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Kultur- und Naturführer aus Leidenschaft

Obfrau Roswitha Schatte: Der Verein Kultur- & Naturführer Außerfern – Allgäu wurde im Dezember 2003 von sieben Kulturführer/Innen des Außerferns gegründet. Im Vorfeld der Gründung wurde von den drei Aktionsgemeinschaften Regionalentwicklung Außerfern (REA), Verein Auerbergland und dem Netzwerk Ostallgäu Büro für Innovation- und Strukturentwicklung des Landratsamtes Marktoberdorf (NOBIS) die EU – geförderte LEADER+ – Initiative zur Qualifizierung von Kulturführer/Innen und Museumsbetreuer/Innen veranstaltet. Dabei wurden die Teilnehmer in allgemeinen Themen wie Rhetorik und Recherche sowie in Fachthemen wie Geschichte der drei Regionen, die Geschichte der Kelten, Alemannen, Römer und der Via Claudia, die Burgen- und Museumslandschaft, Baustilkunde, Barock, Eisengewinnung, Flößerei und König Ludwig II unterrichtet.
Es wird davon ausgegangen, dass die Ausbildung von Kulturführern und Museumsbetreuern neues Interesse am reichen kulturellen Erbe des Allgäu und des Außerfern wecken wird“, hieß es damals. Die Führungen wurden sofort gut angenommen. Letztes Jahr gab es 326 Führungen. „Der Bedarf ist gestiegen“, erklärt Obfrau Roswitha Schatte, der Grund dafür: Das Museum auf Ehrenberg.
Wer Kultur- oder Naturführer werden möchte, muss es aus Leidenschaft, privatem Interesse oder aus Liebe zur Geschichte tun. „Die Kulturführer bekommen eine Aufwandsentschädigung, davon kann man selbstverständlich nicht leben“, erläutert Roswitha Schatte. Als es das Museum auf Ehrenberg neu gab, bot man 45 verschiedene Führungen an, davon sind noch 17 übrig geblieben. „In der Zeit hat sich heraus kristalisiert welche Führungen angenommen werden und welche nicht“, so die Obfrau. Buchungen zu Sonderführungen wie zum Beispiel „Ritter Rüdiger“ gibt es bei den Kulturführern auch. Doch leider ist auch bei der Kultur die Wirtschaftskrise angelangt. „Nicht jeder will sich eine Führung leisten, im Museum spüren wir das sehr“, meint die junge Frau. Keine Frage, Ehrenberg ist gut beschildert und man kann alles ohne Kulturführer ablaufen, doch ob es das wert ist? „Kulturführer machen so eine Führung durch ihre Geschichten erst lebendig“, weiß Roswitha Schatte zu berichten.
Zu Beginn war die Laufzeit des Kooperationsprojekts von Mai 2003 bis Juni 2005 angelegt. Das Qualifizierungsprogramm für Kulturführer, das von Mai bis Juli 2003 lief, wurde von 55 der 79 Teilnehmer erfolgreich abgeschlossen. Das Programm für Museumsbetreuer wurde von Mai 2004 bis August 2004 durchgeführt. Hier qualifizierten sich alle 25 Teilnehmer.  
Mittlerweile findet schon die zweite Kulturführer Ausbildung im Außerfern statt. Sie hat am 23. April 2009 begonnen. Dazu haben sich 30 Personen angemeldet, wovon zwei aus dem Allgäu kommen. Die Teilnehmer bekommen dabei das Rüstzeug zum Gestalten von Führungen vermittelt, begleitet von einem Rhetorik-Training und einer Einführung in die Geschichte und Geografie des Außerferns. Stilkunde und Volkskunde sowie rechtliche Aspekte runden die Grundausbildung ab. Darauf aufbauend gibt es thematische Module, welche die Teilnehmer frei wählen können, zum Beispiel die Geschichte des Handwerks und der Zünfte.
Diese Kulturführerausbildung vermittelt die Grundkenntnisse und Fertigkeiten zur Durchführung von kulturellen Führungen in bedeutsamen Einrichtungen wie Museen, Kirchen, Festungsanlagen oder im freien Gelände.
 
Die Kulturführerausbildung wird veranstaltet vom Museumsverein des Bezirkes Reutte in enger Zusammenarbeit mit dem Projektträger TVB Naturparkregion Reutte, dem Museumsverein Tannheimer Tal, dem Museumsverein der Stadt Vils, der Kulturrunde Bichlbach, dem Verein der Kultur- und Naturführer Außerfern – Allgäu und der Regionalentwicklung Außerfern – REA. „Alle Führungen können auch kindgerecht gestaltet werden. Ein vorheriger Anruf genügt, um einige Details wie zum Beispiel das Alter der Kinder abzuklären, um so eventuell eine interaktive Führung zu gestalten“, meint Roswitha Schatte.

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