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Der Sommer und die Sonne

Ohne Sonne ist der Sommer kein richtiger Sommer. Wir lieben und genießen sie, sie hebt die Stimmung, macht fit und lässt alles wärmer und schöner erscheinen. Doch sie hat auch ihre Tücken. Zuviel Sonne lässt die Haut altern, verursacht Hautkrebs, schadet bei bestimmten Therapien und verursacht Allergien.

Wie also die Sommersonne richtig genießen? Eine Frage, die man näher erörtern sollte. Zum einen gilt es die Haut zu schützen und zwar ohne gleichzeitig zu schaden. Zum anderen ist es aber auch notwendig den Energiespender Sonne zu nutzen um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Am besten gewöhnt man die Haut maßvoll an die Sonne um einen Sonnenbrand zu vermeiden und durch die Bräunung einen natürlichen Schutz zu erhalten und achtet zudem auf eine gute Nährstoffzufuhr.

Wir brauchen die Einwirkung der UV-Strahlen auf unsere Haut hauptsächlich zur Bildung von Vitamin D, welches an tausenden von Regulierungsvorgängen im Körper beteiligt ist. Vitamin D schützt vor Erkältungen, Knochenerkrankungen und Rachitis und verhindert ein gestörtes Zellwachstum in Prostata, Brust und Darm. Zahlreiche Studien belegen zudem, dass Vitamin D das Krebswachstum reduzieren kann. Allerdings kann das Vitamin D in unseren Breiten nur in den Monaten Mai bis Oktober in unserer Haut gebildet werden. Und auch nur dann, wenn die Strahlen in die Haut eindringen können, was nach dem Auftragen von den meisten Sonnenschutzmitteln nicht mehr möglich ist. So kommt es zu auffallend niedrigen Spiegeln von Vitamin D mit all seinen Folgen auf Immunsystem, Stimmung, Stoffwechsel und Hormonhaushalt. Es macht daher Sinn, während der Wintermonate für Ersatz zu sorgen, ebenso wenn wegen der Einnahme von bestimmten Medikamenten wie Antibiotika, Schmerzmitteln oder Mitteln gegen Epilepsie Sonneneinstrahlung gemieden werden muss. Sollte der Vitamin D-Spiegel, der im Blut bestimmt werden kann, schon weit gesunken sein, empfiehlt es sich therapeutisch begleitet zunächst hohe Dosen in Kombination mit Vitamin K2 und Magnesiumcitrat zu verabreichen um die Gefäße nicht zu schädigen. Sind die Speicher aufgefüllt, sollte eine regelmäßige Einnahme abhängig vom Körpergewicht bis zum Frühjahr erfolgen. Ab dann ist ein sinnvoller Sonnenschutz angesagt. Viele Sonnenschutzmittel enthalten neben Substanzen, die die Bildung von Vitamin D verhindern, auch noch sogenannte Nanopartikel, deren Effekt auf unseren Körper noch nicht absehbar sind, und Allergie auslösende Duftstoffe.

Gerade Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem geraten durch den Mangel an Sonne und sinkendem Vitamin D-Spiegel in eine Abwärtsspirale und brauchen medikamentösen Ersatz. Laut einer neuen Meta-Analyse aus dem Jahr 2014 veröffentlicht im British Journal of Cancer, senkt Vitamin D die Sterblichkeitsrate bei Krebs um 15 %. Noch stärker vermindert ein gesunder Vitamin D-Spiegel die Sterblichkeitsrate infolge eines Herzinfarktes, nämlich um fast 81 %, wie Forscher der Kopenhagener Universitätsklinik nachweisen konnten.

Wegen der nachdrücklichen Warnungen vor allem von Hautärzten fürchten die meisten Menschen die Sonne und sind sich ihrer unverzichtbaren Wirkung auf die Gesundheit gar nicht bewusst. Natürlich ist übertriebenes Sonnenbaden nicht zu empfehlen, weil es tatsächlich zu Hautkrebs führen kann. Aber zu dessen Entstehung sind neben einer überempfindlichen Haut weitere Faktoren nötig. Dazu gehören ein niedriger Antioxidantienstatus, ein Mineral- und Nährstoffmangel, eine geschädigte Darmschleimhaut und ein geschwächtes Immunsystem. Durch ein tägliches Sonnenbad von bis zu 30 Minuten, am besten am ganzen Körper, kann man im Sommer seine Vitamin-D-Speicher auffüllen und profitiert davon auch im Winter. Übergewichtige allerdings können das Vitamin D nur im Körperfett speichern, es wird aber kaum mehr ins Blut abgegeben. Und Dunkelhäutige brauchen eine viel längere Sonneneinstrahlung um denselben Effekt zu haben.

Eine Besonderheit sind die Sonnenallergien, die es Betroffenen unmöglich machen in ihr zu baden. Meist steckt dahinter ein gestörtes Immunsystem mit einigen anderen Allergien oder unterschwelligen Entzündungen. Manchmal gibt es aber auch ganz andere Ursachen, wie ein Beispiel aus eigener Praxis zeigt. Eine Patientin, die im Laufe ihres Lebens viel gereist ist und in verschiedenen Ländern gelebt hat, berichtete über eine ausgeprägte Sonnenallergie. Diese trat allerdings nur in Deutschland auf. Nicht in Österreich, Frankreich oder der Schweiz. Da stellt sich die Frage, was in Deutschland nicht ans Licht kommen darf. Bei der Suche nach Antworten wurde sie in der Familiengeschichte fündig. Der Vater war ein hoher Nazioffizier, der an menschenverachtenden medizinischen Experimenten beteiligt war, wovon bisher keiner wusste. Auch so kann eine Sonnenallergie entstehen und auch wieder verschwinden.

Text: Judith Anne März (Ärztin für Gynäkologie, klassischer Homöopathie und Informationsmedizin), praxis@wisse-die-wege.de.

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