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Umfrage zum Thema – Was halten Sie vom Ehrenamt?

Ehrenamtlich engagieren sich Leute jeden Alters: in Vereinen, bei der Freiwilligen Feuerwehr und auch im Naturschutz zum Beispiel. Jugendliche können sich dadurch das „gewisse Etwas“ für eine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz „verdienen“. Ein nachgewiesenes Ehrenamt passt hier prima zu den Unterlagen. Aber man kann dadurch auch „nur“ seine soziale Einstellung zeigen, Spaß haben und nebenbei automatisch auch Vieles lernen. Sehen das andere Leute genauso wie die Ehrenamtlichen? Haben andere Respekt vor den Ehrenamtlichen? Oder denken sie, dass man sich nur dann für etwas besonders einsetzen soll, wenn es auch Geld dafür gibt? Kurz: Was halten Sie vom Ehrenamt? Wir fragten in der Altstadt vier zufällig vorbei kommende Passanten und erhielten Antworten, die zum Nachdenken anregen.

„Gut, dass sich dafür Leute finden“

 

Maximilian Weihgold, 16. Schüler, Hohenschwangau: „Beim Ehrenamt geht es immer um einen sinnvollen Einsatz für unsere Gemeinschaft. Wer ein Ehrenamt ausübt, bekommt für seine Leistungen kein Gehalt oder sonst irgendeine Entlohnung. Das bedeutet für sie einen Verzicht, aber alle in unserer Gesellschaft haben etwas davon. Ich selbst habe mich noch nicht ehrenamtlich engagiert, würde es aber durchaus, wie andere junge Leute auch, einmal ausprobieren wollen. Ein großer Bedarf besteht dort, wo ältere Menschen leben, also in einem Heim für Senioren. Die Bewohner sind bestimmt sehr dankbar dafür, wenn ihnen jemand regelmäßig Zeit und Aufmerksamkeit schenkt.“

„Ein gutes Beispiel ist die Hospizarbeit“

Veronika Miller, 55, Hausfrau, Schwangau: Ich sage, Hut ab vor allen Leuten, die sich ehrenamtlich für andere Menschen einsetzen. Da gibt es viele gute Beispiele. Sofort fällt mir die Hospizarbeit als Beispiel ein. Das ist ein vorbildliches Verhalten für andere Menschen. Jeder ist doch froh, wenn er Unterstützung bei der Betreuung eines lieben und schwerkranken Angehörigen findet. Ich würde auch gerne helfen, bin aber leider gesundheitlich eingeschränkt. Aber wenn ich jemandem einen Gefallen tun kann, dann mache ich das sehr gern. Jeder Mensch im Rollstuhl freut sich immer über den gemeinsamen Spaziergang und eine nette Unterhaltung.“

„Für die Kinder sollte man da sein“

Reinhold Brugger, 55, Musiktherapeut, Hopfen am See: „Die Ehrenämter sind absolut wichtig. Ohne sie könnte unsere Gesellschaft nicht mehr funktionieren. Es ist auch keine wirklich neue Idee. Schon vor einigen Jahren habe ich unentgeltlich für das Förderzentrum Füssen gearbeitet. Jetzt ist die Schulleitung wieder auf mich zugekommen. Ein weiteres Projekt findet an der Grundschule statt. Die Kinder sind unsere Zukunft. Für sie sollte man da sein. Die Kehrseite von Ehrenämtern muss man allerdings auch sehen. In allen Bereichen, in denen wir ehrenamtliches Engagement haben, werden Stellen abgebaut und Jobs gehen hier für immer verloren.“

 

„Wir brauchen die Freiwillige Feuerwehr“

Dominik Keck, 16, Berufsschüler, Pfronten: Gesellschaftlich gesehen ist das Ehrenamt sehr sinnvoll. Diese engagierten Leute werden in vielen Bereichen einfach gebraucht. Spontan fällt mir die Feuerwehr ein. Jeder Feuerwehrmann müsste bezahlt werden, wenn es hier keine Freiwilligen geben würde. Doch Tatsache ist: Das Geld ist dafür nicht da. Ich überlege mir schon, für die Gemeinschaft selbst etwas zu tun. Gerade für ärmere oder ältere Leute ist heute wichtig, dass sich auch die Ehrenamtlichen gut um sie kümmern und dadurch stundenweise die Fachkräfte entlasten. Einen freiwilligen Sozialdienst ableisten, könnte ich mir für mich eher vorstellen als mit der Feuerwehr auszurücken.“ 

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