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50 Jahre Tegelbergbahn

Ein Blick in die Zukunft

Mit rund 40 Personen in weniger als zehn Minuten auf den Tegelberg zu fahren und dabei die einzigartige Aussicht auf die Königsschlösser und die benachbarten Gipfel zu genießen. Das dies eines Tages einmal möglich sein würde, daran war vor einigen Jahrzehnten noch gar nicht zu denken. Nachdem der Spatenstich zum Bau der Tegelbergbahn am 20. Juli 1966 vorgenommen wurde, erfolgte knapp zwei Jahre später, am 11. April 1968, die offizielle Inbetriebnahme. Seitdem wurden über zehn Millionen Fahrgäste transportiert, in den Sommermonaten nutzen täglich bis zu 1300 Passagiere den Dienst der Bahn. Auch für die Zukunft setzt das Unternehmen auf seine nun fünfzigjährige Beständigkeit. Der Bau einer neuen Seilbahn, wie dies in den vergangenen Jahren an vielen Bergen geschehen ist, steht am Tegelberg zwar nicht auf dem Plan, dafür aber doch einige Erneuerungen und Veränderungen.

„Dieses Jubiläum ist für uns natürlich ein großes Ereignis, das es wert ist, zu feiern“, sagt Tegelbergbahn-Geschäftsführer Frank Seyfried. „Immerhin war der Mut der Pioniere, dieses Projekt zu realisieren, damals unglaublich groß.“ Dabei ist die Bahn schon längst kein technisches Beförderungsunternehmen mehr, sondern im Lauf der Zeit vielmehr ein echter Dienstleister geworden. Denn das Bergerlebnis beginnt heutzutage für die Meisten bereits mit der Fahrt in der Bahn. Zumal diese mit ihrer atemberaubenden Perspektive auf die Königsschlösser noch dazu weltweit einmalig ist. Diese Fahrt könnte künftig auch noch erlebnisreicher sein. „Wir denken unter anderem an eine Erneuerung der Kabinen mit einem wesentlich höheren Glasanteil. Auch eine Modernisierung der Infrastruktur in der Tal- und Bergstation steht in den nächsten Jahren an. Das sind gestalterische Veränderungen, die besonders die Attraktivität der Eingangs- und Anstehbereiche betreffen. Das Ziel ist es, das Bergerlebnis bereits unten im Tal beginnen zu lassen.“

Der Tegelberg hat sich über die Jahrzehnte vom Skiberg zu einem Freizeitberg für alle Altersklassen gewandelt, bei dem der Skitourismus längst nicht mehr im Vordergrund steht. Somit wird es auch, entgegen immer wieder hörbarer Gerüchte, eine Wiederbelebung der oberen Sessellifte, die bis in die achtziger Jahre noch in Betrieb waren, definitiv nicht geben. „Nicht nur wegen der enormen Kosten, vor allem deswegen, weil der Trend der aktuellen Skitechnik heute ganz klar zu breit-befahrbaren Pisten geht, was am Tegelberg nicht der Fall ist“, bestätigt Seyfried. „Die Beschneiung der Tallifte werden wir aber beibehalten.“ Dennoch will das Unternehmen den Wintertouristen künftig noch mehr bieten. „Wir haben ja bereits einen Winter-Höhenwanderweg, den wir noch etwas erweitern wollen, es gibt aber auch Überlegungen für einen Schnehschuh-Trail oder auch bessere Routen für Skitourengeher.“

Um das „Gesamtpaket Tegelberg“ für die Zukunft zu rüsten soll aber auch das Sommerangebot noch weiter ausgebaut werden. Bereits gearbeitet wird an der Erweiterung des Startbereichs für Gleitschirm- und Drachenflieger, der bereits in wenigen Wochen fertig sein soll. Seyfrieds persönlicher Wunsch für die Zukunft wäre es zudem, auch Sonnenuntergangs- oder Vollmondfahrten anzubieten. „Untersuchungen haben vor wenigen Jahren gezeigt, dass eine Seilbahn den wirtschaftlichen Motor für den Tourismus einer Region darstellt. Die Entscheidung, ob ein Gast kommt, hängt stark davon ab, ob es eine Seilbahn an dem Standort gibt, unabhängig davon, ob sie genutzt wird, oder nicht. Zum anderen sichert und schafft ein Arbeitsplatz der Seilbahn statistisch gesehen etwa vier bis fünf Arbeitsplätze in der Region. Das ist ein gewaltiger Wert für uns alle“, so Frank Seyfried.

Text: Lars Peter Schwarz · Bild: Sabina Riegger

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