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Diabetes

Den Zucker natürlich zähmen

Diabetes gehört mit etwa 8 Millionen Patienten in Deutschland und wahrscheinlich genauso vielen, die es noch gar nicht wissen, dass sie bereits daran erkrankt sind, zu den häufigsten Volkskrankheiten. Alternative naturheilkundliche Therapien können helfen, einen zu hohen hohen Blutzuckerspiegel zu senken, Blutzuckerspitzen zu vermeiden und Spätfolgen vorzubeugen. Zusammen mit gesunder Ernährung kann eine Typ-2-Diabetes ergänzend zur ärztlichen Behandlung günstig beeinflusst werden. Einige bewährte Mittel möchte ich Ihnen diesmal vorstellen.

Colpachi (Hintonia latifolia)

Die auch Fieberrindenbaum genannte Pflanze ist v.a. in Mexiko und Guatemala weit verbreitet und gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). In seiner Heimat wird schon seit langem die Rinde als Teezubereitung verwendet und zwar in vielfältiger Weise: zur Verbesserung von Gesundheit und Vitalität, als Stärkungsmittel, bei Fieber und eben auch zur diätetischen Verbesserung des Blutzuckerhaushaltes. Dieser Name stammt übrigens aus der Azteken-Sprache, wobei der Wortstamm „Copal“ allgemein für harzführende Rinden steht.

Die Inhaltsstoffe der Rinde bestehen aus Neoflavonoiden, Saponinen, Mannit und Harzen, sowie gerbstoff- und eiweißhaltigen Substanzen. Wissenschaftler vermuteten, dass für die blutzuckersenkende Wirkung die Neoflavonoide wie das Coutareagenin verantwortlich sind, sie setzen verstärkt Insulin aus der Bauchspeicheldrüse frei. Eine 12-monatige Studie aus der Slowakei erbrachte erstaunliche Ergebnisse: bei regelmäßiger Einnahme des Extraktes konnte eine Reduktion des Nüchternblutzuckers um 20,6 %, des Blutzuckers nach dem Essen um 19% und des HbA1c-Wertes (Langzeit-Zuckerwert) um 10,3% erzielt werden. Auch in der Folgezeit nach der Studie (bis zu 33 Monate) blieben die verbesserten Werte stabil! Eine gute Verträglichkeit sowie das Ausbleiben einer Unterzuckerung kamen noch dazu. In einer späteren Studie wurde außerdem noch eine positiv erweiternde Wirkung auf die Blutgefäße bestätigt, wichtig bei Diabetes-bedingten Durchblutungsstörungen.

Ceylon-Zimt (Cinnamomum ceylanicum)

Der Zimtbaum aus der Familie der Lorbeergewächse, von dem die auch Caneel genannte Rinde gewonnen wird, wächst hauptsächlich in Sri Lanka (früher Ceylon) und Südindien von der Ebene bis in 2000 m Höhe und wird bis zu 10 m hoch. Nicht zu verwechseln ist er mit dem Cassia-Zimt, der eher aus China, Vietnam, Indonesien und Sumatra angebaut wird und nicht nur schärfer schmeckt, sondern auch z.T. eine andere Wirkstoffzusammensetzung hat. V.a. das in größeren Mengen leberschädigende Cumarin ist hier in höherer Konzentration enthalten und wird daher in normaler Form für Diabetes-unterstützende Präparate nicht verwendet.

Die im Zimt enthaltenen Polyphenole, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören, wirken ähnlich dem Insulin. Sie treten mit den Insulin-Rezeptoren auf den Zellen in Kontakt und sorgen dafür, dass sich die Empfindlichkeit unserer Körperzellen für Insulin verbessert. Durch diese verbesserte Insulinwirkung sinkt die Blutzuckerkonzentration. Dabei ist aber trotzdem eine Unterzuckerung nicht zu befürchten. Eine deutsche Studie aus dem Jahr 2006 zeigte, dass Patienten, die zusätzlich zu ihrer normalen Diabetestherapie regelmäßig Kapseln mit dem wässrigen Zimtextrakt bekamen, tatsächlich eine Senkung des Nüchtern-Blutzuckerspiegels erreichten, und das von etwa 15%, bei einigen Probanten sogar bis zu 40%!

