiten und Antworten auf die Frage zu finden: Was macht das Angebot in Füssen zu etwas Besonderem? Vor allem bei den Kleinvermietern müssen hier Impulse gesetzt werden. Die Sicherung der Prädikate steht weiterhin im Fokus, denn diese gelten als Qualitätsmerkmal und erzeugen Erwartungen, die vor Ort erfüllt werden müssen. Die schwierigste Aufgabe dürfte mit dem moderierten Entwicklungsprozess in Bad Faulenbach warten. Auch hier ist zu hoffen, dass es am Ende heißt: Vernünftige Leute finden vernünftige Lösungen…

Füssen strotzt vor touristischer Energie. Wenn sie gut ausgerichtet wird und darüber hinaus die touristischen Grundtugenden Qualität, vernünftiger Preis und Gastfreundschaft mit viel Herz gepflegt werden, sind die Erfolgsaussichten gut. Wichtig ist das Grundverständnis: Alle sitzen in einem Boot! Man gewinnt gemeinsam und verliert gemeinsam. Füssen sollte zu den Gewinnern gehören.
Text: fre/Bild: msc

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