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Fünf Jahre Lechwanderweg

Der Lechweg bietet ein einzigartiges Naturerlebnis, von der Landschaft geprägte Menschen und wahrlich sagenhafte Geschichten. Auf rund 125 Kilometern begleitet der Wanderer den Lech – von seiner Quelle nahe des Formarinsees im österreichischen Bundesland Vorarlberg bis hin zum Lechfall in Füssen im Allgäu.

Überwältigende Aussichten auf dem Lech-Wanderweg!

Die engere Zusammenarbeit zwischen den Tourismusverbänden Lech-Zürs, Lechtal, Reutte und Füssen ließ einen alten Traum zur Wirklichkeit werden: Den Lechwanderweg, der jetzt seinen 5. Geburtstag feiert. Der Lechweg steht für moderates Wandern in den Alpen und beseitigt damit das Vorurteil, dass Wandern in den Alpen nur für konditionsstarke Gipfelstürmer geeignet sei. Er ist vom Höhenprofil her leichter als viele Mittelgebirgswanderwege. Gleichzeitig bietet er aber die Faszination der alpinen Natur, nach der sich viele sehnen. Die Alpen sind mit dem Lechweg für einen noch größeren Kreis an Wanderern wanderbar geworden.

2012 hat die Europäische Wandervereinigung den länderübergreifenden Lechweg, dessen Zeichen ein markantes L ist, einer strengen Qualitätsprüfung unterzogen und zertifiziert. Er wurde Modell für Weitwanderwege in ganz Europa und bekam die Auszeichnung „Leading Quality Trails – Best of Europe“. 2016 wurde dem Lechwanderweg zum zweiten Mal die Auszeichnung verliehen.

„Etwa 7000 Lechweg-Wanderer kommen jährlich zu uns um von der modernen Welt in eine ursprünglichen Landschaft Erholung und Ruhe zu finden“, erzählt Michael Kohler, Tourismuschef des Tourismus Verbandes Lechtal. Sechs Zählplätze, die für den Wanderer nicht sichtbar sind, sind entweder auf Zäunen, Pfählen oder auch unterirdisch als Magnetplatten 2014 angebracht worden. „Das sind Rohdaten. Eine Stelle ist etwas abgelegen und da wissen wir sicher, dass es Lechweggeher sind“, so Kohler. Auf den rund 125 Kilometer langen Lechweg begleitet der Wanderer den Lech. Von seiner Quelle nahe des Formarinsees im österreichischen Bundesland Vorarlberg bis hin zum Lechfall in Füssen im Allgäu.

Doch nicht nur die Wanderer sind vom Lechwanderweg begeistert, sondern auch die Einheimischen. „Sie identifizieren sich damit und sehen es als ihr Produkt an“, erklärt Kohler. Seit dem es den Lechwanderweg gibt hat sich die touristische Infrastruktur im Lechtal verändert. „Es sind nicht zwangsläufig mehr Vermieterbetriebe geworden jedoch ist die Anzahl jener Betriebe, die sich für den Lechweg spezialisiert haben, in den letzten fünf Jahren angestiegen“, erklärt der Tourismuschef. Heute sind es vom Lech bis nach Füssen 107 Lechweg-Partner, die auch überwiegend die gleichen Produkte, wie Lechkäse, Lechbier, Kaminwurzen, Seife und mehr anbieten. Dabei stehen hochwertige und regionale Produkte im Vordergrund, die in einem einheitlichen Design erscheinen und konkrete Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen. So wird Landwirten, Käsereien und Bäckern eine Plattform geboten, mehr aus ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten zu machen.

Ein weiteres Detail das den Lechwanderweg besonders macht ist ein erarbeitetes Konzept, das bereits von vielen gastronomischen Betrieben genutzt wird. Es handelt sich dabei um eine Initiative, die man bereits aus vielen Städten kennt und die dort oft den Namen »nette Toilette« trägt. Gemeint sind WCs, die zwar nicht öffentlich sind, die aber der Lechweg-Wanderer benutzen kann – und zwar auch dann, wenn er nicht einkehrt, verzehrt oder Kunde ist. Das Angebot der Toilettennutzung ist kostenfrei bzw. gegen eine geringe Gebühr verfügbar. Aufkleber mit der Inschrift »sauber! Helfen Sie mit, den Lechweg sauber zu halten« kennzeichnen die Betriebe, die sich bereits der Initiative angeschlossen haben.

“Die Ruhe, die Natur, der Wildfluss sind das Wertvollste und brauchen weder Inszenierung noch allzu viel Marketing. Leise Töne sollen weiterhin die Kommunikation prägen – so stolz wie bescheiden im Angesicht dieser fragilen Schätze der Natur.”

Text: Sabina Riegger · BilderHubert Riegger (1), TVB Lechtal (1)

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