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Tourismusverein Hopfen am See feiert sein 70-jähriges Jubiläum

Gegründet im Jahr 1951 mit dem damaligen Hopfener Bürgermeister Josef Eggensberger als erstem Vorsitzendem, begeht der Tourismusverein Hopfen am See am 12. Juni 2021 sein 70-jähriges Vereinsjubiläum. Kraft Satzung verschreibt er sich vorrangig der Förderung des Tourismus. Er ist aber auch – gemeinsam mit den anderen Hopfener Vereinen – Gewährsträger dafür, die Tradition und das Profil des Füssener Ortsteils Hopfen am See zu bewahren und fortzuentwickeln.

Als einer der Gratulanten sieht Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter den Verein als wichtigen Aktivposten bei der Entwicklung von Hopfen am See: „70 Jahre aktiven und erfolgreichen Engagements und eine extrem hohe Akzeptanz bei den Hopfenern sprechen für sich: Seit seiner Gründung schreibt der Tourismusverein eine Hopfener Erfolgsgeschichte, ist maßgeblicher Wegbereiter für die touristische Qualitätsentwicklung sowie für die Stadt ein wichtiger Ansprechpartner für alle Zukunftsfragen.“ Dem Dank für die Zusammenarbeit schließt sich Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier an: „Tourismusvereine verleihen der oft kleinteiligen und heterogenen Tourismuslandschaft Stimme und Gewicht. Der Tourismusverein Hopfen am See ist ein Paradebeispiel dafür, Interessen zu bündeln und wirksam in Gremien und Entwicklungsprozesse einfließen zu lassen.“ Der Tourismusverein Hopfen am See vertritt die touristischen Interessen des Ortsteils unter anderem im Tourismusverein Füssen e.V., Dachverband der Füssener Tourismusvereine, sowie mit Sitz und Stimme im Marketing- und Wirtschaftsausschuss von Füssen Tourismus und Marketing. Ein Blick in die Vereinsgeschichte zeigt, dass Themen wie Preisstrategie, Verkehrsüberlastung, Parkprobleme und Meldedisziplin das Tourismusgeschehen schon in der Frühzeit des Vereins prägten und auch heute nichts an Aktualität verloren haben. Erster Vorstand des Vereins ist Hotelier Peter Hartung, sein Vertreter der Hotelier Simon Hartung.

Text: FTM · Foto: Felix Blersch/Stadt Füssen

Peter Hartung ist seit acht Jahren der Vorsitzende des Vereins. Seit über 21 Jahren ist er selber in der Hotellerie und Gastronomie tätig. Vieles hat sich in der Zeit verändert. Füssen aktuell sprach mit dem Hotellier über die Veränderungen, aber auch über die Chancen, die sich daraus ergeben.

Was hat sich im Tourismus in den letzten Jahren verändert? Die Übernachtungs-Aufenthaltsdauer der Gäste ist rückläufig und die Zahl der Tagesbesucher und die Gästezahl haben sich erhöht.
Ist das ein Nachteil für Hopfen?

Jain. Durch die Übernachtungsgäste, Tagesbesucher und Einwohner*innen sind wir mittlerweile an einer Grenze, wo man überlegen muss: kann man allen noch genug Aufenthaltsqualität bieten? Unser vorhandener Raum, zum Beispiel die Seepromenade, ist begrenzt. Wir sind an dem Punkt, wo man über bestimmte Besucherlenkung nachdenken muss, wie z.Bsp. ein digitales Parkleitsystem. Durch den starken Anstieg an Tagesbesuchern leidet die Aufenthaltsqualität, da weniger Raum für den Einzelnen vorhanden ist. Deshalb begleiten wir verschiedene angedachte Themen im Stadtrat, wie etwa ein digitales Parkleitsystem, Parkplatzoptimierung, Parkplatz-Suchverkehr-Vermeidung, Fahrradverleih, Radwegebau und vieles mehr.

Könnte Hopfen eines Tages generell autofrei werden?
Die Frage stellt sich für uns gar nicht, denn die Uferstraße ist eine Staatsstraße. Von Seiten des Straßenverkehrsamtes in Kempten ist uns diesbezüglich auch signalisiert worden: das ist keine Option.
Wäre ein Parkplatz außerhalb Hopfens eine bessere Option? Das kann niemand mit absoluter Sicherheit sagen, aber: durch Digitalisierung und die Bereitstellung von Parkplätzen am Ortseingang (West und Ost) kann durch Besucherlenkung eine Verbesserung erreicht werden.

Was unterscheidet Hopfen von anderen touristischen, ähnlich großen und strukturierten Orten?
Einen ähnlich strukturierten touristischen Ort wie Hopfen gibt es nicht, glaube ich. Die günstige Verkehrslage mit einer nahen Autobahnabfahrt, vielfältigem gastronomischem und touristischem Angebot – auf Seeebene in herrlicher Kulisse, Parkplätzen, etc. unterscheidet uns aber von anderen Orten. Die Berge sind nahe, aber wir sitzen nicht drin. Das ist sonnentechnisch ein Vorteil für uns. Der Hopfensee ist ein außergewöhnlicher Ort mit vielen Möglichkeiten.

Wie viele Übernachtungen habt ihr im Jahr und wie viele Einwohner hat Hopfen?
Wir haben in einem normalen Jahr rund 600.000 Übernachtungen bei knapp 1.000 Einwohnern.
Hopfen war früher auch für seine tollen Seefeste berühmt. Wollen Sie daran künftig wieder anknüpfen?
Veranstaltungen, wie die Kubanische Nacht, sind momentan nicht geplant, da die Angebote sehr vielfältig sind und aus unserer Sicht aktuell kein zusätzlicher Bedarf besteht. Auch sind die gesetzlichen Vorgaben enorm, dass wir ehrenamtlich tätig sind und da ganz schnell an Grenzen stoßen. Unser Bestreben ist: Veranstaltungen zu besonderen Jubiläen oder Anlässen, ansonsten kleine Angebote als sinnvolle Ergänzung. Schließlich veranstalten alle Hopfener Vereine Feste (Musik, Trachtenverein, Wasserwacht, Fischereiverein, Feuerwehr). Der Tourismusverein tritt meistens nur noch in Erscheinung bei bestimmten, kleineren Veranstaltungen wie etwa beim Public Viewing

Ist die Dorfgemeinschaft so intakt wie früher?
Insgesamt herrscht ein sehr gutes Verhältnis untereinander vor. Die Zusammensetzung hat sich geändert, die Strukturen sind nach wie vor da.

Welche Ziele haben Sie bezüglich der Zukunft des Vereins?
Wir wollen die Vermieter weiter im Verein organisiert halten und unsere Aufgaben im Verein weiter so wahrnehmen, wie wir es jetzt tun. Zudem wollen wir die verschiedenen Angebote für unsere Gäste weiter aufrechterhalten. Das gilt unter anderem für die Bereiche Kneipp, die Burgruine, Feste, Zusammenarbeit mit FTM … Unsere Arbeit wollen wir mit allen anderen Vereinen zusammen weiter so erfüllen wie bisher. Ich denke, das ist eine wichtige und dem Satzungszweck des Vereins entsprechende, verantwortungsvolle Aufgabe.

Das Interview führte Sabina Riegger

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