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Memo an dich – Interview der Landratskandidat*innen

Am 15. März 2020 finden die Kommunalwahlen statt. Deswegen hat der Vorstand des Kreisjugendrings Ostallgäu die Landratskandidat*innen interviewt. In diesen Interviews wurden ausschließlich Fragen gestellt, welche von jungen Menschen aus dem Landkreis formuliert wurden. Denn diese wollen Antworten auf ihre jugendpolitischen Fragen. Diese beinhalten: Wie attraktiv ist der Landkreis für Jugendliche, junge Menschen und Familien? Welche Maßnahmen hinsichtlich der Jugendbeteiligung sollten noch breiter aufgestellt werden? Wie kann das Ehrenamt attraktiver gestaltet werden? Soll das Wahlalter abgesenkt werden? Im Folgenden sollen die Antworten der Kandidaten und Kandidatinnen vorgestellt werden.

Die Interviews sind auf dem YouTube Channel „Memo an dich“ des Kreisjugendrings unter „Interviews Landratskandidat*innen“ zu finden.

Frage 1: Wie attraktiv ist das Allgäu für Jugendliche, junge Menschen und Familien? Das Allgäu ist nicht nur durch die Berg- und Seenlandschaft geprägt, auch das gemeinschaftliche Miteinander zieht immer mehr Menschen in unsere schöne Heimat.

Laut Landrätin Zinnecker von der CSU sind vor allem folgende Punkte positiv festzuhalten: Ein  großes Betreuungsangebot für Kinder ist  für Familien sehr wichtig, damit kann das Allgäu bereits punkten. Die Digitalisierungsoffensive hilft insbesondere im Bereich Bildung nicht still zu stehen. Damit das Allgäu aber ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort bleibt, muss Wohnraum geschaffen werden und der ÖPNV ausgebaut werden.

Herr Fack von den Freien Wählern betont die Wichtigkeit, junge Menschen und deren Forderungen ernst zu nehmen. Er möchte noch mehr Jugendbeteiligung, z. B. durch Jugendbeiräte schaffen. Herr Fack sieht ebenfalls die Wichtigkeit des ÖPNV Ausbaus. Er möchte sich an dieser Stelle nur auf Jugendliche und junge Menschen konzentrieren, da das Thema Familie noch „breiter“ ist.

Frau Deckwerth von der SPD fordert Tariflöhne für den gesamten Landkreis und bezahlbaren Wohnraum damit das Allgäu weiterhin attraktiv bleibt. Für sie spielen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine wichtige Rolle. Der Ausbau des ÖPNV ist auch für Frau Deckwerth sehr wichtig.

Herr Dr. Günter Räder von den Grünen betont die bereits bestehenden vielfältigen Angebote. Als Beispiele werden von ihm die Glasfaserversorgung, gute Handynetze, Schulangebote und Freizeitmöglichkeiten genannt. Seiner Meinung nach muss der ÖPNV noch viel weiter ausgebaut werden.

Frage 2: Welche Maßnahmen hinsichtlich der Jugendbeteiligung sollten noch breiter aufgestellt werden?

Für Frau Deckwerth spielt die Demokratiebildung eine wichtige Rolle. Ihrer Meinung nach müssen junge Menschen angebotene Versammlungen nutzen um ihre Meinung einbringen zu können und bereit sein sich zu beteiligen. Außerdem müssen Bürgermeister*innen darin bestärkt werden die Jugendarbeit zu unterstützen. Sie vertritt die Ansicht, dass mehr Jugendparlamente eingerichtet werden müssen. Sie lobt das Projekt „What’s Up“ und dessen Erfolge.

Herr Doktor Günter Räder sieht eine große Wichtigkeit im Absenken des Wahlalters auf 16 Jahre, sowie das Aufstellen von Jugendparlamenten, -foren und –gremien. Seiner Meinung nach ist die Jugendvertretung mit dem Kreisjugendring gut aufgestellt.

Frau Zinnecker betont den Erfolg des Projekts „What’s Up“, welches schon viele gute Impulse gegeben hat. Ihrer Meinung nach müsste noch mehr Struktur in den Kommunen geschaffen werden, beispielsweise durch mehr Jugendbeiräte. Für sie ist Nachhaltigkeit sehr wichtig, denn die Jugend ist die Zukunft.

