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Adrenalin pur

Das Schalenggen-Rennen in Pfronten Kappel

Zwei Mal hintereinander ist das Schalenggen-Rennen wegen schlechter Wetterlage ausgefallen. Es gab keinen Schnee und somit auch kein Rennen. „Heuer gibt’s an Schnee. Des weard guat“, ist sich Hanne Allgayer sicher. Wetterprognosen können schlecht gestellt werden, denn das Wetter macht das was es will und das ist für den Verein nicht immer einfach. Ob schneesicher oder nicht, die Vorarbeit muss geleistet werden. Geschenke für die Teilnehmer müssen nicht gekauft werden, „die haben wir schon seit zwei Jahren“, so die Vorsitzende. Seit 30 Jahren ist sie die Verantwortliche des Kappeler-Schalenggen-Vereins.

Über 200 verkleidete Teilnehmer treten in Teams an, um den 1000 Meter langen Hang vor Kappel auf einem über 15 Kilogramm schweren hölzernen Hörnerschlitten, dem „Schalengge“, hinunterzurasen. Spektakuläre Szenen, aber vor allem die manchmal wildererartig verkleideten Fahrer auf ihren Großschlitten, ganz ohne Lenkhilfen und Bremsen, sichern hundertfache Zuschauerzahlen. Sie heißen „Sister’s Act“, „Omas Föhla“, „Blitzhoanar Weitnau“ oder ganz einfach „Augustiner“. Hanni Allgayer kennt sie fast alle, die wagemutigen Damen und Herren, die mit halsbrecherischem Tempo den Hang runterrodeln.

Vom Start bis zum Ziel sind es etwa 200 Höhenmeter und die zwei Kurven erfordern ein gewisses Maß an Fahrkönnen. Manche schaffen es sogar ohne Blessuren ans Ziel zu kommen. Jeder Teilnehmer haftet für sich selbst und jeder weiß, welche Verletzungsrisiken die Schalenggenfahrt mit sich bringen kann. Und trotzdem lässt sich keiner davon abbringen mitzumachen. Selbst Teilnehmer aus benachbarten Ländern wie Spanien, Holland oder sogar Amerika melden sich an. „Sie fahren dann meistens mit einem von uns mit“, sagt sie. Selbstverständlich ist auch die gemeinsame Fahrt vom katholischen und evangelischen Pfarrer auf einem Schlitten ein Muss genauso wie die Teilnahme der Bürgermeisterin. Sie startet mit den Orginalern, die im traditionellen Gewand den Schalenggen, voll beladen mit Heu, in die Zielgerade bringen. Etwa 12 bis 14 Schlitten sind das jedes Jahr, die zwischendurch starten und dem Publikum zeigen wie ein beladener Schlitten aussah und wie mühsam die Arbeit gewesen ist. Denn nicht nur Heu wurde mit dem Schalenggen ins Dorf transportiert, sondern auch Brennholz.

Das Schalenggen-Rennen findet am 10. Februar um 12 Uhr in Pfronten Kappel statt.
Anmeldeformulare gibt es unter www.kappelar-schalenggar.de.
Weitere Infos bei Hanne Allgayer, Telefon 08362 / 5146.

Text: rie · Bild: Hubert Riegger

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