Menschen

Die Tagesstätte in Füssen bietet Hilfe zur Selbsthilfe an

Dem Tag einen Sinn geben

Seit Anfang 2012 befindet sich in Füssen mitten inmitten der Stadt in der Augustenstraße in den ehemaligen Räumlichkeiten des Arbeitsamtes eine Tagesstätte für seelische Gesundheit der Bezirkskliniken Schwaben „WOHNEN und FÖRDERN“ im Sozialpsychiatrischen Zentrum Augustenhof. In den großzügigen, hellen und  nach und nach durch die Mitarbeiter und Besucher liebevoll gestalteten Räumen herrscht eine gemütliche und familiäre Atmosphäre.  Die künstlerisch bemalten Wände,  selbstgenähte Vorhänge, eigenhändig bezogene Sitzmöbel und Kunstobjekte lassen die Einrichtung wirken wie ein Atelier.Hier finden Menschen ab 18 Jahren aus der Stadt Füssen und dem südlichen Ostallgäu mit chronischen seelischen und psychischen  Erkrankungen, aber auch Menschen in einer akuten Lebenskrise, völlig unbürokratisch Hilfe.

Das Mitarbeiterteam, bestehend aus Frau Wystrach, Ergotherapeutin und den beiden Fachkrankenschwestern für Psychiatrie Andrea Jacobs und Margarete Huttner, hilft den Besuchern ihren Tag zu strukturieren und durch verschiedene lebenspraktische und kreative Tätigkeiten in kleinen Schritten zurück in ein selbstgestaltetes Leben beziehungsweise Berufsleben.
Die Einrichtung, die eng mit der Beratungsstelle für psychische Gesundheit, der psychiatrischen Ambulanz des Krankenhauses  und der neurologischen Praxis in Füssen zusammenarbeitet,  bietet ein weit gefächertes Angebot in allen Lebensbereichen.

Jeden Tag wird richtig gut gekocht

Während der Öffnungszeiten, Montag bis Donnerstag von 9 bis 15 Uhr,  Freitag von 9 bis 13 Uhr und nach der täglichen Besprechung um 9.30 Uhr, werden die Aufgaben des Tages festgelegt. Jeden Tag wird frisch für das Mittagessen eingekauft und anschließend „richtig gut gekocht“, so Sinje-Isabel Wystrach. Manche der Besucher benötigen auch Unterstützung bei täglich zu verrichtenden Dingen wie der Körperpflege, der  Bedienung von Waschmaschine und Trockner, sowie bei finanziellen und Behördenangelegenheiten. Die Krankheitsbilder umfassen beispielsweise Burnout, Depressionen, Angsterkrankun-gen, Schizophrenie, Persönlichkeitsstörungen wie Borderline.

Ein reichhaltiges Angebot

Neben dem Erlernen praktischer Alltagskompetenzen umfasst das Angebot viele kreative Tätigkeiten, beispielsweise Basteln aus Pappmaché oder auch Filzen, Backen für Ostern und Weihnachten, Arbeiten mit Holz und Musiktherapie. Bewegung an der frischen Luft sowie Ausflüge und vieles mehr gehören ebenso dazu. Für das Frühjahr ist die Gestaltung des eigenen Gartens mit Gemüse und Kräuterspirale angedacht, hier dürfen sich gerne Freiwillige zur Mithilfe melden.

In der Tagesstätte für seelische Gesundheit erfahren Menschen, die aus Eigenantrieb ihren Tag nicht gestalten können oder morgens nicht einmal den Antrieb finden aufzustehen oder sich selber Essen zuzubereiten, eine feste Struktur, fast wie in einer Familie. In einer ruhigen und positiven Atmosphäre knüpfen sie statt zu Hause zu vereinsamen zu anderen Menschen mit ähnlichen Problemen Kontakte, die sie auch in der Freizeit pflegen. Sie verlieren Berührungsängste und erfahren Erfolgserlebnisse wie zum Beispiel durch Lob für ein gelungenes Essen oder ein selbstgestaltetes Geschenk. Im besten Fall lernen sie wieder eigenständig ein sinnvolles Leben zu gestalten und es bleiben ihnen dadurch häufig  weitere Krankenhausaufenthalte erspart.

Durch die medizinische und therapeutische Ausbildung der Mitarbeiter und regelmäßige Besprechungen mit der Beratungsstelle für psychische Gesundheit und verschiedenen Ärzten werden aber auch Veränderungen der Besucher erkannt und die weitere Vorgehensweise besprochen.

Die Einrichtung mit 10 Plätzen ist derzeit nicht voll ausgelastet. Das Angebot ist freiwillig und kostenfrei, bei regelmäßiger Teilnahme können sogar Fahrtkosten erstattet werden.

Zu den Öffnungszeiten ist eine Anmeldung unter der Telefonnummer
08362-300 4160 jederzeit möglich.

Informationen über die Tagesstätte sind unter www.bezirkskliniken-schwaben.de oder www.wohnenundfoerdern.de zu finden.

Text · Bilder: Christina Bischof-Brenner

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