Herr Fack fordert mehr Jugendforen und betont die wichtige Aufgabe der Mandatsträger, die Forderungen der Jugendlichen und jungen Menschen ernst zu nehmen.

Frage 3: Wie kann Ehrenamt attraktiver gestaltet werden?

Das Ehrenamt äußerst wichtig ist, ist allen Kandidaten und Kandidatinnen bewusst.

Herr Fack ist der Meinung, dass das Ehrenamt im rechtlichen Bereich mehr unterstützt werden muss. Er schlägt beispielsweise eine Telefonhotline mit Kontakten zu Rechtsanwälten vor bei denen sich Ehrenamtliche informieren und Fragen stellen können.

Für Frau Deckwerth wäre eine Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen sehr wichtig. Ebenfalls sieht sie die Wichtigkeit von Fortbildungen. Ihrer Meinung nach brauchen Ehrenamtliche einen festen Ort um sich zu treffen. Wenn Ehrenamtliche eine Party organisieren wollen, sollten die Genehmigungsverfahren vereinfacht werden.

Herr Dr. Günter Räder ist selbst in verschiedenen Ehrenämtern tätig. Daher weiß er, welche Anforderungen bestehen und dass es viele Versprechungen gibt, welche nicht so leicht umzusetzen sind. Seiner Meinung nach müssten rechtliche Ausbildungen angeboten werden und der Datenschutz geklärt werden. Er lobt alle die sich ehrenamtlich engagieren.

Frau Zinnecker spricht die Servicestelle Ehrenamt an und betont, dass dieses immer offen für Neues ist. Dort kann man direkte Unterstützung und Coaching erhalten. Die Fachstelle Verein(t) aktiv spricht junge Menschen an und möchte diese ermutigen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Fachstelle leistet wichtige und gute Arbeit.

Frage 4: Soll das Wahlalter abgesenkt werden?

Dr. Günter Räder findet die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre sehr empfehlenswert, dies ist auch ein Programmpunkt der Grünen. Die Absenkung des Wahlalters auf 14 Jahre findet er dagegen „sportlich“. Er spricht sich nicht dagegen aus, man müsste es sich überlegen.

Frau Zinnecker spricht sich nicht gegen eine Absenkung des Wahlalters aus. Sie vertritt aber die Meinung, dass es für Jugendliche wichtiger wäre in einen Jugendbeirat einzutreten um sich vor Ort in der Kommunalpolitik zu engagieren. Dadurch könnte die Begeisterung Jugendlicher für Politik steigen.

Herr Fack wünscht sich eine Absenkung des Wahlalters auf 14 Jahre. Für ihn wäre es aber schon ein großer Fortschritt, wenn Jugendliche ab 16 wählen dürften.

Frau Deckwerth ist ebenfalls der Meinung, dass das Wahlalter auf 14 Jahre gesenkt werden sollte. Dass Jugendliche ab 16 wählen dürfen sieht sie als Notwendigkeit an.

In einer abschließenden Schnellfragerunde konnten die Kandidaten und Kandidatinnen Fragen mit „ja- stimme ich zu“ oder „nein-stimme ich nicht zu“ beantworten. Folgende Fragen wurden gestellt: Ist der Landkreis jugendfreundlich? Sollte Jugendbeteiligung eine Pflichtaufgabe in jeder Gemeinde sein? Sollte es einen Jugendrat auf Landkreisebene geben? Sind Sie für oder gegen ein Tempolimit 130km/h auf deutschen Autobahnen? Braucht es neue Konzepte zum ÖPNV? Sollte der Umweltschutz in jede politische Entscheidung einbezogen werden? Sollte die Demokratieförderung im Landkreis ausgebaut werden? Sollte der Landrat bzw. die Landrätin einen Twitter und Instagram Account haben? Die Antworten dazu finden Sie auf dem YouTube Kanal „Memo an dich“ unter „Interviews Landratskandidat*innen Ostallgäu“.

Text/Bild: PM Kreisjugendring Ostallgäu

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