Coronavirus

Die FFP2 Maske

Bitte tief durchatmen

Seit dem 18. Januar 2021 gilt laut Bayerischer Staatsregierung unter anderem beim Einkaufen (auch bei click & collect), auf Wochenmärkten und im ÖPNV die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Die sogenannten Community-Masken, selbstgenähte Alltags- oder Behelfsmasken oder der medizinische Mund-Nasen-Schutz sind dort nicht mehr zulässig. Doch wie lange darf eine FFP2-Maske getragen werden – Stunden, Tage, Wochen? Worauf muss geachtet werden? Füssen aktuell informierte sich bei Apothekerin Franziska Sontheimer.

Was bedeutet FFP?
Es ist die englische Abkürzung für Filtering Face Piece oder auf Deutsch partikelfiltrierende Halbmasken, die als Staubschutzmasken entwickelt wurden.

Es gibt FFP1, 2 und 3 Masken. Für was stehen die Zahlen?
Die Zahlen stehen für unterschiedliche Filterleistungen. Je höher die Zahl, desto größer die Schutzwirkung. FFP-1 Masken filtern mindestens 80% der Schadstoffe aus der Luft. FFP-2 Masken filtern hingegen mindestens 94% der Schadstoffe aus der Luft. Die FFP-3 Masken filtern mindestens 99% der Schadstoffe aus der Luft. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt zur Behandlung und Pflege von Patientinnen und Patienten mit einer Infektion durch das Coronavirus SARS-CoV-2 FFP2-Masken sowie FFP3-Masken.

Sind FFP2 Masken mit Ventil sicherer?
Ein Ventil erleichtert zwar die Atmung, aber sie dienen primär dem Selbstschutz denn sie filtern nur die eingeatmete Luft und bieten daher weniger Fremdschutz. Dass heißt, Viren können durch das Ventil ausgeatmet werden und gelangen somit an die Luft, deshalb sollten Personen mit Krankeheitssymptomen keine Atemschutzmaske mit Ventil tragen.

Wie oft kann man eine FFP2 Maske verwenden und wie lange ist die maximale Tragedauer am Stück?
Nach sachgerechter „Aufbereitung“ kann die Maske maximal fünf Mal wieder verwendet werden. Die maximale Tragedauer am Stück bei FFP2 beträgt 75 Minuten mit anschließender Mindesterholungsdauer von 30 Minuten.

Dürfen Partner untereinander die Masken tauschen?
Nein, da jeder Träger seine eigenen Erreger auf der Maske hinterlässt.

Dürfen FFP2 Masken desinfiziert werden?
Nein, durch Desinfizieren wird die Funktionalität der Masken negativ beeinflusst. Auf keinen Fall die FFP2-Masken in der Mikrowelle, der Wasch- oder Spülmaschine oder mit UV-Licht aufbereiten. Während UV-Licht normalerweise nur an der Oberfläche wirkt, können mechanische Belastungen sowie Wasch- oder Spülmaschinenmittel die Masken beschädigen und die Filterwirkung herabsetzen. In der Mikrowelle werden keine gleichmäßigen Temperaturen erreicht, sodass die Temperatur an einigen Stellen der Maske zu niedrig und damit unwirksam und an anderen Stellen zu hoch sein kann, was die Maske wiederum beschädigen kann.

Können die FFP2 Masken im Backofen getrocknet werden?
Ja, die Aufbereitung im Backofen ist möglich, dabei gilt es aber einiges zu beachten: Die Masken müssen mindestens einen Tag an der Luft trocken. Sind sie trocken legt man sie auf ein mit Backpapier belegten Backofenrost und heizt den Backofen auf 80°C Ober-und Unterhitze auf. Im geschlossenen Backofen dann 60 Minuten die Masken belassen. Während dieser Zeit darf der Backofen nicht geöffnet werden, weil die Temperatur von 80° darf nicht unter- oder überschritten werden. Zu niedrige Temperaturen können sogar das Keimwachstum fördern, zu hohe Temperaturen beeinträchtigen die Stabilität und Filterleistung der Maske. Deshalb sollte die Temperatur mittels eines Backofenthermometers kontrolliert werden. Da es trotzdem zu Temperaturschwankungen kommen kann, empfiehlt sich die zweite „Aufbereitungsmethode“: Trocknen bei Raumluft: Hierbei tritt eine entsprechende Keimreduktion ab dem siebten Tag auf. Am besten einen Wäscheständer aufstellen, getragene Maske dort aufhängen und nach 7 Tagen wieder verwenden. Beide Aufbereitungsmethoden dürfen nur fünf Mal wiederholt werden.

Wenn man im Internet nach FFP2 Masken stöbert kommt man auf die Bezeichnung KN95. Sind diese vergleichbar mit einer CE-Kennzeichnung, die einer europäischen Anforderung entsprechen?
Sie sind äquivalent zu FFP2 Masken. Die abweichende Bezeichnung resultiert aus den weltweit unterschiedlichen Normungen. Die FFP2 ist die europäische Norm, KN95 die chinesische. Die KN95 Masken sind nicht zwangsläufig schlechter als die CE-gekennzeichneten FFP2 Masken. Auch die KN95 Masken können einer Prüfung, dem sogenannten CPA-Verfahren, unterzogen werden. Wenn sich in dieser herausstellt, dass die Schutzwirkung vergleichbar mit derer der FFP2-Masken ist, so wird dies mit einem Zertifikat bestätigt. Die Schutzfunktion ist dann die gleiche, wie bei FFP2 Masken. Man sollte aber unbedingt auf die erwähnte DIN-Kennzeichnung achten. Diese kann EN 149:2009-08 oder EN 149:2001+A1:2009 lauten.

Worauf sollte man beim Tragen der Maske achten?
Der richtige Sitz von FFP-Masken ist wichtig für die Schutzleistung. Nur wenn sie dicht sitzt, kann die volle Filterleistung zum Tragen kommen. Die Maske muss gut passen und über Mund und Nase sitzen. Die Ränder sollen eng anliegen und keine Luftströme an der Maske vorbei erlauben. Bartträger sollten sich rasieren um sicherzustellen, dass die Maske dicht abschließen kann.

Was ist der Unterschied zwischen einer OP-Maske und einer FFP2 Maske?
OP-Masken bieten keinen Selbstschutz, sie schützen nur das Gegenüber. Viruspartikel in der Atemluft sind relativ groß, deshalb können OP-Masken sie recht gut zurückhalten. Allerdings schrumpfen die Partikel in der Raumluft und können wiederum beim Einatmen durch diese Masken hindurch gelangen. Hier kommt die bessere Filterleistung der FFP2-Masken zum Tragen, sie können diese Partikel besser aufhalten. FFP2-Masken bieten daher sowohl Fremd- als auch Selbstschutz.

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Weitere Informationen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Das Gespräch führte Sabina Riegger

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