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Reden ist Silber -Miteinander reden ist Gold

Riedens Bürgermeister Andreas Haug zieht im ersten Amtsjahr Zwischenbilanz

„Es ist Weltklasse“ strahlt der im März neu gewählte Riedener Bürgermeister, Andreas Haug. Damit meint er sowohl sein umfassendes Aufgabenspektrum, das er als erster hauptamtlicher Bürgermeister Riedens zu bewältigen hat, als auch die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und den Bürgern. Natürlich war es für den früheren Ausbildungsleiter eines Füssener Autohauses und ehemaligen Gemeinde-Angestellten nicht ganz einfach, sich in das neue, umfangreiche Aufgabengebiet einzuarbeiten. Allerdings kann Haug jederzeit auf die Gemeindemitarbeiter und die kompetente Unterstützung des Gemeinderates zählen, dem er selbst 12 Jahre lang angehört hat.

Haug betrachtet sich als Mann der Tat, der überhaupt kein Problem damit hat, sich vorne hinzustellen und Verantwortung zu übernehmen. Auch mit Kritik kann der gelernte KFZ-Meister umgehen. Allerdings macht auch hier der Ton die Musik, und je offener man miteinander auf einer sachlichen Ebene diskutiert, umso fließender präsentiert sich die Gesamtkomposition, also das Ergebnis der Diskussion. Mit einem Lachen im Gesicht gibt Haug zu, dass, zum Leidwesen seiner Frau, Streiten mit ihm nicht möglich ist, da er Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus trifft, sondern bei kritischen Fällen erst einmal die sprichwörtliche Nacht darüber schläft, und die Fakten sachlich analysiert, bevor er zu einem Urteil gelangt.

Immer wieder aufs Neue überrascht ist der 50-Jährige sowohl vom Ideenreichtum, als auch vom offenen und konstruktiven Umgang innerhalb der Gemeinde. „Das miteinander Reden“ ist genauso wichtig wie der Informationsfluss. „Wenn Verfahrenswege klar und transparent dargestellt sind, wiegt auch manch negativer Beschluss für den einzelnen weniger schwer“. So bekommen die Gemeinderäte eine Woche vor der nächsten Sitzung detaillierte Informationen zu den anstehenden Tagesordnungspunkten, um sich im Vorfeld ein eigenes, umfassendes Bild machen zu können. Die idyllische Gemeinde am Forggensee sieht Haug auch für die Zukunft gut aufgestellt. Nicht zuletzt dank der vorausschauenden und strategisch ausgerichteten Planungen seines Vorgängers, Max Streif. Allerdings wird er sich auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen, denn „Stillstand bedeutet Rückschritt“. Und so steht auch jetzt und zukünftig ein wahres Füllhorn an Projekten an. Natürlich muss man in diesem durchaus schwierigen Jahr die möglichen Ausgaben dieser Planungen auf den Prüfstand stellen. Rieden ist – lt. Haug – durch das Corona-Jahr mit einem „blauen Auge“ davongekommen. Die Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer bewegen sich im einstelligen Prozentbereich. Eine Prognose für 2021 wagt er allerdings nicht, denn zu unwägbar ist der weitere Pandemie-Verlauf, der aktuell jeden fest im Klammergriff hält.

Gegenwärtig sind sowohl der Bau der Kita als auch der weitere Ausbau des flächendeckenden High-Speed-Internets in vollem Gang. Die Ausweisung eines neuen Baugebietes ist in Arbeit. Die Planungen dazu sollen bis 2022 fertig gestellt sein, da noch die ein oder andere umwelttechnische Herausforderung im Raum steht. Weiter ist, als ein gemeinschaftliches Projekt, die Errichtung einer WC-Anlage am Friedhof geplant. Diese Idee stammt aus einem Gespräch mit dem Bauausschuss, und soll vor allem durch die Eigeninitiative und Eigenleistung der Bürger realisiert werden. Die rechtlichen und versicherungstechnischen Rahmenbedingungen dazu wurden bereits geklärt. Geplanter Startschuss ist 2021. Und nicht zu vergessen der Ausbau der Nahversorgung, die weitere Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Verdichtung des Ortskerns, etc., die Andreas Haug, gemeinsam mit dem Gemeinderat, planvoll und zielstrebig angehen möchte.

Bei aller Freude an seiner Arbeit, gibt es für Haug jedoch eine klare Trennung zwischen Amt und Privat. Ein 7/24 Job – wenn man das so salopp sagen will – ist das Bürgermeisteramt für ihn nicht. Dementsprechend klar strukturiert ist sowohl sein Arbeitstag, als auch der seiner Mitarbeiter in der Gemeinde. Überstunden sollen, durch adäquates Zeitmanagement, so gut wie möglich vermieden werden. Denn bei aller Liebe zur Arbeit, gibt es doch noch immer das so wichtige Privatleben.

Text Harald Birkholz· Foto: privat

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