Fit & WellLeben

Eggensbergers Schlafstudie geht in die letzte Phase

Bisheriger Verlauf ganz nach Plan

Der Zeitplan stimmt, ebenso wie die Anzahl der Teilnehmer und deren bisherige Auswertungen. Andreas Eggensberger ist somit schon fast an seinem Ziel angelangt. Dem Kneipp- und Physiotherapeut aus Hopfen am See fehlt nur noch ein letzter Abschnitt. Seine Interventionsstudie im Rahmen des Förderprojektes „Wirksamkeit der Hydrotherapie bei nichtorganischen Schlafstörungen“, die er in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kurortmedizin und Gesundheitsförderung sowie Füssen Tourismus und Marketing durchführt, läuft nun seit mittlerweile gut vier Jahren. Zwar hat sich die Studienlaufzeit coronabedingt erheblich verlängert, mit den aktuellen Ergebnissen ist Eggensberger aber mehr als zufrieden. Für den letzten Teil seiner Studie sucht er nun noch einmal insgesamt rund 50 Probanden, die in zwei Lager geteilt werden. „Das sind zum einen 30 Menschen, die an Schlafstörungen leiden“, sagt er. „Die Probanden kommen diesmal für eine sechstägige Lehrwoche zu uns ins Haus, wo sie alles über die wirksame Selbstanwendung der Hydrotherapie erlernen, um diese dann innerhalb von zwölf Wochen täglich zu Hause selbst anzuwenden. Die andere Gruppe soll dagegen aus etwa 20 Personen bestehen, die zwar beruflich in zeitlich abwechselnden Schichten tätig sind, allerdings keine Schlafstörungen haben.“
Chronologie der bisherigen Studienabschnitte

Mit einer ersten Studie wollte Eggensberger zu Beginn des Projektes eigentlich nur den wissenschaftlichen Beweis erbringen, dass die altbewährte und traditionsreiche Kneippsche Hydrotherapie den Schlaf positiv beeinflusst. Mit einer zweiten Studie sollte anschließend geklärt werden, inwieweit sich DECT- und WLAN-Signale auf den Körper und das Schlafgeschehen auswirken. Es folgte eine dritte Studie, die weitere wichtige Erkenntnisse bringen und bereits erbrachte Erkenntnisse festigen sollte. Die dabei gewonnenen positiven Ergebnisse hatten ihn dann immer mehr angespornt, diesen eingeschlagenen Weg immer weiter zuverfolgen. Die verschiedenen Studienabschnitte sind somit Teile einer Gesamtentwicklung, zu der seit Beginn der Forschungen immer mehr Aspekte dazugekommen sind. Schon vor einigen Jahren hatte Eggensberger damit begonnen, sein Wissen zu erweitern, wenn es darum geht, die perfekten Möglichkeiten für einen erholsamen Schlaf zu finden.

Die Probanden sind Menschen, die im ganz normalen Arbeitsalltag stehen. Der Ablauf der Studien ist dabei nahezu immer derselbe. Nach einer ersten Blutdruckmessung bei den Teilnehmern erfolgt die Messung der sogenannten Herz-Raten-Variante, die die Abstände des Herzschlags darstellt. Anschließend wird der Fuß des Probanden mit einem kalten Wasserbad auf etwa 16 Grad abgekühlt. Welche Zeit der Fuß dann benötigt, um wieder auf Körpertemperatur zurückzukommen, bildet dabei einen weiteren wichtigen Wert. Nach diesen Messungen geht es mit Kneippschen Wassergüssen weiter. Eggensberger geht davon aus, dass sich der Körper durch die Anwendungen am Ende noch schneller erwärmt und sich somit auch schneller regenerieren kann. Das Ergebnis sollte dann auch ein wesentlich schnelleres Einschlafen sein, dazu weniger häufige Wachphasen und ein insgesamt deutlich längerer Schlaf. Begleitend zu der Studie führen die Probanden ein sogenanntes Schlaftagebuch, in dem sie ihr eigenes Schlafverhalten dokumentieren. Bereits innerhalb der ersten Test-Wochen ließen sich schon erste positive Veränderungen feststellen. So wie bei Teilnehmerin Andrea Maurer. „Mein Aha-Erlebnis war, als ich während der Studie nachts aufgewacht bin“, erzählt sie. „Nachdem ich dann aber eine Waschung durchgeführt habe, bin ich sofort wieder eingeschlafen. Das war wie ein Wunder.“ Ähnlich hat es auch Probandin Franziska Brenner erlebt. „Die regelmäßige Anwendung der Güsse tut richtig gut. Ich werde das sicher beibehalten, schließlich hat es ja auch geholfen.“

Ende der Studie für 2024 geplant

„Insgesamt 60 Probanden haben an der Studie bereits teilgenommen“, bilanziert Andreas Eggensberger. „Die bisherige Resonanz ist dabei wirklich überwältigend. Wir haben sogar zahlreiche Teilnehmer, die die erlernten Kneipp-Anwendungen seit ihrer Teilnahme an der Studie regelmäßig weiterhin zu Hause durchführen, weil sich ihr Schlafverhalten damit grundlegend verändert hat. Wir sind schon jetzt sehr gespannt auf die finalen Auswertungen, bis Ende des übernächsten Jahres wollen wir dann endgültig fertig sein.“ Mitmachen können generell Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren. Potentielle Probanden können sich im Therapiezentrum Eggensberger in Hopfen melden. Bei den Studien unterstützt wird Andreas Eggensberger von Professor Dr. Christian Schumann, dem Leiter des Schlaflabors in Kempten, sowie Professor Dr. Mario Babilon, Studiengangsleiter für Informationstechnik an der Dualen Hochschule in Stuttgart.

Studienteilnehmer aus der Region gesucht!
Führen Sie auch ein übermüdetes Leben? Haben Sie Probleme mit dem Einschlafen? Können Sie nicht durchschlafen und werden nachts immer wieder wach? Dann nehmen Sie an der Studie „Wirksamkeit der Hydrotherapie bei nicht-organischen Schlafstörungen“ teil. Die von Füssen Tourismus und Marketing organisierte medizinische Studie wird im Therapiezentrum Eggensberger durchgeführt.

Mehr Informationen unter:
www.fuessen.de/studie-hydrotherapie
Ringweg 4-6, 87629 Hopfen am See
kneippstudie@reha-hopfen.de
Tel. 08362 9103-300

Text: fa
Fotos: Therapiezentrum Eggensberger

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