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EWR bauen Lechhaldehaus zur Neptunpassage um

20 Wohnungen sollen entstehen

Seit 1959 besitzen und verwenden die Elektrizitätswerke Reutte-Füssen (EWR) das Haus Lechhalde 1½ als Betriebs- und Verkaufsgebäude für ihr deutsches Geschäftsgebiet. Nun nehmen die EWR rund fünf Millionen Euro in die Hand und bauen dieses Haus sowie die Gebäude Spitalgasse 3, 5 und 7 zu 20 Wohnungen um.

Das Parken war schon immer schwierig – zwar nicht für die Firmenfahrzeuge. Schließlich gibt es mehrere Stellplätze, die ebenerdig von der Spitalgasse aus erreichbar sind und sich im Gebäude befinden. Nur für Kunden waren öffentliche Parkplätze rar und auch nicht unmittelbar beim Geschäft vorhanden. Mittlerweile hat man in der Kemptener Straße 91 eine Betriebsstelle eingerichtet, in der sich bereits die Abteilungen Elektro und Netz befinden. Dort sind bessere Parkmöglichkeiten verfügbar. Daher machten sich die Verantwortlichen der EWR Gedanken, wie ihre  Altstadtgebäude anders verwendet werden könnten.

„Jetzt haben wir große Pläne hier“ bekräftigte der Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer von EWR-Füssen Magister Klaus Schmitzer. Die Elektrizitätswerke (EWR-PR-Mann Josef Konrad: „Wir haben 22.000 Kunden auf deutscher und 12.000 Kunden auf österreichischer Seite“) seien ein Unternehmen, das sich viel in der Stille engagiere. Der Energieerzeuger setzte sich mit Stadtplanern, Denkmalschützern, Architekten und der Kommune zusammen um das historische Füssener Stadtbild an dieser Stelle zu erhalten und gleichzeitig attraktiven Wohnraum zur Nähe des Lechs zu schaffen. Der Fluss symbolisiert laut EWR nicht nur entspannendes Leben, er assoziiert auch die Energieerzeugung aus umweltschonender Wasserkraft, was den Stromlieferanten von vielen anderen Energieunternehmen unterscheidet. Und da an der Außenfassade  ein Bild den Zusammenhang von Wasser und Elektrizität in Form einer Neptungestalt symbolisiert, war schnell ein Name gefunden: Neptunpassage heißt das Projekt und die neue Wohnlage.

Der Reuttener Architekt Armin Walch beschrieb auf der offiziellen Vorstellung dieses Projektes in den Räumen an der Lechhalde das Bauen an einer Stadtmauer: „Sämtliche  Räume, die an die Stadtmauer grenzen, werden losgelöst.“ Die äußere Erscheinung werde restauriert, „wie es vor 60 Jahren war.“ Die Fassade wird also absolut erhalten bleiben. Die Dachstühle will man etwas anheben, hierfür hätten die Nachbarn Verständnis gezeigt, meinte Walch dankbar. Neben dem Haus Lechhalde 1½ werden auch die Gebäude Spitalgasse 3, 5 und 7 einbezogen. Zwar wird es keine Balkone geben, dafür aber entstehen einige innenliegende Loggien, die die Wohnqualität erhöhen, wie der Architekt betonte. Im Bereich der Arkaden könnte ein Geschäftslokal entstehen.

Was ist das Besondere an diesem Bau? Walch nennt im Eilzugstempo die Details: Es wird weiterhin die ebenerdig anfahrbaren Stellplätze geben, 17 an der Zahl. Das zentrale, vertikale Treppenhaus bleibt erhalten („Das ist etwas für die `Retro´-Freaks!“). Zusätzlich entstehe aber ein neuer Aufzug, der die Geschosse verbindet. Keine Verbindung wird es geben zum Haus Nummer 7 der Spitalgasse. 43 bis 98 Quadratmeter groß werden die Domizile sein. Zwei Vier-, zwölf Drei- und sechs Zwei-Zimmer-Wohnungen sind geplant. Speziell im zweiten Obergeschoß entstehen Innenhöfe mit vorgelagerten Terrassen „mit ganz eigenem Charme“, schwärmte Walch. Diese Einheiten werden erschlossen durch einen Zugang direkt zur Altstadt. In der Spitalgasse 7 wird es nur zwei Wohnebenen geben. Spezialität im Haus Spitalgasse 5: Hier entstehen die einzigen zwei Maisonettewohnungen, die über zwei Ebenen reichen. Sechs der 20 Wohnungen sind absolut barrierefrei gestaltet. Und alle Baumaterialien seihen von höchster Güte, bekräftigt der Architekt, „schon wegen des Denkmalschutzes.“

„Innerstädtisches Wohnen ist das Lebenselixier einer Stadt.“ Dieses Ziel in Füssen zu stärken, hat sich Walch im Auftrag der EWR zu eigen gemacht. Bürgermeister Paul Iacob hieb in die gleiche Kerbe. Er lobte die Energiefirma, die „neben ihrer eigentlichen Aufgabe hier für neuen Wohnraum sorgt.“ Daher sei er einer der glücklichsten Bürgermeister Deutschlands. Damit das so anhält, will Schmitzer mit dem Umbau beginnen, sobald die Behörden grünes Licht geben. Er möchte gerne noch im Herbst loslegen, dann könnten die ersten Mieter eventuell bereits 2016 einziehen. Und die EWR hätten für ihre Kunden in der Kemptener Straße mehr Parkraum. Wenn die Verbraucher das schätzen, sei ein Ausbau dort zum Beratungszentrum denkbar und sinnvoll.

Text · Bilder: Anton Reichart/ewr

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