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La Dolce Vita beim Schwangauer Fasching

Von Camping und Azzuro bis hin zu Celentano und Vespa…

Sie lieben den Fasching und das Maschgern und sie sind seit Jahren beim Schwangauer Fasching dabei. Jetzt sind sie auch noch wohl eines der ältesten Prinzenpaare, das zur Faschingszeit in der Gemeinde Schwangau jemals regiert hat. „Als die Mitglieder vom Elferrat bei uns geklingelt haben, haben wir zuerst abgesagt“, erzählt seine Tollität Prinz Harald I. „Erst nachdem wir ausgiebig darüber nachgedacht haben, fiel die Entscheidung, den ganzen Spaß mitzumachen“, ergänzt ihre Lieblichkeit Prinzessin Corinna I.

Die Landerers sind schließlich eine echte Maschgerer-Familie. Denn vor genau vierzig Jahren schlüpfte bereits Haralds Schwester Astrid in die Rolle der Faschingsprinzessin. Und auch die Beiden selbst sind seit vielen Jahren schon im Schwangauer Fasching aktiv mit dabei. Während Corinna mit der Fußgruppe des TSV unterwegs ist, erfüllt Harald seine Pflichten als Chef der sogenannten „Schwankinger“, einer Gruppe, die sich zur Zeit der Wikinger im Ort gebildet hatte. Dazu kommt, dass sich die beiden auch noch im Fasching kennen und lieben gelernt haben, was allerdings auch schon rund 15 Jahre her ist. „Außerdem muss ein richtiger Schwangauer auch einmal im Leben Faschingsprinz gewesen sein“, weiß der 46-Jährige, der sein Geld beim Füssener Bauhof verdient.

Größtes Verständnis dafür haben selbstverständlich auch die beiden Kinder Johanna und Maximilian, die zwar nicht von Anfang an eingeweiht waren, sich letztendlich aber auch auf die kommenden Wochen freuen.
Getreu der mittlerweile 90-jährigen Tradition entscheidet das jeweilige Prinzenpaar über das Motto des Schwangauer Faschings. So haben sich Harald und Corinna für diese Saison für das Schöne Italien mit seiner eigenen Kunst des Süßen Lebens entschieden. Ein kleiner Nachschlag, so könnte man meinen, auf die Regentschaft des letztjährigen Prinzenpaares, als mit dem Chicago der 20er Jahre die Mafia in Schwangau Einzug hielt. „Das ist reiner Zufall“, korrigiert Harald. „Wir haben eine große Liebe zu Italien, die wir hier zeigen wollen“, fügt die Hotelfachfrau, die auf der anderen Seite des Forggensees, in Rieden aufgewachsen ist, hinzu.

„Mit dem Motto Bella Italia verbindet uns vor allem die Zeit, als deutsche Urlauber zum ersten Mal nach Italien gefahren sind, also die Fünfziger und Sechziger Jahre. Im Grunde kann aber jeder für sich selbst umsetzen, was er mit dem beliebten Urlaubsland in Verbindung bringt. In unserem Alter denken wir da eben an die bekannten Setra-Busse, an alte Filme und an italienische Schlager. Wir wollen damit alle Menschen auf eine schöne und kunterbunte Reise nach Italien mitnehmen.“Die kommenden Wochen und Monate bedeuten für Harald und Corinna allerdings auch etwas weniger Schlaf und einige gesellschaftliche und grundsätzliche Verpflichtungen. So muss auch Harry, wie seine unzähligen Vorgänger auch, seit dem Faschingsbeginn am 11.11. sein Szepter, den sogenannten „Bojazl“, hüten und bewachen. Wird es gestohlen, muss er es auslösen, was gewöhnlich zu einer ziemlich teuren Angelegenheit werden kann. Für alle weiteren Pflichten haben die beiden Regenten den geheimen „Prinzen-Leitfaden“, eine schriftliche Sammlung hilfreicher Tipps erhalten.

Man darf auf alle Fälle sehr gespannt sein, was Harald und Corinna zusammen mit ihrem Hofstaat in diesem Jahr alles auf die Beine stellen werden. „Bei der Ideenfindung hilft uns ganz sicher, ebenfalls passend zu unserem Motto, ein Tropfen eines guten italienischen Rotweins“, lacht Harry I.

Text: Lars Peter Schwarz · Bild: M.Häfelein

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