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Den “Jugo” kennt wohl jeder am Kobelhang

Als dienstältester Betreuer ist Zdravko Culafic, auch in dieser Saison wieder bei der ersten Mannschaft des EV Füssen hinter der Bande tätig. Ob Janne Seppänen und Jere Helenius ihn auch schon „Cugo“ nennen? Die beiden finnischen Neuzugänge des EV Füssen dürften vermutlich immerhin schon einige Male in den Genuss der hilfreichen Dienste des 75-Jährigen gekommen sein. So haben sie möglicherweise auch schon erfahren, dass dieser am Kobelhang vielleicht bekannter als so manche Spieler ist, denen er unter anderem Eishockeyschläger bringt, Wasserflaschen füllt oder Handtücher wäscht. Zdravko Culafic hat denn auch ganz und gar kein Problem mit seinem Spitznamen, der daher rührt, dass sein Geburtsland Montenegro in längst vergangenen Zeiten zum damaligen Staat Jugoslawien gehörte. Mit Christian Schmid, Fabian Hindelang, Tobias Linder und Klaus Kaiser zusammen zählt Culafic zum aktuellen Betreuerteam des Eishockey-Oberligisten EV Füssen, für den der früher als Schlosser und Schweißer beruflich tätige Rentner dabei allerdings am längsten in dieser Funktion im Einsatz ist. Mittlerweile sind es nämlich bereits „knapp 25 Jahre“, in denen „Jugo“ den schwarz-gelben Kufencracks und deren Trainern wie etwa Nikolai Varianov, Franz-Josef Baader, Alexej Sulak, Dave Rich, Georg Holzmann, Marcus Bleicher, Thomas Zellhuber, Andreas Becherer, Marko Raita oder in dieser Saison eben Janne Kujala quasi als „Mädchen für alles“ helfend unter die Arme gegriffen hat.

Angefangen hatte dabei alles, als sein eigener, jetzt 48 Jahre alter Sohn einst auch beim EV Füssen die Schlittschuhe geschnürt hatte und als Puckjäger auf dem Eis unterwegs war. So erleichterte Culafic seinem Filius in dessen Tagen in den EVF-Schülerteams schon die Aufgabe, sich möglichst nur auf das Sportliche zu fokussieren, wie er dies heutzutage auch bei den Halbprofis und Profis der Oberligamannschaft tut. Und während dabei für ihn selbst „der Spaß“ die Hauptrolle spielt, bereitet es ihm „die größte Freude, dass die Mannschaft so viel Spaß mit mir hat.“ Immerhin sei das wichtigste Erfolgsrezept „gute Laune“ im Team, habe vor vielen Jahren schon Dave Rich zu Culafic gesagt. Dies hätten unter anderem auch Eric Nadeau und Garrett Festerling immer sehr zu schätzen gewusst, die der 75-Jährige in ähnlicher Weise wie Marcus Bleicher zu seinen Lieblingsspielern zählt. Mit Letzterem verbindet Culafic indes eine Anekdote, die er gerne erzählt. Demnach hat der EVF vor vielen Jahren mit Georg Holzmann als Trainer und Bleicher als Spieler im Kader mal eine entscheidendes Match in Geretsried gewonnen, bei dem Bleicher allerdings fehlte. Und während der langjährige Betreuer anschließend kommentierte, das Team sei „ohne Bleicher besser“, wurde diese Redewendung in der Folge so eine Art Running Gag. Dementsprechend zitiere Bleicher ihn immer, wenn sich die beiden begegnen, erklärt Culafic. Zu dem ehemaligen Nationalspieler hat er dennoch nach wie vor ein ähnlich gutes Verhältnis, wie zu den vielen anderen Puckjägern, die „Jugo“ im Laufe der Jahre betreut und sich so darum gekümmert hat beziehungsweise nach wie vor dafür sorgt, dass sie sich voll und ganz auf ihren Job auf dem Eis konzentrieren konnten und können. An diesem Service dürften wohl schließlich auch Seppänen und Helenius ihren Gefallen gefunden haben.

Text: Alexander Berndt · Foto: EV Füssen

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