Menschen

LöWe und Backshop und mehr – Andi und Klaus Weese

„Unsere Familie wurde aus ihrer Heimat Sudentenland vertrieben. Ich fühle mich aber als Ur-Füssener – und das gilt auch für meine drei Brüder“, betont Andreas-Klaus Weese, den alle allerdings „Andi“ nennen. Andi Weese ist bekannt wie ein bunter Hund. Füssen aktuell besuchte ihn im Fitness & Wellnesspark LöWe, den er mit Thomas Löckher erfolgreich betreibt.

Ein paar Tage später sitzen wir bei einem erfrischenden Getränk in der Küche von Klaus – dem schon frühmorgens mobilen „Backshop Weese“. Andi und Klaus sind Brüder mit zwei besonderen Geschichten. Jede dieser Geschichten hat sich nach der bemerkenswerten Karriere der Beiden im Bodybuilding einzigartig entwickelt. Die Weese-Brüder mögen sich alle – dennoch werden Walter, der rührige Gastronom, und der Techniker Christian in unserem Bericht nicht in Erscheinung treten. Das Thema ist Existenzgründung im Trend der Zeit. Dazu steuern eben vor allem Andi und Klaus nun schon seit einigen Jahren ihre ebenso verrückten wie vernünftigen Ideen bei. Ideen, die sie auch mit vollem Risiko umzusetzen bereit sind. Und das verdient zunächst einmal eins: Respekt! Sie selbst zollen ihrer Mutter die höchste Anerkennung und sagen herzlich danke: „Denn sie hatte es viel schwerer als wir.“

Bodybuilder und Organisator
Andreas-Klaus Weese heißt der Bub, der sich viele Jahre als Außenseiter fühlt. Im Allgäu hatte seine Familie keine Wurzeln. „Doch das war nur der eine Grund für ein ungutes Gefühl. Ich war ein Krisperl“, so beschreibt er den Heranwachsenden, der einen Weg sucht, um aus seinem Körper etwas Großartiges zu machen. Andi und sein vier Jahre jüngerer Bruder Klaus sind nicht bei den vielen Buben dabei, die ein Eishockeystar beim EV Füssen werden wollen. „Wir gingen zum Bodybuilding und wir trainierten wie die Verrückten.“ Aus dem 1,76 Meter großen und nur 55-Kilo schweren Andi wurde dank einer eisernen Disziplin in zwölf Jahren ein 117-Kilo-Athlet, der bei Meisterschaften zu den Siegern zählte. Selbstbewusst und äußerst zielstrebig trat er dann nach seinen sportlichen Erfolgen im Füssener Wirtschaftsleben auf. Ein Vorteil: ihm fliegen viele Sympathien zu und er bringt auch die unmöglich scheinenden  Dinge auf die Reihe.
„Schon früh hatte ich den Spitznamen Andi, der Organisator. Ich nehme mein Leben in die Hand und lasse mich nicht vom Weg abbringen.“
Anfangs wurde Andi mitleidig belächelt, wenn er von seinem Traum erzählt. „Dass mein Sonnenstudio in der Luitpoldstraße zum Erfolgsmodell wurde, hat sich zwar schnell herumgesprochen. Trotzdem hat mir fast niemand zugetraut, dass ich ein großes Fitness-Studio wie LöWe auf die Beine stellen könnte. Wir sind angetreten mit einem hohen Anspruch. Wir wollten schon in Kürze in Füssen nicht mehr das dritte Studio sein.“ Die zentrale Lage am Treff Hotel Luitpoldpark mit Tiefgarage erklärt nicht allein, dass sich viele Leute von morgens bis spät abends bei „LöWe“ die Klinke in die Hand drücken, und das seit Dezember 2005.
„Andi ist ein vorbildlicher, ehrlicher und damit guter Chef“, meint Susi Drechsel. Sie ist für den Empfang und zudem das „Kinderland“ fest angestellt. „Ihr Chef“ räumt ein: „Auch wir müssen 400-Euro-Jobs anbieten. Doch wir holen Fachleute in Vollzeit ins Team.“
Auf die Qualität in der Geschäftspolitik achten, zahle sich aus. „Die Kunden sind zufrieden.“ Auch an der Ausstattung fehlt es an nichts, wie ein Rundgang durch den auf drei Etagen ausgebreiteten und 1.600 m² „LöWe-Tempel“ zeigt. Ausgebildet wird auch, zu Sport- und Fitnesskaufleuten. Das ist ein anerkannter und moderner Beruf. „Um seine persönlichen Ziel umzusetzen, muss man nicht nach Amerika gehen“, schmunzelt Andi.

