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Ein Leben für das Squash

Der Begriff Squash stammt ursprünglich aus dem Englischen und bedeutet soviel wie zusammendrücken oder zerquetschen. Ziel des Spiels ist es, den Ball so zu schlagen, dass der Gegner ihn nicht mehr erreichen kann, bevor er zum zweiten Mal den Boden berührt.

Der gebürtige Pfrontener Thomas Wachter mit österreichischer Staatsangehörigkeit spielt seit seinem einundzwanzigsten Lebensjahr und ist dem Sport seit der ersten Minute verfallen. Seinen Lebenslauf ohne die Erwähnung von Squash zu schreiben, würde ein nahezu leeres Blatt bedeuten, denn der Ballsport hat sich längst auch zu seinem Lebensmittelpunkt entwickelt. „Als man in Pfronten Ende der Achtziger die Halle gebaut hat, habe ich das als Ausgleich zum Kraft- und Konditionstraining mal ausprobiert“, erinnert er sich. Da hat mich das Virus schon gepackt, ich weiß noch genau, wann das war, mit wem ich gespielt habe, welchen Schläger und welche Sporttasche ich dabei gehabt habe. Ich hatte Entzugserscheinungen, wenn ich nicht mindestens dreimal in der Woche im Court war. 1990 habe ich dann im Verein in Füssen angefangen, spielte aber auch beim Squashverein in Reutte.“ Zusammen mit seinen Mannschaften konnte Wachter große Erfolge feiern, darunter der stufenweise Aufstieg seines Teams aus der Kreis-, über die Bezirks- und Landesliga bis hin zur Bayernliga. Zahlreiche Trophäen und Urkunden sind es bis heute geworden, die sich dabei angesammelt haben, vom Titel des österreichischen Mannschaftsmeister bis hin zum Tiroler Squash-Seniorenmeister Ü45 und Ü50, aktuell steht Wachter in der Bayernliga der Senioren auf Rang 3.

Für Wachter hat sich der Sport zu einer Lebensaufgabe entwickelt, er ist Vorstand beim 1.Squash-Club Füssen, Sportwart beim SC Red Bull Reutte und zudem Präsident des Österreichischen Squash Rackets Verband. Nebenbei trainiert er Freizeitsportler und Kinder oder ist als einer von 19 Welt-Schiedsrichtern bei internationalen Turnieren, wie den French Open oder dem WM Finale in Doha in Katar im Einsatz., Auch Spiele in Indien, den USA, in Ägypten und auf den Cayman Islands hat er schon gepfiffen. „In Füssen und Reutte sind wir ein gemeinsamer Haufen“, erklärt er. „In Füssen sind es etwa 20 Spieler in der Mannschaft, von denen fünf noch am Spielbetrieb der Squash Bayernliga der Senioren teilnehmen, die aber auch mal der Reuttener Mannschaft aushelfen.“ Dass Spieler dabei gleich in Ligen zweier verschiedener Länder antreten, ist im Squash völlig normal, sagt der Profi, der selbst auch ab und zu noch bei einer Schweizer Mannschaft, dem Squashclub Grabs in der Nähe von Vaduz, aushilft. „Squash darf man eben in jedem Land spielen“, lacht er. So treten die Füssener Squasher oft mit österreichischen Aushilfskollegen an, die Reuttener auf der anderen Seite eben mit Füssenern. Austragungsort der Heimspiele ist dabei immer das Sportcenter Reutte.

Nach dem regelrechten Squashboom der Achtziger Jahre hat sich das Interesse an dem Trendsport in den letzten Jahrzehnten immer mehr verringert. Deswegen sieht es Thomas Wachter auch als seine Aufgabe, dem Ballsport wieder zu etwas mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. „Vielleicht gerade jetzt, wenn es nach den Corona Ausgangsbeschränkungen wieder möglich ist, Sportstätten zu besuchen“, sagt er. „Ich denke da besonders an Menschen, die früher schon mal Squash gespielt haben oder es einfach mal versuchen wollen. Das würde mich freuen.“

Text: Lars Peter Schwarz · Foto: privat

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