Bittermelone (Momordica charantia)

Die Früchte sehen unseren Gurken ähnlich, sind aber deutlich gefurchter – und bitterer. Die traditionelle asiatische Küche (nicht das, was es so normalerweise bei unserem „Chinesen“ gibt) verwendet sie viel. Hier ist Diabetes relativ selten. In der volkstümlichen Medizin werden die Blätter, Früchte, Samen und das Samenöl verwendet. Sie enthalten viel Protein, Mineralstoffe und Kohlenhydrate (keine Glucose!) sowie wenig Fett, Calcium, Riboflavin, Beta-Carotin, Vitamin A und C, außerdem Triterpenglycoside wie Momordicin, Charantin und Momordin. Die unreifen Früchte werden bei Altersdiabetes eingesetzt. In den Heimatländern wird die Bittermelone auch bei Wurmbefall, Blasenstein, Fieber und Magengeschwüren angewendet.

Leider gibt es noch nicht allzu viele repräsentative Studien zur antidiabetischen Wirkung, aber nachgewiesen wurden mittlerweile eine Reduzierung der Insulinresistenz, eine gesteigerte Insulinsekretion und eine Hemmung der Alpha-Glucosidase, eines Enzyms im Darm, das bei der Verdauung langkettiger Kohlenhydrate hilft.
Gerne wird Momordica als Tee verwendet, etwa 1 L pro Tag, Schwangere sollten ihn allerdings nicht genießen, da eine fruchtschädigende Wirkung möglich ist.

Gerne wird natürlichen Präparaten auch das essentielle Spurenelement Chrom zugesetzt. Chrom ist für die Wirkungsentfaltung des Insulins erforderlich und sensibilisiert zudem die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse, wodurch die Bereitstellung von Insulin gefördert wird. Seit langem ist auch bekannt, dass ein Chrom-Mangel zu einer Verminderung der Glucose-Toleranz und zu Störungen der Verwertung führt. Auch aus dem homöopathischen Bereich gibt es viele interessante Präparate. Mein persönlicher Favorit ist

Syzygium jambolanum – der Jambulbaum

Dieses Mittel bekommt auch mein Kater Schnecki, der leider im Alter ebenfalls Diabetes bekommen hat – gar nicht so selten bei Hunden und Katzen, man sollte es nicht glauben…

Die kleinen Früchte, die in etwa an Datteln erinnern, werden in seiner Heimat Indien und Malaysia schon seit sehr langer Zeit z.B. zur Behandlung von Durchfallerkrankungen eingesetzt. Außerdem gilt er im indischen Raum als heilige Pflanze, um dem Gott Krishna zu huldigen. Speziell die Wirkstoffe aus den Samen, die Flavonoide, Triterpene und Gerbstoffe enthalten, sind interessant für die deutsche Pharmaforschung, denn sie zeigen eine therapeutische Wirkung auf Diabetes mellitus. Demzufolge wirkt das Mittel auf folgende Weise: es verbessert die Nüchternblutzuckerwerte und die Aktivität von Schlüsselenzymen im Zuckerstoffwechsel und verbessert gleichzeitig sogar noch die Blutfett- und Leberwerte. Verfügbar ist der Jambulbaum als homöopathische Globuli oder Urtinktur.

Noch sehr interessant zu wissen: aus den Wirkstoffen der Pflanze Geißraute, die spezielle Alkaloide enthält, wurde das bekannte orale Antidiabetikum Metformin aus der Gruppe der Biguanide entwickelt.
Geben Sie Ihrem Zucker „Saures“, sozusagen im übertragenen Sinne,

Ihre Apothekerin Simone Wagner (und Kater Schnecki)

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