Hier kommt Klaus
Stimmt, das geht zum Beispiel auch im Weidach. Klaus Weese hat es allen gezeigt. Der kleine Tante-Emma-Laden hier musste nicht sterben, sondern bleibt stammkundennah als ein Versorger des beliebten Wohnviertels erhalten. Klaus Weese betreibt auch einen „Backshop“. Bäcker hat er nie gelernt.
„Mir gefallen direkte Kundenkontakte“, betont er. „Ich bin gern Dienstleister.“ Auch Klaus Weese hat ein Händchen, geeignete Mitarbeiter zu beschäftigen. „Ich verlange von ihnen nichts, was ich nicht selbst tue. Wir sind ein Team und immer hoch motiviert.“ Der Shop in der Bahnhofstraße hat schon geöffnet, wenn die Konkurrenz gerade aufsteht und sich die Zähne putzt. 
Klaus Weeses Star ist inzwischen allerdings ein „stiller Verkäufer“. Den elektronischen Automaten stellen wir möglichst neben die Stechuhr von Unternehmen, die wie Unimet mit uns kooperieren. In Sekundenschnelle können die Beschäftigten damit ihre Brotzeit für die Arbeitspause bestellen – und bezahlen.“
Klaus Weese liefert Speisen und Getränke an jedem Arbeitstag an den vom Kunden gewünschten Platz. „Das rechnet sich“, versichert er. „Denn wir beliefern heute nicht nur ein einziges Unternehmen mit 200 Beschäftigten.“ Expandieren, „auch das macht mir Spaß“.

Hellwach am Markt
Klaus Weese ist gerade zurück von einer Messe, auf der er seine Ideen präsentiert hat. „Ich arbeite viel. Aber das tun viele andere auch. Irgendwie ist mir aber das Glück hold. Oft war ich einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort und habe wie jetzt auch wieder in Österreich sehr wichtige Kontakte für meine Zukunft als Lebensmittellieferant knüpfen können.“
Das mag so stimmen. Aber wer wieder einmal viel früher als andere hellwach „auf dem Markt“ war, ist natürlich die Frohnatur Klaus Weese gewesen.

Klaus Weese

Klaus Weese

„Mache ich etwas gerne
oder nicht? Wenn ja, zähle
ich keine Stunden.“

Alter: 36 Jahre
Familienstand:
Lebensgefährtin
Vater von zwei Söhnen
Erlernter Beruf:
Werkzeugmechaniker,
Rettungssanitäter,
Mitarbeiter Messebau
Selbstständig:
2000 Sparmarkt Weidach
2004: Backshop, Bahnhofstr.

Arbeitsplätze: 10

 

  Andi WeeseAndi Weese

„Mit Fleiß und Ehrgeiz ist alles möglich.“

Alter: 40 Jahre
Familienstand:
Lebensgefährtin
Vater eines Sohnes 
Erlernte/r Beruf/e:
Werkzeugmacher,
Medizinischer Masseur,
Physiotherapeut
Selbstständig:
seit 2004 Sonnenstudio in Reutte, seit 2005 Fitness & Wellnesspark LöWe
Bahnhofstraße 1-3, Füssen (mit Geschäftspartner Thomas Löckher)
Arbeitsplätze: 30

 

 

 Text/Bilder: bh

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