KulturLeben

ROYAL OPERA Live im Kino

Nach dem großen Erfolg der MET LIVE Übertragungen, die zahlreiche Opernfreunde in das Alpenfilmtheater lockte, hat sich Lars Doppler für die kommende Spielzeit auch die Rechte an den Übertragungen des ROYAL OPERA HOUSE aus London gesichert. Insgesamt werden sechs Opern und sechs Ballette live aus London direkt auf die Kinoleinwand übertragen. Den Anfang macht am 28.06. Jonas Kaufmann in Verdis Otello. Füssen aktuell sprach mit dem Kinobesitzer über die sehenswerten Neuigkeiten, die er bald bieten kann.

Seit wann gibt es die Live-Übertragungen aus der MET im Alpenfilmtheater in Füssen?
Wir starten jetzt in die achte Saison.

Wie ist so eine Übertragung möglich geworden?
Durch die Digitalisierung. Früher war es technisch nicht möglich, weil noch 35 mm-Filme gezeigt wurden. Neben dem Kino-Programm sind die Live-Übertragungen ein Zusatz, den wir unseren Zuschauern anbieten. Es ist für uns aber auch für die Stadt ein kultureller Mehrwert geworden.

Das Kino ist kein Opernhaus und trotzdem kommen viele Interessierte. Wie ist das zu erklären?
Es ist nicht die Masse, die kommt. Aber wir reden von 200 Plätzen und dafür haben wir das Publikum. Den Leuten gefällt das Besondere, man zieht sich schön an, trinkt ein Glas Sekt und unterhält sich im Foyer. Am Anfang waren die Leute wegen den Zeiten so skeptisch. Aber das Opernhaus hat tatsächlich auch Tagesaufführung. Wenn die Kamera dann durch die Reihen des Publikums schwenkt sieht man zum Beispiel viele Schulklassen auf den Rängen sitzen. Um diese Zeit ist es bei uns abends. Diese Tages-Aufführungen sind speziell für den europäischen Markt gemacht.

Ist es wirklich so, dass eine festliche Stimmung aufkommt?
Ja, auf jeden Fall. Schon allein die Kleidung und die Begrüßung im Foyer sind anders. Was wir allerdings nicht beeinflussen können sind die Pausen. Das ist für uns manchmal anstrengend, denn es kann passieren, dass die Pause während den Einlasszeiten beginnt. Wir wissen wann es los geht und wann es aufhört aber nicht wirklich wann die Pause ist und wie lange sie dauert. Denn zwischendrin sind Berichterstattungen, Werbeblöcke und Interviews mit den Künstlern.

Welche Opern kommen gut an?
Je berühmter die Opern, desto besser sind die Zuschauerzahlen. Wenn Netrebko oder Kaufmann singen, dann kommen sie. Wagner kommt nicht so gut an. Die Zuschauer sagen, dass es so schwermütig ist. Viele wollen einfach einen unterhaltsamen Abend haben.

Wenn ein Opernabend ist, laufen dann gleichzeitig in den anderen Kinosälen Filme?
Ja, selbstverständlich. Es laufen gleichzeitig drei Filme und eine Oper.

Früher gab es auch Live-Aufführungen vom Bolshoi Ballett. Warum haben Sie damit aufgehört?
Am Anfang war alles live, dann boten sie die Aufführungen halb live und halb geschnitten, allerdings zum gleichen Preis der Übertragungskosten. Das wollten wir weder uns noch unserem Publikum anbieten. Die Aufführungen fanden zudem immer am Sonntagnachmittag statt, so dass wir immer zwei Kino Vorstellungen absagen mussten. Das hat sich für uns finanziell nicht gerechnet.

Jetzt haben Sie ein weiteres Opernhaus in Ihr Programm aufgenommen: das Royal Opera House in London.
Ja, stimmt. Am 28. Juni gibt es eine Live-Übertragung von Othello mit Jonas Kaufmann. In der Saison 17/18 werden sechs Opern und sechs Balettstücke gezeigt. Da sind natürlich die Klassiker dabei. Was mich persönlich auch freut, sind die Ballettaufführungen. Damit können wir auch die Wünsche der Ballett-Liebhaber erfüllen.

Vielen Dank für das Gespräch.
Ich danke Ihnen für das Interesse.

 

Text: Das Gespräch führte Sabina Riegger

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