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Gib dem Schlaganfall keine Chance

Weltschlaganfalltag: Vorsorge kann Leben retten

In Deutschland erleiden etwa 270.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Mehr als 80 Prozent der Betroffenen sind über 60 Jahre alt. Doch auch Jüngere, wie Neugeborene und Kinder, kann es treffen. Schlaganfälle werden wohl in den nächsten Jahrzehnten dramatisch zunehmen und das gesamte sozioökonomische System enorm herausfordern. Daher gilt: Gib dem Schlaganfall keine Chance!

„Ein Schlaganfall ist für Betroffene und ihre Angehörigen ein dramatisches Ereignis. Im schlimmsten Fall kann er tödlich verlaufen. In vielen anderen Fällen leiden Patienten im Anschluss unter geistigen und körperlichen Einschränkungen durch Lähmungen, Sprachstörungen, Schluckstörungen oder anderen neurologischen Ausfallerscheinungen. ABER: Er lässt sich oft auch verhindern – Vorsorge kann Leben retten“, sagt Dr. Hans-Jürgen Gdynia, Chefarzt der Abteilung Neurologie der m&i-Fachklinik Enzensberg.

Kenne das Risiko

Ein Schlaganfall entsteht durch eine akut aufgetretene Durchblutungsstörung des Gehirns, eine solche entsteht durch den Verschluss eines Blutgefäßes. Es gibt klare Risikofaktoren, die einen solchen Blutgefäßverschluss begünstigen. Die gute Nachricht: Jeder Mensch kann diese aktiv vermeiden bzw. beeinflussen! Alter oder genetische Anlagen sind Risikofaktoren, die wir leider nicht beeinflussen können. Andere entscheidende Faktoren, die die Entstehung eines Schlaganfalls begünstigen, haben wir aber in der eigenen Hand.

Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte oder Rauchen begünstigen eine Arteriosklerose, d.h. eine Arterienverkalkung, die zu einer verminderten Durchblutung und somit zu einem Schlaganfall führen kann. Übergewicht und mangelnde Bewegung begünstigen wiederum das Entstehen einer Zuckererkrankung und Bluthochdruck.

Auch Herzkrankheiten, insbesondere bestimmte Herzrhythmusstörungen wie das sogenannte Vorhofflimmern, können zu Blutgerinnseln führen, die letztendlich ein gehirnversorgendes Blutgefäß verschließen können. Kommen mehrere Risiken zusammen, steigt das Gefahrenpotential nochmals an – oft überproportional

BE SMART

Wir haben unsere Gesundheit also teilweise selbst in der Hand!
Durch eine gesundheitsfördernde Lebensweise mit regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung, Abbau von Übergewicht und Verzicht auf Zigaretten und der Behandlung von Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen, können wir die Risikofaktoren für einen Schlaganfall enorm senken. „Diese Risikofaktoren begünstigen übrigens auch das Auftreten eines Herzinfarkts, so dass man sich auch hinsichtlich der Prävention dieser Erkrankung etwas Gutes tun kann“, so Dr. Gdynia. Studierende der Universität Bielefeld haben dies mit der Eselsbrücke „BE SMART“ festgehalten: B-ewegung, E-nährung, S-port, M-aß halten, A-lkohol, R-auchen, T-rägheit.

Bei Symptomen sofort handeln!

Sollten trotzdem Symptomen, die auf einen Schlaganfall bei Ihnen oder einer anderen Person hindeuten könnten, auftreten, gilt es sofort den Rettungsdienst unter der Nummer 112 zu alarmieren! Jeder Schlaganfall ist ein Notfall! Es gilt: „Zeit ist Hirn“: Je schneller Sie reagieren, umso eher kann Ihnen oder anderen Menschen geholfen und der Schaden am Gehirn minimiert werden. Mit dem sogenannten FAST-Test können Sie einen Schlaganfall möglicherweise schnell erkennen:
F-FACE: Bitte lächeln! Ist das Lächeln symmetrisch oder verzieht sich das Gesicht einseitig? Letzteres weist auf eine Halbseitenlähmung hin.
A-ARMS: Arme hoch! Heben Sie die Arme nach vorne bis auf Schulterhöhe und drehen Sie die Handflächen nach oben. Gelingt dies nicht, spricht das für eine Lähmung in diesem Bereich.
S-SPEECH: Sprechen Sie! Die:Der Betroffene soll einen einfachen Satz nachsprechen. Gelingt dies nicht oder klingt die Sprache eigenartig, deutet das auf eine Sprachstörung hin.
T-TIME: Wann haben die Symptome eingesetzt? Diese Angabe ist für die spätere Therapie wichtig

Therapiemöglichkeiten in der Fachklinik Enzensberg

Nach einem Schlaganfall hat die Mehrzahl der Patient:innen erhebliche körperliche Einschränkungen. Sei es, dass Grundsätzliches wie Schlucken und Sprechen neu erlernt werden muss oder auch ausgeprägte Lähmungen und Gangstörungen vorliegen. In der neurologischen Rehabilitation der m&i-Fachklinik Enzensberg arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Ärzt:innen, Pflegenden, Therapeut:innen, Sozialdienst und anderer Berufsgruppen daran, die bestehenden Defizite so weit zu bessern, dass die Patient:innen wieder ein möglichst selbstständiges Leben führen können.

„Wir arbeiten vor allem mit dem Phänomen der Neuroplastizität, d.h. der Fähigkeit des Gehirns, ausgefallene Funktionen durch Lernprozesse wieder zu erlangen. Dies gelingt erheblich gut, hinsichtlich der Prognose spielt die Größe des Schlaganfalls, das Alter der Patient:innen sowie die Vorschädigung des Gehirns eine wichtige Rolle“, so Dr. Gdynia.

Die neurologische Abteilung der m&i-Fachklinik Enzensberg begleitet seit deren Bestehen Schlaganfallpatient:innen auf dem Weg der Rehabilitation. Diese setzt meist wenige Tage nach dem Akutereignis ein und untergliedert sich je nach Schwere der neurologischen Defizite in die Phasen B bis D. In der Fachklinik Enzensberg können Patient:innen alle Rehabilitationsphasen mit dem gleichen
Behandlungsteam durchlaufen, was sich positiv auf die Genesung auswirken kann. D.h. von der Frührehabilitation der Phase B direkt nach dem Schlaganfall, in der die Patient:innen noch unter einer erheblich gestörten Bewusstseinslage leiden und intensive Betreuung benötigen bis hin zu den Phasen C und D, in denen die Patient:innen schon weiter sind und weniger Hilfe benötigen.

Mehr Informationen finden Sie auch unter www.fachklinik-enzensberg.de

Text: m&i-Fachklinik Enzensberg

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