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TV-Stars aus „Dahoam is Dahoam“ auf der Blauen Bühne

Auf der „Blauen Bühne“ in Hohenschwangau geben sich kurz vor Weihnachten die Stars aus der beliebten bayerischen Fernsehserie „Dahoam is Dahoam“ ein Stelldichein. Im Schlossbräustüberl lesen die Schauspieler Katrin Lux, Bernhard Ulrich, Brigitte Walbrun und Holger Matthias Wilhelm das urkomische Theaterstück „Ingeborg“ von Curt Goetz. Es ist eines der bekanntesten und abendfüllendsten Stücke des genialen Schauspielers und Film- und Bühnenautors Curt Goetz, das im Jahre 1921 uraufgeführt wurde.

Ernsthaftigkeit, Komik und eine „Ménage à trois“

In dem Stück geht es um die Folgen einer klassischen „Ménage à trois“. Eigentlich führen Ingeborg und ihr leicht zerstreuter Mann Ottokar eine glückliche Ehe im Wohlstand. So lange, bis Ingeborg eines Tages Besuch von ihrem alten Schulfreund Peter bekommt, der mit seiner Weltoffenheit und Laune genau das Gegenteil ihres Mannes darstellt. So dauert es nicht allzu lange, bis sich Ingeborg auch in den Mann aus ihrer Vergangenheit verliebt.

Allerdings muss sie nach einigen Verwicklungen feststellen, dass sie ihre beiden Männer, jeden für sich und jeden gleichermaßen liebt. Ingeborg gerät somit in einen Konflikt mit sich selbst, da sie ihren eigenen Mann weder betrügen noch verlassen will, auf der anderen Seite hat der andere all das, woran es ihrem Mann mangelt. Ingeborgs lebenslustige und trinkfeste Tante rät ihr schließlich, bei ihrem Mann zu bleiben und mit dem anderen eine Liaison einzugehen. Dass bei aller Ernsthaftigkeit die Komik nicht zu kurz kommt, dafür sorgt allein schon die virile Ottilie, die launig immer eine Lebensweisheit parat hält und mit Herz und Schnauze die in Liebeshändel verstrickte Gesellschaft auf Trab hält. Als Erzähler des Stückes fungiert der Autor, Regisseur und Ex-Moderator Michael Tasche.

Warum sich die Stars aus der beliebten bayerischen Fernseh-Serie „Dahoam is Dahoam“ gerade dieses Stück für eine Lesung ausgesucht haben und was genau auf der Bühne alles passiert, haben wir die beiden Schauspielerinnen Katrin Lux und Brigitte Walbrun am Telefon von Füssen aktuell gefragt.


 Katrin Lux

Wer hatte denn die Idee dazu?
Die Idee stammt von Michael Tasche, der mit dem Curt Goetz Institut in Kontakt stand und mit diesem Gedanken auf uns zugekommen ist. Wir haben das dann zusammen ausprobiert und hatten dabei so viel Spaß, dass wir gesagt haben, wir machen das öfters.

Wie muss man sich das Ganze vorstellen?
Also im Grunde sitzen wir alle vier mit unseren Büchern vor uns auf der Bühne und lesen das Stück vor. Aber natürlich ist es mehr als nur Vorlesen, weil die Rollen schon längst in uns verankert sind. Es ist aber kein klassisches Theaterstück, also wir spielen die Rollen nicht, wir bleiben sitzen und lesen und versuchen das Stück zum Leben zu erwecken.

Kommt man sich da beim Lesen nicht ab und zu mal in die Quere? Also ihr Schauspieler untereinander?
Nein. Wir sind mittlerweile hervorragend aufeinander abgestimmt. Wir kennen uns alle so gut weil, wir ja viel Zeit miteinander verbringen, sodass wir einfach ein sehr gutes Gespür füreinander entwickelt haben und uns so wertschätzen, dass wir uns auch gegenseitig kritisieren, weil nur das uns weiterbringt. Deshalb ist das einfach nur wunderschön, dass wir uns dieses Stück zusammen erarbeitet haben.

War es denn von vornherein klar, wer von Ihnen welche Rolle übernimmt?
Ja. Komplett. Wir haben das gemeinsam gelesen und es war sofort selbstverständlich, weil jeder sich auch sofort in seiner Figur erkannt hat.

Wie schafft man es denn, als Schauspieler gerade bei so einem Stück von Curt Goetz den Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Komik zu schaffen?
Da Curt Goetz als Autor so brillant war in dem was er geschrieben hat, geht es für uns Schauspieler wirklich nur darum, das zu tun was er uns in dem Stück vorgibt. Komik oder Boulevard für mich im Allgemeinen ist sowieso nicht so einfach, weil Pointen sich meist über die Pausen übertragen oder exakt gesetzt werden, was es eben schon sehr einfach macht, wenn es so gut geschrieben ist. Deswegen glaube ich, dass uns dieser Spagat sehr gut gelingt.


Brigitte Walbrun

Sie spielen die lebenslustige Tante Ottilie, wie gut steht Ihnen diese Rolle?
Ich denke sehr gut, obwohl der Regisseur erst kürzlich zu mir gemeint hat, ich wäre für diese Rolle eigentlich immer noch ein bisschen zu weich. Die Ottilie ist eine sehr taffe Person, die der Ingeborg sagt, wo es lang geht. Ob die Ingeborg das immer so annimmt, sei dahin gestellt.

Was ist denn für Sie persönlich das Besondere, das Extravagante an diesem Stück?
Es ist einfach auch die Sprache, in der in diesem Stück gesprochen wird. Heute redet ja keiner mehr so ungewöhnlich höflich, wie beispielsweise der Herr Peter Peter oder Ingeborgs Mann. Das hat schon einen gewissen Reiz. Vielleicht sollte man generell gerade in der heutigen Zeit wieder etwas mehr über seine Ausdrucksweise nachdenken.

Sind Sie denn jemand, der großen Wert auf Stil und Etikette legt?
Ja, schon. Ich lege zum Beispiel auch sehr großen Wert auf Höflichkeit, oder dass man Guten Abend oder Guten Morgen sagt oder man sich vorstellt, wenn man neu irgendwo dazu kommt. Und ich glaube, diesen Anstand vergessen heutzutage nicht alle, aber leider sehr viele.

Auf was freuen Sie sich am meisten, wenn Sie hier bei uns sind?
Natürlich freue ich mich, dass wir in Hohenschwangau lesen dürfen. Aber auf gut bayrisch gesagt freu ich mich am meisten auf die Leute, auch auf den Kontakt mit den Allgäuern. Weil: In unserer Serie kommen die Allgäuer auch nicht allzu häufig vor. Wir hatten einmal einen Auszubildenden in der Brauerei, das war ein Allgäuer, aber ansonsten sind die eher selten bei uns. Ich werde mich aber bei unserem Regisseur dafür einsetzen, dass künftig vielleicht mehr Allgäuer in „Dahoam is Dahoam“ vorkommen.

 

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