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Gute Botschaft für Stromverbraucher

Elektrizitätswerke Reutte halten die Strompreise vorerst stabil

Eine „sehr gute Botschaft“ verkündete kürzlich Dr. Christoph Hilz im Rahmen einer Pressekonferenz der Elektrizitätswerke Reutte (EWR) in deren Füssener Niederlassung. So werde der Energieversorger aus dem Außerfern seine Strompreise zum kommenden Jahreswechsel nicht der allgemeinen dramatischen Preisentwicklung in diesem Bereich anpassen, unterstrich der EWR-Vorstand. Gleichzeitig betonte Hilz aber auch, dass dies möglicherweise nur für das erste Halbjahr 2022 gelte, da man „für den Rest des Jahres noch nichts Genaues sagen“ könne.

Zum 1. Januar 2022 sinken jedoch die Steuern und Abgaben im Strombereich. Da die EEG-Umlage dann von 6,5 auf 3,7 Cent pro Kilowattstunde gesenkt wird, dürfen sich die Kunden der EWR dann sogar darüber freuen, dass der Gesamtstrompreis niedriger sei als jetzt. Für einen durchschnittlichen Privathaushalt mit einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden im Jahr kann das eine Ersparnis von rund 83 Euro brutto bedeuten. Und selbst beim Grundversorgungstarif des Unternehmens, bei dem sich der Strom um 1,8 Cent brutto pro Kilowattstunde erhöht, profitieren die betroffenen Kunden laut Hilz von einer Ersparnis von etwa 30 Euro pro Jahr (bei 3000 Kilowattstunden im Jahr, brutto). Das sei „eine sehr, sehr gute Botschaft in Zeiten , in denen der Strompreis so hoch ist.“ Verantwortlich für die europaweit rasant angestiegenen Strom- und Gaspreise in den vergangenen Monaten sei nach Meinung von Hilz „eine weltweit hohe Nachfrage nach Gas“, deren größte Treiber China und andere Teile Asiens darstellen. Als weitere Gründe für die Preissteigerung führte Hilz die Abschaltung von drei Atomkraftwerken in Deutschland gegen Jahresende und das Programm „Fit für 55“ von der Europäischen Union an. Dieses sehe vor, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen und die Emission von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Zu den außerordentlich hohen Preisen am Gasmarkt trügen schließlich auch niedrig gefüllte Gasspeicher in Europa bei, was sich wiederum auf den Strompreis auswirke. Dazu kämen Entwicklungen an der Börse, die eine dramatische Energiepreissteigerung am Markt nach sich gezogen und den Preis pro Megawattstunde im Vergleich zum Jahresanfang verdreifacht haben.

Dass die EWR allerdings trotz europaweit steigender Strompreise die Energiepreise stabil halten können, ist vor allem deshalb möglich, weil wir „langfristig planen und einkaufen“, hob Hilz die „langfristige und optimierte Strombeschaffungstrategie“ des Energieliefer-Unternehmens hervor. Um sich dennoch gegen mögliche steigende Strompreise in den kommenden Jahren absichern zu können, bieten die EWR außerdem auch weiterhin Fixtarife an, mit denen sich die Kunden „bei allen EWR-Tarifen für zwei Jahre gegen steigende Energiepreise“ schützen können. Nicht hundertprozentig absichern könne man sich allerdings gegen einen vorübergehenden Stromausfall, wie er sich vor knapp einem Jahr in Füssen und Umgebung wegen eines Brandes aufgrund „eines technischen Defektes an einem Leistungsschalter“ im örtlichen Hauptumspannwerk der EWR ereignet hatte. Die sei „fast wie ein Blackout-Szenario“ gewesen, das man kürzlich in Österreich geprobt hat, sagt EWR-Netze-Leiter Thomas Siebenhüner, der hinzufügt, dass man „vermutlich im Dezember die neue Schaltanlage im Umspannwerk Füssen in Betrieb nehmen“ kann. Sie soll schließlich das bis dahin bestehende Provisorium ersetzen.

Text · Foto: Alexander Berndt

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